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Storage

Selbst Storage-Hersteller, die HDD noch lange nicht auf dem Abstellgleich sehen, kommen an Flash nicht vorbei. Worin sich der Markt einig ist, die NVMe-Technologie wird bei Flash-Storage zum Standard.

Deswegen bauen unter anderem Dell, Fujitsu, Lenovo und Netapp ihr Flash-Portfolio zügig um NVMe-Unterstützung aus. Anbieter wie Pure sind hier schon weiter und rücken nun auch im Mittelstand stärker ins Blickfeld.

Der Markt für Enterprise-Storage lebt derzeit vor allem von Produkten im mittleren Leistungs- und Kapazitätsbereich. Bei Einstiegsystemen stagniert der Markt, der Umsatz mit Highend–Systemen geht sogar etwas zurück. Das ist aller Voraussicht nach jedoch nur eine vorübergehende Entwicklung. Zwar hat IDC seine zunächst recht optimistischen Prognosen für 2021 inzwischen nach unten korrigiert, aber die Analysten gehen weiterhin fest davon aus, dass sich der Markt nach dem Ende der Pandemie (hoffentlich 2022) erholt und anschließend bis mindestens 2024 ein stetiges Wachstum verzeichnen kann.

Lucas Mearian, Research Analyst Infrastructure Systems, Platforms and Technologies Group bei IDC, wagt die Vorhersage: »Die Adaption von Hybrid-Cloud und hyperkonvergenter Infrastruktur wird letztendlich auch dem Umsatz mit Software-defined Storage zugutekommen und den Lieferanten Möglichkeiten bieten, da sich Unternehmen im Zuge ihrer Digitalisierungsbemühungen von herkömmlichen Array-basierten Speichersystemen und deren Software abwenden«.

Musik spielt im Midmarket

2021 allerdings erwartet Mearian vor allem bei externen Speichersystemen einen »erheblichen Umsatzrückgang«, weil Unternehmen bestehende Systeme und Software weiterhin nutzen, um ihre Ausgaben gering zu halten. Am besten sieht es im traditionell größten, allerdings vage definierten, Bereich »Midmarket« aus. Die Nachfrage scheint hier nicht nur durch größere Datenmengen, sondern auch durch einen Modernisierungsschub bedingt zu sein. Der Anteil der rein HDD-basierenden Systeme geht bei den Neuanschaffungen stark zurück, Hybrid-Flash-Arrays stagnieren im günstigsten Fall, All-Flash-Arrays (AFA) legen dagegen deutlich zu.

Daher ruhen aller Augen auf diesem dynamischen, jüngeren Marktsegment. Das lässt jedoch leicht den falschen Eindruck aufkommen, der Rest sei unbedeutend. Früheren IDC-Prognosen zufolge entfällt jedoch erst 2023 jeweils etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes auf All-Flash-Arrays einerseits und Hybrid-Flash-Arrays sowie komplett mit HDDs ausgestattete Systeme andererseits. Die sind damit also lange noch nicht »tot«. Allerdings verschieben sich die Schwerpunkte im Markt.

 

 

Preisentwicklung bei Speichermedien

Dazu trägt auch die Preisentwicklung bei den Speichermedien bei. Bereits vor anderthalb Jahren war in den USA der Trend zu beobachten, dass Unternehmen auch im Nearline-Storage-Bereich SSD statt HDD bevorzugen. Nach Ansicht von Sven Nimmich, Storage Evangelist bei der Lenovo Data Center Group, ist das inzwischen auch in Deutschland der Fall.

Stefan Roth, Category Manager Datacentre Central Europe bei Fujitsu, hatte Unternehmen im Interview mit speicherguide.de sogar schon im Sommer 2019 davon abgeraten, weiterhin 10k- und 15k-Festplatten zu kaufen.

Laut den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen einer von der Enterprise Strategy Group (ESG) im Auftrag von Scality durchgeführten Umfrage, setzen 95 Prozent der Unternehmen Flash-Speicher bereits zumindest für einen Teil ihrer Objektspeicher ein. 23 Prozent sagten sogar, dass sie bereits über eine reine Flash-Objektspeicher-Lösung verfügen. Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben, dem Bericht zufolge, neue Flash-Medien mit hoher Dichte und geringeren Kosten – vor allem QLC-Flash. Paul Speciale, Chief Product Officer von Scality, vertritt die Ansicht, dass sich die aktuelle Entwicklung von Flash für Objektspeicher mit der von Flash-Medien bei All-Flash Arrays vergleichen lasse.

»Flash ist der Nische entwachsen«

»Aufgrund der sinkenden Kosten, wird Flash auch zum Standardmedium für die Objektspeicherung«, glaubt Speciale. Und Markus Grau, Principal System Engineer bei Pure Storage fügt hinzu: »Flash ist schon lange seiner ursprünglichen Nische entwachsen. Ich würde sagen, dass die Vision vom All-Flash-Datacenter zunehmend real wird.«

Ähnlich äußert sich Christian Winterfeldt, Director Sales Modern Data Center, bei Dell Technologies: »All-Flash ist inzwischen der Standard im Primärspeicherbereich. Durch die Datenreduktion der Speichersysteme ist die drehende Platte in die Nische der Archive verdrängt worden.« Auch Lenovo-Manager Nimmich sieht die Stärken von Flash vor allem im Zusammenhang mit Datenreduktionstechniken (Dedup und Kompression), da bei deren Nutzung »keine spürbaren Perfomance-Einbrüche« mehr zu befürchten seien.

Nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte beim NVM-Express-Protokoll NVMe und dessen Erweiterungen – etwa NVMe-over-Fabrics – gleichen sich die Kosten für All-Flash-Speicher allmählich denen Disk-Systeme an. Da sie gleichzeitig mehr Leistung, geringeren Stromverbrauch und eine vergleichbare Skalierbarkeit versprechen, fällt Firmen die Entscheidung dafür immer leichter. Erste Projekte deutscher Firmen belegen diese Einschätzung.

Warten auf NVMe

Einen Haken gibt es allerdings noch: »Die Protokolle, die eine noch effizientere Nutzung der Speichertechnologie möglich machen, besonders NVMe, sind erst teilweise implementiert«, gibt Dell-Manager Winterfeldt zu bedenken. »Das Hauptaugenmerk vieler Kunden liegt deshalb auf NVMe, wobei sich das gesamte Potenzial dieser Technologie erst dann erschließen lässt, wenn der komplette Stack in der Lage ist, auf dieser Ebene zu kommunizieren.«

Hersteller wie Dell, Fujitsu, Lenovo und NetApp bauen daher ihr Flash-Portfolio zügig aus. Anbieter wie Pure Storage, die ausschließlich darauf setzen, rücken auch im Mittelstand stärker ins Blickfeld. Gleichzeitig ist aber auch interessant zu sehen, wo Firmen wie Infinidat, die HDD noch lange nicht auf dem Abstellgleis sehen, sich positionieren und welche Vorteile sie Kunden bieten. Im Folgenden gibt speicherguide.de einen Überblick über das aktuelle Portfolio und die Positionierung der einzelnen Firmen.

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

www.speicherguide.de

 


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