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Botnet

Hide and Seek, ein neues IoT Botnet, das Anfang Januar vom Bitdefender Honeypot-System entdeckt wurde, hat schnell Bekanntheit erlangt. Innerhalb weniger Tage hat es über 90.000 Geräte in einem großen Botnet gesammelt.

Während die erste Variante Brute-Force-Angriffe über den Telnet-Dienst durchführte, um sich in Geräte zu booten, wurden später durch weitere Updates neue Command Injection Exploits in der Webschnittstelle eines Geräts ausgelöst, die die Möglichkeiten des Botnets auf IPTV-Kameras erweiterten.

Nun wurden neue Tricks bei Hide and Seek entdeckt: Indem die Android-Debug-Bridge-(ADB)-over-Wi-Fi-Schnittstelle in Android-Geräten genutzt wird, die Entwickler normalerweise zur Fehlerbehebung verwenden, erhält das Botnet neue Zugriffsmöglichkeiten. Obwohl diese Funktion eigentlich standardmäßig deaktiviert ist, werden einige Android-Geräte mit aktiviertem Gerät ausgeliefert. So werden Benutzer praktisch über die ADB-Schnittstelle, die über den TCP-Port 5555 zugänglich ist, einer Remote-Verbindung ausgesetzt. Jede Remote-Verbindung zum Gerät wird nicht authentifiziert und ermöglicht den Shell-Zugriff, so dass Angreifer praktisch jede Aufgabe im Administratormodus ausführen können.

Die Offenlegung dieses Protokolls über das Internet ohne Authentifizierung ist verblüffend und störend zugleich - es ist keine Schwachstelle im Android-Betriebssystem selbst, sondern eine Funktion, die der Hersteller beim Versand von Geräten einfach vernachlässigt haben könnte.

Große Masse an Geräten könnte hinzukommen

Die Angreifbarkeit von Android-Geräten über die ADB-over-Wi-Fi-Funktion wurde Anfang Juni entdeckt, muss aber noch behoben werden. Das Problem wurde Anfang Juni erstmals von einem Kryptowährungs-Miner missbraucht. Angreifer können so Funktionen mit nicht authentifizierten "root"- oder Administratormodus-Privilegien auf einigen Geräten im Hintergrund installieren und ausführen.

Das Hide and Seek Botnet hat bereits eine große Menge von Geräten infiziert und diese jüngste Erweiterung könnte es ihm ermöglichen, mindestens weitere 40.000 neue Geräte hinzuzufügen. Das zeigt eine Suche in Shodan (siehe Bilddatei). Während sich die meisten potenziell betroffenen Geräte wohl in Taiwan, Korea und China befinden, scheinen auch einige in den Vereinigten Staaten und Russland betroffen zu sein.

Einige dieser Geräte können direkt ins Internet gehen, während andere hinter Routern versteckt sein können. Dies macht sie jedoch nicht immun, da Router zu den verwundbarsten mit dem Internet verbundenen Geräten gehören, die laut Bitdefenders Forschung 59,45 Prozent der Top 10 der am meisten gefährdeten Geräte ausmachen. Dies bedeutet, dass die Anzahl der potenziell betroffenen Geräte deutlich höher sein könnte als die von Shodan geschätzten 40.000.

Sicher ist, dass nicht nur auf Android-basierte Smartphones betroffen sind - auch Smart TVs, DVRs und praktisch jedes andere Gerät, das ADB per WLAN aktiviert hat, könnte betroffen sein. Angesichts dieser Erkenntnisse wird deutlich, dass die Betreiber von Hide and Seek ihrer Malware ständig neue Funktionen hinzufügen, um so viele Geräte wie möglich zu "versklaven“.Gleichzeitig bleibt der wahre Zweck von Hide and Seek bislang unbekannt.

Weitere Informationen zu den aktuellen Erkenntnissen zu Hide and Seek finden sich auf dem Bitdefender Labs Blog unter https://labs.bitdefender.com/2018/09/hide-and-seek-iot-botnet-learns-new-tricks-uses-adb-over-internet-to-exploit-thousands-of-android-devices/
 

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