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Auf den ersten Blick erscheint dieser Schritt nur konsequent. Dies ist nicht der erste Zukauf der Kanadier im Segment für Mobile Security. Good Technology hat ein starkes Portfolio und zuletzt gutes Wachstum. Zudem ist die Übernahme, am Umsatz von Good bemessen, preiswert. Doch Blackberry und Good buhlen seit Langem um die gleiche Kundschaft, beide schreiben jedes Quartal Verluste. Der Weg zu einer nachhaltigen Position bleibt unklar.

  • Blackberry kündigte am 04.09.2015 an, Good Technologies für $ 425 Millionen zu kaufen
  • Dieser Schritt unterstreicht die Ambitionen der Kanadier ein führender Anbieter für Mobile Security Services zu werden
  • Der Weg zur Integration der Portfolios von zwei ehemals stark konkurrierenden Unternehmen bleibt unklar

Blackberry überraschte am Freitag den 04.09.2015 Märkte und Beobachter mit der Ankündigung Good Technology für $ 425 Millionen zu kaufen. Dieser Schritt unterstreicht die notwendige Überlebensstrategie des kanadischen Anbieters, Mobility Lösungen über die eigene Hardware und alle Plattformen hinweg zu verkaufen. Der Marktanteil für Blackberry Endgeräte verliert zunehmend an Boden.

Zwar hat Blackberry bereits eine Kooperation mit Samsung Knox, doch aufgrund der starken Verknüpfung des Images von Blackberry mit den eigenen Endgeräten sowie fehlender Attribute bei eigenen Container-Lösungen für andere Smartphones fiel es dem Unternehmen schwer, führenden Cross-Plattform-Anbietern für Enterprise Mobility Management Lösungen Marktanteile abzunehmen. In den letzten zwölf Monaten hat Blackberry Bestrebungen gezeigt, im Markt für mobile Hochsicherheitslösungen stärker Fuß zu fassen, beispielsweise durch die Zukäufe des deutschen Kryptospezialisten Secusmart, einem Anbieter für BSI zertifizierte Endgeräte, und dem israelischen Unternehmen Watchdox, einem Lösungsanbieter für sichere Dokumentensynchronisation und Filesharing.

Gemessen am Jahresumsatz der Firma Good von $ 212 Millionen in 2014 war dieser Einkauf vergleichsweise preiswert. VMware hat beispielsweise für Airwatch einen, um ein Vielfaches, höheren Bonus bei niedrigeren Umsätzen gezahlt. Zudem hat Blackberry einen scharfen Rivalen mit Zugang zu etwa 6.200 Geschäftskunden vom Markt genommen. Good hat zuletzt aggressiv mit der Migration von Blackberry Kunden auf die eigene mobile Plattform für iOS und Android mit „Blackberry like“ Security geworben.
Genau darin liegt allerdings die größte Herausforderung nach diesem Zukauf. Wie kann der kanadische Anbieter die errungenen technischen Möglichkeiten und den zusätzlichen Vertriebsarm von Good dazu nutzen, mit einem einheitlichen Marktauftritt das Unternehmen in die Profitzone zu führen?

Im März dieses Jahres hat Good, in Vorbereitung auf eine IPO, Zahlen für 2012-14 vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass die Firma im Jahr um die $ 80 Millionen Verluste einfährt.

Der CEO von Blackberry, Jack Chen beteuert, dass Good hilft, dem Kunden komplette mobile Sicherheitslösungen über verschiedene Endgeräte und Plattformen hinweg anzubieten. In der Tat bekommt Blackberry über die Akquisition wertvolle Zertifikate für mobile Sicherheitslösungen für iOS und Android sowie die Dynamics Secure Mobility Platform von Good zur sicheren Lagerung von Anwendungen im separaten Container. Jack Chen stellt eine Integration in eine einheitliche Plattform als langfristiges Ziel innerhalb der nächsten zwei Jahre in Aussicht, stellt aber gleichzeitig fest, dass zunächst die beiden Organisationen in eine integriert werden. Bei der technischen Plattform „werden wir Kunden nicht dazu zwingen, eine sofortige Integration durchzuführen.“ Auf Basis dieser Aussage ist in absehbarer Zeit eher nicht davon auszugehen, dass sich für die Kunden von Good kurzfristig etwas ändern wird.

Aus Sicht der Experton Group dürfte es aber auch in absehbarer Zeit schwierig sein, allein mit der Zusammenführung von zwei unprofitablen Ex-Konkurrenten, die Gewinnzone zu erreichen. Den Marktzugang und die Position von Good einfach zur Vermarktung des Blackberry Portfolios zu nutzen greift zu kurz. Mangelnder Bekanntheitsgrad ist nicht der Grund für die Abwärtsspirale des kanadischen Anbieters.

Der Markt für Enterprise Mobility Management ist stark umkämpft und erzielt auch im Security Bereich nicht annährend die Margen wie das Endgerätegeschäft. Kernelemente des Angebots wie Mobile Device Management und Mobile Application Management unterliegen einem permanenten Preisverfall. Airwatch, Citrix und Mobile Iron haben ebenfalls deutliches Momentum und starke Portfolios aufgebaut. Airwatch, Zenprise, Sybase und Fiberlink wurden ebenfalls von weit größeren Unternehmen übernommen (VMware, Citrix, SAP und IBM). Aufgrund des harten Wettbewerbs erwarten wir eine weitere Konsolidierung der noch verbleibenden Spezialisten in diesem Bereich.

www.experton-group.de

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