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MythsMainframes stehen nicht im besten Ruf. Der Otto Normalverbraucher assoziiert sie zuweilen mit gewissenlosen Künstlichen Intelligenzen, die die Menschheit entweder ausbeuten oder auslöschen wollen – wie etwa in den „Terminator“- oder „Matrix“-Trilogien.

Im besten Fall denkt er an den Supercomputer „Deep Thought“ aus dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“, der sieben Millionen Jahre über der Frage nach dem Sinn des Lebens brütet und sie schließlich mit „42“ beantwortet. Auch die IT-Welt hält nicht mehr viel von Großrechnern. Im Cloud-Zeitalter gelten sie als veraltete und überflüssige Technologie. Nach über zwanzig Jahren in der Mainframe-Branche kann ich über solche Assoziationen, Irrtümer und Mythen nur müde lächeln. Es scheint an der Zeit, mit einigen von ihnen aufzuräumen.

Mythos 1: Der Mainframe ist tot oder liegt im Sterben

Nutzer von Mobilgeräten führen im Schnitt 37 Transaktionen pro Tag durch, 91 Prozent ihrer Apps interagieren dabei mit einem Mainframe. Bei so gut wie jeder Kreditkartenzahlung, jedem Versandauftrag und jeder Flugticket-Reservierung kommt es zu einer oder mehreren Interaktionen mit einem Mainframe. Und das sind nur einige der Anwendungsfälle. Von einem Aussterben kann also keine Rede sein.

Mythos 2: Wer seinen Mainframe durch eine Cloud- oder Cluster-Lösung ersetzt, spart Geld

Unternehmen, die im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie vor allem auf Mainframes setzen, sind in 18 von 19 Branchen gegenüber Unternehmen im Vorteil, die Commodity-Lösungen bevorzugen – zumindest wenn man den Umsatz und die Investitionen in die IT-Infrastruktur ins Verhältnis setzt. Das zeigt: Mainframes können effizient arbeiten, in vielen Fällen sogar effizienter als die Cloud. Doch eins bleibt zu beachten: Die Cloud ist ein hoch vernetztes und dynamisches Tool, das neue Herausforderungen an das Enterprise Management stellt; Und diese wollen erst beherrscht werden.

Mythos 3: Der Mainframe ist keine moderne Technologie

Eines vorweg: Viele der heute allgegenwärtigen Technologien, wie z.B. Virtualisierung, wurden bereits vor Jahrzehnten erfunden – auf dem Mainframe – und sind auch heute noch integraler Bestandteil der Betriebsumgebung. So entwickelt beispielsweise IBM seine Mainframes nach wie vor weiter: Drei neue Generationen befinden sich in Produktion und die Fortschritte sind immens: Jede Generation kann Daten schneller verarbeiten als die vorangegangene. Zwar sind die diesbezüglichen Anforderungen digitaler Anwendungen gewachsen, der Mainframe aber kann mithalten. Moderne Systeme sind voll vernetzt, laufen mit Linux und unterstützen Java-Anwendungen. Sie verarbeiten bis zu 2,5 Milliarden Transaktionen pro Tag, ermöglichen Echtzeit-Verschlüsselung aller Verbindungen und Realtime-Analytics. Unternehmen können Betrugsversuche somit bereits erkennen, wenn sie noch im Gange sind. Der Mainframe erfüllt also alle Anforderungen an eine moderne Transaktionsverarbeitung.

Mythos 4: Der Mainframe ist nicht „sexy“ genug, um im digitalen Zeitalter zu überleben

Viele Menschen bilden sich ein, die Datenverarbeitung auf einem Mainframe sei altbacken, kompliziert und ineffizient. Manche zeigen sich geradezu verwundert, dass Eingaben nicht über ein Schwarzweiß-Terminal erfolgen. In Wirklichkeit aber können Administratoren den Mainframe mittlerweile sogar über ihr Smartphone steuern. Grafische Interfaces und automatisierte Prozesse tun ihr Übriges – Mainframes sind heute ähnlich benutzerfreundlich wie andere Systeme. Dementsprechend besteht auch eine hohe Nachfrage nach Schulungen und Unterricht. Allein in Nordamerika bieten mehr als hundert Colleges und Universitäten spezielle Kurse an, in denen der Umgang mit Mainframes vermittelt wird.

Mythos 5: Mainframes sind nicht Teil der Cloud und können nicht für Big Data eingesetzt werden

Cloud Computing, was bedeutet das eigentlich? Man versteht darunter die bedarfsorientierte, dynamische Bereitstellung von Rechenleistung zur Lösung einer Business-Aufgabe. Voraussetzung ist die Vernetzung der beteiligten Systeme. Da Mainframes heute voll vernetzt sind, sind sie auch ohne weiteres in der Lage, in einem Cloud-Umfeld zu operieren. Unternehmen, die einen Mainframe einsetzen, speichern im Schnitt 70 bis 80 Prozent ihrer Unternehmensdaten darauf. Dieser Umstand und die in Mainframe-Systemen vorhandene Rechenleistung erleichtern es ganz erheblich, große Datenmengen zu analysieren, zum Beispiel auch aus dem Internet der Dinge (IoT). Aus diesen Gründen werden Mainframe-Systeme beinahe zwangsläufig in Big-Data-Strategien eingebunden.

Mythos 6: Die Anwendungsentwicklung für Mainframes ist zum Stillstand gekommen

In einer aktuellen Umfrage gaben 93 Prozent der befragten Mainframe-Nutzer an, dass Java in der Anwendungsentwicklung eine wachsende Rolle spielt. Der Aufstieg Javas zur bevorzugten Programmiersprache zeigt, dass Anwendungen sich weiterentwickeln. 83 Prozent der Befragten glauben übrigens auch, dass die Leistungsfähigkeit der Großrechner sich zukünftig weiter erhöhen wird. Und 90 Prozent gehen davon aus, dass Mainframes auch in Zukunft eine unverzichtbare Plattform sein werden.

Mythos 7: Neue digitale Services verzichten auf den Mainframe

Wie bereits angeklungen ist, spielen Mainframes in zahlreichen Bereichen der digitalen Wirtschaft weiterhin eine wichtige Rolle. Aus dem Banken- und Kreditwesen, aus dem Aktienhandel, aus der Versicherungswirtschaft, aus der Logistik und aus vielen anderen Industrien sind Mainframes schlicht nicht wegzudenken. Schätzungen zufolge werden Nutzer von Mobilgeräten im Jahr 2017 durchschnittlich 50 Transaktionen pro Tag ausführen und dabei 300 bis 5.000 Interaktionen mit Mainframes hervorrufen. Eine digitale Welt ohne Mainframe-Services ist schlicht nicht vorstellbar.

Lang lebe der Mainframe

An den Fakten hat sich innerhalb der letzten zwanzig Jahre wenig verändert – und auch wenn wir zehn Jahre in die Zukunft denken, scheint das Ende der Mainframes längst nicht in Sicht. Für rechenintensive Workloads bieten sie nach wie vor die verlässlichste Plattform. Wenn Sie also das nächste Mal das Wort „Mainframe“ hören, denken Sie bitte nicht an Technik-Schauergeschichten aus Hollywood oder an eine antiquierte Technologie. Denken Sie lieber an die vielfältigen Einsatzgebiete, die Mainframes noch immer haben, und an das immense Potenzial, das in den Großrechnern steckt. Richtig eingesetzt ist er ein unverzichtbares Element einer Digital Enterprise Management Strategie, die die besten Technologien bündelt. Damit bleibt der Mainframe ein wichtiges Werkzeug um agil und dennoch ökonomisch sinnvoll digitale Services bereitzustellen und den Geschäftserfolg auch zukünftig zu sichern.

Peter Schroff, Principal Value Engineer bei BMC Software

www.bmcsoftware.de
 

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