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Open Source

Vor zehn Jahren waren IT-Verantwortliche in den Unternehmen nachdenklich: „Ist Linux bereit für den Unternehmenseinsatz?“ Doch schon damals war das die falsche Frage – oder zumindest eine rückwärtsgewandte.

Open-Source-Software hatte von Anfang an attraktive Eigenschaften: hohe Flexibilität, Unabhängigkeit, Anpassungsfähigkeit und Nutzerkontrolle. Und schnell wurden Anwendungen und Plattformen an die traditionellen Erwartungen der IT-Manager angepasst: vertikale Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit, Leistungsstärke und Funktionsvielfalt. Das althergebrachte ERP-System, obwohl immer noch ein wichtiger Bestandteil der konventionellen IT, verlor dabei zunehmend an Bedeutung: es steht heute für die Vergangenheit, nicht für die Zukunft.

Twitter, Netflix und Facebook betraten die Bühne. Cloud-Anbieter begannen, Computing on Demand anzubieten. Laptops, Smartphones und Tablets eroberten die Welt und das mobile Internet breitete sich explosionsartig aus. Online-Unternehmen wie Amazon erschütterten ganze Branchen.

Alle diese Unternehmen und noch viele weitere, die heute für die Geschäftsmodelle der Zukunft stehen, haben eines gemeinsam: Sie haben ihren Erfolg auf den Einsatz von Open Source gegründet.

Doch wie sieht es in den traditionellen technik-affinen Branchen aus – beispielsweise dem Finanzmarkt? Linux und Open-Source-Anwendungen treiben heute die Börsen und viele geschäftskritische Systeme in aller Welt an. Mit diesem Siegeszug wurde immer offensichtlicher, dass Open-Source-Software hervorragend zu allen Arten von komplexen IT-Infrastrukturen passt – sogar zu traditionellen und veralteten Systemen, die zunehmend vom Markt verschwinden.

So verwundert es nicht, dass laut einer Untersuchung des Marktforschers IDC 84 Prozent der globalen Unternehmen glauben, dass Open Source in den kommenden drei Jahren geschäftskritisch oder sehr wichtig für die Umsetzung ihrer IT-Strategie sein wird. Open-Source-Lösungen direkt vom Hersteller gelten ihnen daher als erste Wahl bei der Erneuerung ihrer IT-Infrastruktur.

Dieser Schritt umfasst Pflege und gegebenenfalls Modernisierung der zentralen IT-Architektur. IDC stellte darüber hinaus fest, dass bis zum Jahr 2020 noch 41 Prozent der Anwendungen auf traditionellen Infrastrukturen laufen werden. Kundendaten-Management, Aufzeichnungssysteme und zentrale Software bleiben nach wie vor geschäftskritisch und werden so lange als möglich weiterbetrieben. In diesem Umfeld dient Open-Source-Software häufig der Optimierung der zentralen IT-Infrastruktur, beispielsweise bei Betriebssystem, Virtualisierung und Middleware.

Bei der IT-Modernisierung geht es auch um neue Plattformen. Sie sind für künftige Arten von Anwendungen optimiert, die neuartige Services bereitstellen – beispielsweise standortbasierte Dienste auf Smartphones. Sie kommunizieren nicht mehr mit einer Legacy-Anwendung in einem traditionellen Rechenzentrum, sondern vielmehr mit einer Vielzahl kleinerer Dienste und Datenbanken, die miteinander vernetzt sind und sich automatisiert abstimmen. Genauso so passiert es zum Beispiel bei einer Carsharing-App, bei der diese Dienste die Bestellung speichern, das Fahrzeug reservieren, die Bezahlung entgegen nehmen und eine Rechnung zusenden.

Die Entwicklung geht ungebremst weiter: Container und ihre Management-Systeme, Machine Learning, vernetzte Services, moderne Systemüberwachung und vieles mehr ermöglichen immer neue Anwendungen. All das passiert auf Basis von Open-Source-Software. Sie ersetzt auf diese Weise immer öfter proprietäre Software. Kommerzielle Produkte, die das Open-Source-Entwicklungsmodell adaptiert haben, konnten sich auf ganzer Linie durchsetzen.

Doch der entscheidende Vorteil geht noch weit darüber hinaus. Open Source mit seinen standardisierten, offenen Schnittstellen schafft die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit und Vernetzung von Unternehmen – zum gegenseitigen Vorteil. Aus IT-Plattformen entstehen so ganze Ökosysteme, in denen sich Wert und Nutzen der spezifischen Technologien der einzelnen Teilnehmer vervielfältigen.

Open-Source-Software ist also inzwischen eine beständige Quelle für Innovationen. Man kann sich ihr heutzutage kaum noch entziehen. Wer es trotzdem versucht, wird feststellen, dass er schneller zurückfällt als ihm lieb ist.

Gordon HaffGordon Haff, Open Source Evangelist, Red Hat

www.redhat.com/de

 

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