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Hacker TeamUntersuchungen von FireEye decken eine raffinierte Malware auf, die aktiv wird, noch bevor das Betriebssystem startet.

FireEye, Spezialist für den Schutz von Unternehmen vor bisher unbekannten Cyberangriffen, identifizierte im September eine neue finanziell motivierte Gruppierung von Cyberkriminellen - die sogenannte FIN1 -, die mittels raffinierter Malware auf Zahlungskartendaten abzielt. Die selten angewandte und schwer zu erkennende Technik, die auch als „Bootkit“ bezeichnet wird, startet noch bevor das Betriebssystem bootet. FireEye entdeckte die kriminellen Aktivitäten im Rahmen einer Untersuchung in einer Organisation aus der Finanztransaktionsbranche. 

Das besondere Merkmal der Malware, die Nemesis genannt wird, ist, dass sie untergeordnete Systemkomponenten infiziert, wodurch sie selbst sehr schwer zu erkennen und aufzudecken ist. Der Installationsort der Malware ist so gewählt, dass sie auch nach einem erneuten Installieren des Betriebssystems fortbesteht. Die Malware verbleibt auf dem Computer, sogar wenn der Nutzer die Festplatte löscht und das Betriebssystem neu aufsetzt.

Die Malware Nemesis ist ein Malware-Ökosystem, das umfassende Backdoors beinhaltet, die eine Vielzahl von Netzwerkprotokollen und Kommunikationskanälen für Command-and-Control (C2) bereithält. Nemesis bietet Angreifern zahlreiche Möglichkeiten wie Dateiübertragung, Bildschirmaufnahme, Keystroke logging, Prozessdurchdringung- und manipulation sowie Aufgabenplanung. Die FIN1-Gruppierung nutzt diese Malware, um Zugriff auf die Umgebung der IT-Systeme ihrer Opfer zu erhalten und die Daten von Karteneigentümern zu stehlen. Dabei wird die eingesetzte Malware während des Zugriffs kontinuierlich aktualisiert.

Weitere Nachforschungen von FireEye zeigten, dass FIN1 möglicherweise aus Russland operiert. Die Gruppierung ist für Datendiebstahl bereits bekannt und zielt auf Finanzdienstleistungsunternehmen wie Banken, Kreditgenossenschaften sowie Unternehmen aus dem Bereich der Finanztransaktionen und –geschäftsdienstleistungen.

„Die Verwendung von Malware, die außerhalb des Betriebssystems fortbestehen kann, erfordert einen anderen Ansatz zur Erkennung und Bekämpfung“, sagt Frank Kölmel, VP Central und Eastern Europe bei FireEye. „Die zahlreichen cyberkriminellen Gruppierungen, die wir beobachten, führen oft äußerst komplexe kriminelle Operationen durch, um ihre Ziele zu erreichen. Sie finden immer neue Wege, Netzwerke anzugreifen. Das richtige Verhalten bei Sicherheitsvorfällen und eine schnelle und professionelle Reaktion können jedoch dazu beitragen, die Schäden so gering wie möglich zu halten.“

Weitere Informationen zu FIN1 und den beobachteten Entwicklungen rund um die Malware Nemesis finden Sie im Blog von FireEye.

www.fireeye.de

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Chris Brennan

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