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Payment  OnlineAngesichts der ständigen Zunahme von neuen Bezahlmöglichkeiten im Handel, fragen sich die Webshop-Betreiber verstärkt, ob eine neue Bezahlmöglichkeit für sie relevant ist und ob sie diese integrieren sollen. Schließlich ist jede Integration mit Aufwand und Kosten verbunden.

Und dies oft ohne wissen zu können, ob sich die Integration im Markt auch bewährt und vom Konsumenten angenommen wird. Auch wenn es immer wieder neue Akteure gibt, die im Payment-Markt mitmischen (wollen), hat es sich in der Vergangenheit für Online-Händler bewährt mit ruhiger Hand zu agieren. Als Beispiel seien Paydirekt, Yapital, Amazon Payment und Co. genannt. Die Erwartungen an solche „Neulinge“ sind bzw. waren oft sehr hoch. Die Beispiele Paydirekt und Yapital zeigen jedoch, dass nicht jedes Verfahren, das eigentlich gut durchdacht ist und gute Startvoraussetzungen hat, sich letztendlich wirklich behaupten kann. Als diese beiden Payment-Anbieter in den Markt eintraten, war oftmals zu hören, dass sie dem Platzhirsch PayPal Konkurrenz machen und damit Schwung in den deutschen Payment-Markt kommen würde.

Dies war nicht unrealistisch und auch nachvollziehbar, denn mit Yapital von der Otto Group und Paydirekt, einem Online-Bezahlverfahren deutscher Banken und Sparkassen, traten mächti- ge Player in den Markt ein. Geblieben ist, dass Yapital im November 2015 den Rückzug antrat und Paydirekt nach wie vor nahezu keinerlei Marktrelevanz hat. Dabei waren deren Probleme meisthausgemacht. Doch darum soll es in diesem Artikel nicht gehen. Es ist auch kein Trost, dass sich sogar Amazon, schwer damit tut, seinen Payment-Dienst im Markt zu etablieren. Betrachtet man die aktuell von Kunden genutzten und von Online-Händlern angebotenen Zahlarten zeigt sich, dass sich in den letzten Jahren hinsichtlich Marktakzeptanz wenig getan hat. Keines der diversen neuen Zahlungsverfahren konnten sich in den letzten Jahren etablieren.

Alles bleibt beim alten?

In der von Concardis und ibi research regelmäßig durchgeführten Erhebung „Payment Barometer“1 wird festgestellt, dass bei den am häufigsten angebotenen Zahlarten immer noch die üblichen Verdächtigen auf den vorderen Plätzen liegen: Vorkasse-Zahlung per Überweisung, PayPal, Kreditkarte und die Rechnung. Interessanter als die reine Betrachtung der zur Verfügung gestellten Zahlungsverfahren ist dabei die Frage nach deren Bedeutung für die Händler. Hier liegen die Rechnung und PayPal gleichauf an der Spitze, gefolgt von der Kreditkarte. Die Untersuchung wagt auch einen Blick in die nahe Zukunft. Darin sehen die befragten Händler in den nächsten fünf Jahren insbesondere PayPal (87 Prozent) und Kreditkarte (je 55 Prozent mit und ohne 3-D Secure) als für sie relevant. 

Bewegung durch Regulierung

Durch die in Kraft getretene MIF-Regulierung2 sollten Zahlungen per Kreditkarte für Händler nämlich deutlich attraktiver werden, vorausgesetzt, die Vertragskonstellation mit dem Acquirer bzw. dem PSP lässt dies kurzfristig zu. Erste positive Folgen für Verbraucher sind daran zu erkennen, dass große Ketten wie Media-Saturn, Aldi, Lidl oder Kaufland jetzt ebenfalls Kreditkarten als Zahlungsmit- tel akzeptieren. In der Konsequenz erwarten viele Experten dadurch eine noch stärkere Verbreitung und Nutzung der Kreditkarten. Es ist ebenfalls zu erwarten, dass sich die vergünstigten Kreditkartenkonditionen auch auf die Preismodelle anderer Zahlungsverfahren auswirken. Die Gebühren für PayPal-Transaktionen und andere kartenbasierte Zahlungsverfahren sollten in der Konsequenz für Händler eigentlich sinken und somit auch diese Zahlverfahren aus Handelssicht entsprechend attraktiver machen. Welche sonstigen Folgen dies für Zahlungsverfahren wie bspw. die SOFORT Überweisung hat, ist noch nicht absehbar.

Paypal trotzt dem gesteigerten Wettbewerb

Händler dürfen nicht nur auf die Zukunft achten, sondern müssen auch auf die aktuelle Marktsituation reagieren. Hier sollten sie sich vor allem am Kundenverhalten orientieren. Über das ERP-System von plentymarkets3 werden jährlich etliche MillioneZahlungstransaktionen abgewickelt. Für einen Vergleich wurden davon 6,3 Mio. Webshop-Bestellungen analysiert und ermittelt mit welcher Zahlungsart die Transaktionen stattfanden. Diese aktuelle Auswertung zeigt, dass PayPal seinen Spitzenplatz im ersten Quartal 2016 eindrucksvoll behaupten konnte. Der ame- rikanische Payment-Pionier konnte seinen um 12,5 Prozent auf nun 40,7 Prozent steigern. Vier von zehn Online-Bestellungen bei plentymarkets werden also über PayPal abgewickelt. Auch der, vor allem bei Konsumen- ten, beliebte Rechnungskauf konnte deutlich, auf jetzt 18,1 Prozent, zulege und hat damit schon fast die Vorkasse abgelöst. Deren hoher Marktanteil resultiert noch aus Zeiten, als im Internet mangels Alternativen vor allem mit Vorkasse, Kreditkarte und Lastschrift bezahlt wurde. Diese für Händler in Wirklichkeit sehr aufwendige Zahlmethode verlor in den letzten zwölf Mona- ten jedoch deutlich an Bedeutung.

Insgesamt wurden für diese Studie über 130 Zahlungsarten ermittelt und anschließend verschiedene Zahlungsdienstleister in einer Zahlart zusammengeführt. So wurden unter Rechnung, neben dem normalen Kauf auf Rechnung, auch die Umsätze von billsafe, Klarna, Paymorrow etc. jeweils mit der Auswahl „Rechnung“ zusammengefasst. Neben dem starken Anstieg von PayPal und die deutliche Abnahme von Vorkasse, überrascht der geringe Zu- wachs bei der Kreditkartenzahlung und dass Amazon Payment von den Händlern scheinbar noch weitestgehend abgelehnt wird. 

Es bleibt spannend

Man kann davon ausgehen, dass die Konsumenten weiterhin nach den Aspekten Sicherheit und Bequemlichkeit bezahlen möchten. Und hier hat PayPal, Dank seiner großen Verbreitung und des Käuferschutzes, auch weiterhin erst einmal die besten Karten. Rechnungskauf war schon immer des Käufers Liebling, wird jedoch nicht von allen Händlern angeboten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Kreditkarte als Online-Zahlweise entwickelt nachdem die Gebühren für Händler nun deutlich gesunken sind. Interessant wird auch, wie andere Payment-Anbieter darauf reagieren werden.

Besonders spannend wird jedoch werden, wie sich die GAFA-Unternehmen (Google, Apple, Facebook und Amazon) im Payment-Markt entwickeln werden. Diese arbeiten alle an eigenen Payment-Lösungen bzw. bieten diese bereits an. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie schwer es ist, neue Bezahlverfahren im Markt zu positionieren. Keines der bisherigen Neulinge verfügte jedoch über die Marktmacht, Reichweite und die beinahe unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten dieser vier genannten Unternehmen.

Autor: Jahn Griesel, Founder CEO der plentymarkets GmbH

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