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Mitarbeiter Monitor

Unternehmen aller Branchen stehen unter Druck, schneller und intelligenter als je zuvor zu agieren, um den sich ändernden wirtschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Das bedeutet, dass Unternehmen, um mit den Entwicklungen Schritt zu halten, neue Wege der Entscheidungsfindung beschreiten müssen.

Die Studie „Die neuen Entscheider“ der Harvard Business Review zeigt, dass 87 Prozent der befragten Unternehmen einen klaren Zusammenhang zwischen der Fähigkeit der Mitarbeiter an der vordersten Front datengestützte Entscheidungen zu treffen, und dem Unternehmenserfolg herstellen. 

Dass die Datennutzung Unternehmen im Wettbewerb und hinsichtlich des eigenen Wachstums hilft, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Doch sind es meistens Datenwissenschaftler und -analysten, die Zugang zu den Unternehmensdaten haben und mit ihnen interagieren, nicht aber die normalen Mitarbeiter.

Dabei stimmten die in der Studie befragten Führungskräfte fast einstimmig darin überein, dass sowohl Arbeitsqualität als auch Produktivität steigen, wenn den Mitarbeitern mehr datengestützte Erkenntnisse zur Verfügung stünden.  Trotzdem haben nur sieben Prozent der Organisationen ihre Mitarbeiter mit den entsprechenden Tools und Ressourcen ausstatten, die zur Förderung von Entscheidungsfindung und Autonomie erforderlich sind. 

Was läuft hier schief? 

Technologie ist das kleinere Problem

Es ist weniger die Technologie, die den Unternehmen hier Schwierigkeiten bereitet. In den letzten Jahren hat „Augmented Analytics“ die Benutzerfreundlichkeit von BI-Anwendungen drastisch verbessert. Technologien wie Chatbots können ferner dazu beitragen, Dateninformationen über Messaging-Plattformen wie Slack oder Teams auf Desktop- und Mobilgeräte zu übertragen. 

Die größten Hindernisse sind hier eher kultur- und prozessbedingt. Fehlende Change-Management- und Adoptionsprozesse, Mangel an Kompetenzen im Umgang mit den Daten und unwissende Vorgesetzte wurden in der Studie genannt. 

Ein Grundproblem ist oft, dass Führungskräfte die Nutzung von Daten nur Datenexperten vorbehalten. Für eine echte digitale Transformation müssen aber alle Mitarbeiter Zugang zu den Daten haben. Wie es in der Praxis aussehen kann, wenn mehr Mitarbeiter Zugang zu Daten bekommen, zeigt folgendes Beispiel.

Praxisbeispiel: Insure the Box

Mike Brockman, ehemaliger CEO von Insure the Box, eine britische Versicherungsgesellschaft die nutzungsbasierte KFZ-Versicherungen bietet, schätzte seine Datenspezialisten und deren Fähigkeiten durchaus. Aber ihm war auch klar, dass diese in vielen Fällen nicht über das benötigte Geschäftsverständnis verfügten, um die richtigen datenbezogenen Fragen zu stellen. Bei Insure the Box waren es die Mitarbeiter in den Fachabteilungen, die über Erfahrung und Fachkenntnisse verfügten, Informationen strategisch zu betrachten. Allerdings hatten diese Mitarbeiter nicht die Zeit und das Wissen, neue komplexe Software zu erlernen. Daher waren sie auf die von den Datenspezialisten erstellten Berichte angewiesen. Diese Kluft hinterließ bei Mike Brockman ein unzufriedenes Gefühl, weil die Mitarbeiter, die die Daten benötigten, nicht in der Lage waren, sie effektiv abzufragen.

Im Fall von Insure the Box handelt es sich um enorme Datenmengen: Die nutzungsabhängige KFZ-Versicherung stützt sich auf dafür in den Autos installierten Telematikgeräte. Alle fünf Sekunden werden Informationen über die Fahrweise erfasst, was dem Versicherer ermöglicht, die Prämien auf die individuellen Fahrprofile zuzuschneiden. In den ersten neun Jahren sammelte Insure the Box Fahrdaten von über fünf Milliarden zurückgelegten Kilometern.

Um von diesen Daten besser profitieren zu können, wollte Insure the Box, dass jeder Mitarbeiter in der Lage ist, datenbezogene Fragen zu beantworten, Einblicke zu gewinnen und Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Doch obwohl das Unternehmen bereits in Business Intelligenz- und Analyse-Produkte investiert hatte — man nutzte unter anderen ein Data Warehouse von IBM Netezza, Datenvisualisierungssoftware von Tableau und SQL-Datenbank-Tools — wurde dieses Ziel nicht erreicht. Die Trennung zwischen Geschäftsanwendern und Datenspezialisten blieb weiterhin bestehen.

Die Komplexität, Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen, führte dazu, dass sich die Mitarbeiter bei der Erstellung benutzerdefinierter Berichte auf drei Vollzeit-Datenexperten verließen. Wie in vielen Unternehmen hatten beide Gruppen Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse effektiv miteinander zu kommunizieren. Das führte zu massiven Rückständen bei der Erstellung von Berichten.

Um dieses Problem zu lösen, evaluierte Insure the Box Augmented Analytics-Lösungen, die einfach zu bedienen sind, sich an das Volumen ihrer Daten anpassen lassen und schnell Antworten liefern würden. Das Unternehmen entschied sich für ein suchbasiertes Analysetool, dass es den Benutzern ermöglicht, Fragen in einfacher Sprache zu stellen und die Antworten in einer visuell intuitiven Umgebung zu erhalten. 

Mit der neuen Lösung sind die Datenspezialisten nun für die Erstellung von Data Marts mit den für den jeweiligen Geschäftsbereich relevanten KPIs zuständig. Sie müssen nicht mehr Reports erstellen und optimieren. Die Mitarbeiter in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Kundensupport und Finanzen können nun die KPIs selbstständig analysieren.  Das Preisgestaltungsteam von Insure the Box ist jetzt beispielsweise in der Lage, die Konversionsraten nach Kanal und Angebot zu analysieren, um Top-Performer zu identifizieren. 

Kundendienstmitarbeiter nutzen das Tool, um Anfragen zu der von ihnen gezahlten Prämie zu beantworten. Solche Fragen tauchen oft auf, weil die Kunden von Insure the Box Anreize erhalten, wenn sie zu sichereren Zeiten oder auf verantwortungsvollere Weise fahren. Möchte ein Kunde wissen, ob er oder sie für diese Prämien qualifiziert sind, können die Mitarbeiter schnell die spezifischen Daten analysieren, und den Anspruch validieren. Dadurch wird die gesamte Kundenbeziehung viel transparenter.

Durch die Ausrüstung der Mitarbeiter mit Augmented Analytics verfügt Insure the Box nun über rund 100 Mitarbeiter im gesamten Unternehmen, die die Leistung ihrer Programme genau messen und schnell datengestützte Entscheidungen treffen können. Das Warten darauf, dass drei Datenspezialisten entsprechende Berichte erstellt haben, gehört der Vergangenheit an.

Führungskräfte spielen eine Schlüsselfunktion

Es ist keine Überraschung, dass der CEO von Insure the Box stark in die Initiative zur Befähigung aller Mitarbeiter, datengestütze Entscheidungen zu treffen, involviert war. In der HBR-Studie heißt es, dass die Führungskräfte hier eine Schlüsselfunktion spielen.  Wie die Studie und das Beispiel von Insure the Box zeigen, zahlt es sich aus, wenn Führungskräfte den Mitarbeitern an vorderster Front ermöglichen mit den richtigen Werkzeugen datengesteuerte Entscheidungen zu treffen. Hochwertige Dateneinblicke in Verbindung mit menschlicher Intelligenz, Erfahrung und Einfühlungsvermögen führen sowohl kurz- als auch langfristig zu besseren Geschäftsergebnissen.

Spencer Tuttle, VP EMEA bei ThoughtSpot, www.thoughtspot.com/


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