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"Wir glauben, dass wir uns mit dem `Internet der Dinge´ an der Schwelle zu einer neuen industriellen Revolution befinden, die ähnlich einschneidend sein wird wie diejenigen, die die Dampfmaschine oder das Fließband ausgelöst haben", sagte Stefan Koetz, Geschäftsführer der Ericsson GmbH, beim VATM-Tele-Kompass Berlin-Mitte zum Thema Industrie 4.0: 

"Das stellt hohe Anforderungen an uns - etwa die Datensicherheit -, eröffnet aber gerade der deutschen Wirtschaft mit einem innovativen, exportorientieren Mittelstand große Chancen, ihre Wettbewerbsposition zu verteidigen."

Funktionierender Wettbewerb beim Breitbandausbau nötig

Unverzichtbare Basis für eine Erfolgsstory der Digitalisierung in Deutschland ist aus Sicht des VATM ein funktionierender Wettbewerb beim Breitbandausbau. Das Argument der EU-Kommission, demzufolge ein Oligopol es besser richten würde, ist gerade vom Wissenschaftlichen Arbeitskreis für Regulierungsfragen (WAR) bei der Bundesnetzagentur deutlich widerlegt worden. Er warnt in seiner Stellungnahme zum Single-Market-Entwurf aus Brüssel eindringlich davor, ein bewährtes und erfolgreiches Wettbewerbsmodell zugunsten einiger weniger Incumbents in Europa abzuändern. So werden in Deutschland mehr als die Hälfte der Breitbandnetz-Investitionen von den Wettbewerbern der Deutschen Telekom getragen.

Dr. Ferdinand Pavel, Manager bei Gastgeber DIW econ, unterstrich die Rolle der Branche als Enabler und Treiber sowie die des Wettbewerbs: "Nach einer Studie des DIW im Auftrag des VATM betrug der gesamtwirtschaftliche Anteil am BIP-Wachstum in den letzten zehn Jahren, der auf die Nutzung von Breitbandinternet zurückgeführt werden kann, fast unglaubliche 41 Prozent." Die TK-Branche gehöre dementsprechend zu den Bereichen, die innerhalb der Volkswirtschaft die relativ höchsten Wertschöpfungsprozesse auslösen. "Es ist richtig und wichtig, weiterhin auf Wettbewerb zu setzen. Es darf hier von Seiten der Politik in Deutschland auf keinen Fall einen Kurswechsel in der Regulierung geben. Es muss alles vermieden werden, was die Diensteangebote auf den Netzen negativ beeinträchtigt. Hier muss sich die Politik auch gegenüber den Plänen aus Brüssel etwa bei den Zugangsmärkten ganz klar positionieren", forderte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner: "Wir brauchen weiter fairen Zugang zu den Netzen, damit sich die Dienste und ihre Angebote entwickeln können."

Mehr Chancen als Risiken

Brandaktuelle Zahlen zum Thema Industrie 4.0 präsentierte zudem Dr. Karl Lichtblau, Geschäftsführer der IW Köln Consult GmbH. Laut einer neuen Umfrage des Beratungsunternehmens sehen Unternehmen in Deutschland deutlich mehr Chancen als Risiken in der Industrie 4.0. Aber nur fünf Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen sich laut Dr. Lichtblau intensiv mit dem Thema. Dabei handelt es sich in erster Linie um größere Unternehmen. 40 Prozent der befragten Firmen, vor allem kleinere Unternehmen, haben sich hiermit bisher noch nicht auseinandergesetzt. "Hier besteht noch klar Nachholbedarf", so Dr. Lichtblau.

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner: "Der Mittelstand ist das Herz der deutschen Wirtschaft. Hier darf die Entwicklung nicht verschlafen werden. Dabei ist es wichtig, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Deutschland die enormen technologischen Entwicklungen richtig nutzen kann, um international eine Spitzenposition einzunehmen."

"Industrie 4.0 ist eine große Chance für Deutschland und daher schon heute als Zukunftsfeld ein wichtiger Teil unserer Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Wir wollen uns um die nationalen und internationalen Rahmenbedingungen kümmern, damit die Digitalisierung der Industrie zügig vorangehen kann, zum Beispiel Breitbandausbau, IT-Sicherheit oder MINT-orientierte Schul- und Berufsausbildung", sagte Nadine Schön, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion. Schön weiter: "Eine erfolgreiche Transformation unserer weltweit erfolgreichen Wirtschaft hin zu Industrie 4.0 kann jedoch nur funktionieren, wenn Industrie, insbesondere der Mittelstand, und innovative IT-Unternehmen und Forscherteams besser verknüpft werden."

Digitalisierung birgt große Potenziale

Einen weiteren Akzent setzte bei der Diskussionsrunde der Sprecher der AG Digitale Agenda der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Klingbeil. "Es ist wichtig, die Bereiche Start-up-Förderung, Verknüpfung von klassischer Industrie und Digitalisierung, Rückgewinnung technologischer Souveränität als Voraussetzung aller Entwicklungspotentiale, auch der Beschäftigungspotentiale, zu berücksichtigen."

Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen und Vertreter der Opposition in der Runde, sieht in der Digitalisierung große Potenziale, Produktionsprozesse zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten: "Diese nachhaltigen Unternehmensformen müssen stärker gefördert werden, auch und vor allem durch entsprechende Forschungsförderung. Die Gründungsbedingungen für Start-up-Unternehmen, die in der Digitalwirtschaft eine Katalysatorenrolle einnehmen, sollten verbessert werden."

www.vatm.de

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