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SAPDie Erwartungen der SAP-Kunden an ein künftiges ERP-System, das auch Digitalisierungsvorhaben unterstützen soll, sind hoch. Vor allem die Funktionalität ist hier ein wesentliches Entscheidungskriterium, speziell wenn es um den Einsatz von S/4HANA geht. 

Das hat eine Umfrage unter Mitgliedern der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergeben. Die Ergebnisse wurden auf dem 16. DSAG-Jahreskongress in Bremen vorgestellt. Außerdem: Wie stehen österreichische und Schweizer Anwender zu S/4HANA und warum ist der Schutz des geistigen Eigentums eine wichtige Voraussetzung für die digitale Transformation. Über 4.000 Teilnehmer werden sich zu diesen und weiteren Themen bei der dreitägigen Veranstaltung im Messe und Congress Centrum Bremen austauschen.

Die Funktionalität entscheidet über den Erfolg

Die digitale Transformation hält bei den Mitgliedsunternehmen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) Einzug. 15 Prozent der Befragten sind dabei, Projekte zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen aktiv umzusetzen. Fast jedes dritte Unternehmen evaluiert Themen wie Internet of Things und Industrie 4.0. Die andere Hälfte der Umfrage-Teilnehmer ist noch zurückhaltend und sieht derzeit noch keinen Bedarf. So das Ergebnis einer Befragung unter DSAG-Mitgliedsunternehmen im Sommer 2015. DSAG-Vorstandsvorsitzender Marco Lenck rechnet in den kommenden Monaten mit einem weiteren Schub zu diesem Thema: „In vielen Branchen kann es wettbewerbsentscheidend sein, Geschäftsmodelle an den Markt anzupassen. Daher gilt es, Geschäftsprozessanforderungen schnell, flexibel und möglichst einfach umzusetzen.“ Die Möglichkeiten kann und sollte SAP liefern, sowohl mit neuen als auch mit bestehenden Lösungen (Bild 1).

Digitale Transformation

Bild 1: Für die Hälfte der Befragten sind Digitale Transformation, Internet of Things und Industrie 4.0 noch kein Thema.

Neue Geschäftsmodelle erfordern neue oder erweiterte IT-Lösungen

Mit S/4HANA hat SAP sich aufgestellt, um Lösungsansätze für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen aufzuzeigen. Unter den DSAG-Mitgliedern zeigt sich aktuell noch ein zweigeteiltes Bild. 37 Prozent der Befragten fehlt der unternehmerische Mehrwert, 11 Prozent haben sich noch nicht mit S/4HANA beschäftigt. Dem gegenüber stehen 6 Prozent, die ein Projekt gestartet haben. 4 Prozent der Unternehmen haben Lizenzen erworben. Rund 42 Prozent sind gerade dabei, sich zu informieren (Bild 2).

S4 Hana

Bild 2: Gut Eindrittel der Befragten informiert sich bereits über S/4HANA.

Funktionalität ist der Schlüssel

Was DSAG-Mitglieder aktuell benötigen, um einen Einsatz von S/4HANA besser abwägen zu können, sind konkrete Informationen, welche Funktionen die Lösung abdeckt. Für 72 Prozent der Befragten ist dies das wichtigste Entscheidungskriterium. „Der Erfolg eines ERP für Kunden wird sich über die Funktionalität entscheiden. Sie ist der Schlüssel für Digitalisierungsvorhaben“, erläutert der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck ein wesentliches Ergebnis des Realitäts-Checks. „SAP stellt diese Informationen derzeit noch nicht ausreichend zur Verfügung.“ Weiterhin fehlen, laut DSAG-Umfrage, konkrete Aussagen zum Geschäftsnutzen, zum Lizenzmodell und Informationen zu den Voraussetzungen, wie Unternehmen auf S/4HANA migrieren können. Aus diesen Gründen ist eine gewisse Zurückhaltung und Skepsis unter den Mitgliedern zu spüren.

Absage an die Cloud als strategische ERP-Lösung

Eine ganz klare Vorstellung haben die Befragten allerdings von der klassischen SAP Business Suite als strategisches ERP-Rückgrat im Unternehmen. 70 Prozent bescheinigen ihr einen hohen, 22 Prozent einen mittleren Stellenwert. Ein im Unternehmen betriebenes S/4HANA ist für über ein Viertel strategisch relevant. Fast 37 Prozent sehen eine mittlere Bedeutung. Die Cloud-Lösungen fallen dagegen in den unteren einstelligen Bereich. „DSAG-Mitglieder haben großes Know-how im Bereich der Business Suite aufgebaut und vertrauen darauf, damit ihre Prozesse heute und in Zukunft effizient und möglichst vollständig abzubilden. Trotz innovativer Produkte muss die Zukunftssicherheit bei der Business Suite bestehen bleiben“, lautet die Forderung seitens der DSAG. Das bedeutet, auch bestehende SAP-Produkte müssen Digitalisierungsstrategien der Unternehmen unterstützen und sich dahingehend erweitern lassen bzw. weiterentwickelt werden (Bild 3).

Strategische Relevanz

Bild 3: Für gut 70 % der Befragten besitzt die klassische SAP Business Suite die höchste strategische Relevanz.

Blick in die Schweiz

In der Schweiz wird S/4HANA ein zunehmend wichtigeres Thema. Die Zahl der Unternehmen, die sich bereits intensiv mit S/4HANA auseinandersetzen, ist mitt-lerweile deutlich höher als die Zahl derer, die bislang noch keinen Mehrwert für sich erkennen können. Ebenso wird die strategische Relevanz von SAP-Lösungen wie SAP HANA On-Premise, SAP HANA On-Demand oder auch der HANA Cloud-Plattform von den Schweizer Unternehmen deutlich höher eingeschätzt als in der gesamten Mitgliederbasis. Dazu Christian Zumbach, DSAG-Vorstand für die Schweiz: „Das bestätigt einen Trend, der sich bereits über die letzten Jahre abge-zeichnet hat, dass in der Schweiz IT-Innovationen schneller akzeptiert und ange-nommen werden als in Deutschland oder Österreich.“

Blick nach Österreich

Unter den österreichischen DSAG-Mitgliedern genießt SAP HANA nach Einschät-zung von Wolfgang Honold im Vergleich zur DACH-Region aktuell ebenfalls einen höheren Stellenwert. „Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei aller Innovation z. B. die Weiterentwicklung der SAP-Lösung für das Personalwe-sen innerhalb von SAP ERP bzw. S/4HANA für die österreichischen Unternehmen von essenzieller Bedeutung ist“, so der DSAG-Vorstand für Österreich. Eine Ablö-sung von SAP Human Capital Management durch SuccessFactors wäre nur dann vorstellbar, wenn die reibungslose Integration gewährleistet und die landesspezifi-schen Anforderungen in der Lohnabrechnung umgesetzt sind.

Schutz des geistigen Eigentums: Guter Weg

Was die digitale Transformation in den Unternehmen aktuell hemmen könnte, sind Aktivitäten im Zuge der staatlichen Terrorabwehr. Sie könnten den Weg für Wirt-schaftsspionage bereiten. Die Frage stellt sich heute, wo die Daten liegen und wer darauf zugreifen kann. Dazu Marco Lenck: „Nach wie vor fordern wir einen Schutz des geistigen Eigentums gerade für digitale Prozesse.“ Mit dem neuen EU-Access service from SAP trägt SAP dazu bei, dass die Daten, die sich in SAP-Rechenzentren in Europa befinden, ausschließlich in Europa verfügbar sind. Es funktioniert wie eine interne Firewall bei SAP. Daten können außerhalb Europas nicht ausgelesen werden. „Das ist ein guter Erfolg, den wir hier als DSAG erzielt haben. Für das eine oder andere Unternehmen kann dies den Weg in die Cloud ebnen“, verdeutlicht Marco Lenck. Nichtsdestotrotz: „Ohne klare Regelungen wird eine fortschreitende ´Erosion des Vertrauens` verhindern, dass sich digitale Pro-zesse in den Firmen etablieren können. Hier müssen Politik, Hersteller und Unter-nehmen an einem Strang ziehen“, so der abschließende Kommentar von Marco Lenck.

Erhebungsgrundlage DSAG-Studie

Die Umfrage wurde im Sommer 2015 durchgeführt. Befragt wurden IT-Leiterinnen und IT-Leiter sowie Unternehmensvertreter aus DSAG-Mitgliedsunternehmen. Insgesamt haben 357 Anwenderunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus sämtlichen Branchen und Unternehmensgrößen teilgenommen. Pro Mitgliedsunternehmen wurde eine Person befragt.

Über den DSAG-Jahreskongress

Über 4.000 Besucher nehmen an der dreitägigen Veranstaltung der Deutschspra-chigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) im Messe und Congress Centrum Bremen teil. Acht Keynotes, über 275 Vorträge in 52 Themensitzungen und 175 Partner auf einer Ausstellungsfläche von fast 15.000 Quadratmetern bilden den Rahmen für das größte Anwendertreffen in Europa.

www.kongress.dsag.de

 

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