Anzeige

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

Bitkom | Digital Health Conference
26.11.19 - 26.11.19
In dbb Forum Berlin

IT & Information Security
26.11.19 - 27.11.19
In Titanic Chaussee Hotel, Berlin

Integriertes IT Demand und Portfolio Management
02.12.19 - 04.12.19
In Sofitel Berlin Kurfürstendamm, Germany

IT-Tage 2019
09.12.19 - 12.12.19
In Frankfurt

eoSearchSummit
06.02.20 - 06.02.20
In Würzburg, Congress Centrum

Anzeige

Anzeige

Zwei IT-Ingenieure im Rechenzentrum

Großrechner, sogenannte Mainframes, sind aus dem Finanz- und Bankenwesen kaum wegzudenken. Denn sie haben über die Jahre hinweg wichtige Funktionen übernommen. Dennoch überlegen immer mehr Banken, wie sie Mainframes ersetzen oder sich schrittweise davon entfernen können. 

So planten laut der Mainframe-Umfrage 2018 von BMC Software rund 42 Prozent der befragten Unternehmen bereits vor einem Jahr, ihre Anwendungen zu modernisieren.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine große Rolle spielt beispielsweise der verstärkte Wettbewerb durch Online- und Challenger-Banken. Diese werben mit neuen, problemlöseorientierten Anwendungen auf Basis moderner Technologien. Da sie dabei gänzlich auf Mainframe-Architekturen verzichten, versprechen die Anwendungen eine schnellere Bereitstellung datengetriebener Services. Solche modernen Applikationen lassen sich zwar prinzipiell auch in Großrechner-Architekturen einbinden; das ist allerdings zeitaufwendig und kompliziert. Noch dazu gibt es immer weniger Fachkräfte mit den Skills, Mainframe-Anwendungen zu pflegen.

Eine weitere Herausforderung sind Datensilos. Denn von Kontokorrent- über Hypothekendaten bis hin zu Kreditkarteninformationen kommt es in vielen traditionellen Banken vor, dass Kundendaten an mehreren Orten liegen. Zusätzlich kommen gerade im Bankwesen durch Merger und Akquisitionen oftmals neue Anwendungen mit jeweils eigenem Kundendatenmanagement in die Organisation. Verteilt auf unterschiedliche Systeme, sind so oftmals nicht einmal die Daten von ein und derselben Person als Ganzes einsehbar. Der vollständige Überblick über den einzelnen Kunden wird so drastisch erschwert, Kundenwünsche sind nur mühsam zu identifizieren, die vorhandenen Kundendaten somit kaum gewinnbringend zu nutzen.

Eine Investition in die Zukunft

All diese Gründe sprechen für einen Umzug der Systeme, weg von Mainframes. Was Banken trotz bestehender Umstellungspläne jedoch immer noch abschreckt, sind die Kosten, die ein solcher Umzug generiert. Denn alle Anwendungen, insbesondere die in Jahrzehnten gewachsene Anwendungslogik und Integration von Mainframe-Applikationen, in neue Umgebungen zu überführen, kostet viel Zeit und Geld. Dennoch gilt es abzuwägen: Denn die Gefahr, immer mehr Kunden an neue Banken mit innovativen Geschäftsmodellen zu verlieren, ist höher zu bewerten als Zeitaufwand und Kosten für eine Migration. Sie ist daher eine Investition in die Zukunft, die sich lohnt.

Hat sich eine Bank dazu entschlossen, das Projekt Mainframe-Migration zu starten, muss es nicht gleich eine komplette Neuausrichtung sein. Stattdessen liefert auch ein schrittweiser Umbau gute Ergebnisse. Der übergangsweise parallele Betrieb neuer und bestehender Systeme stellt dabei sicher, dass die Banken jederzeit in der Lage sind, selbst das Tempo zu bestimmen. Zudem haben sie Gewissheit, dass bei eventuell auftretenden Problemen der Betrieb des neuen Systems kurzfristig ausgesetzt werden kann, ohne das Kundenerlebnis zu gefährden.

Aufbau einer neuen Datenbank für moderne Kundenanforderungen

Vor der Migration gilt es festzustellen, wie Mainframe-Anwendungen Daten einlesen bzw. ausgeben. Zur Bearbeitung von Kundenanfragen greifen derzeit die meisten Anwendungen in Banken auf Daten zurück, die auf dem Kernbankensystem liegen. Daher sollte man zunächst eine zusätzliche Datenbank einrichten, die vor allem kundenorientierte Anwendungen und somit das Kernbankensystem unterstützt. Sie kann auf die meisten Anfragen reagieren, ohne dass eine Antwort der Mainframe-basierten Anwendung erforderlich ist.

Eine solche Datenbank lässt sich in der Cloud hosten. So wird das Maß an Skalierbarkeit und Verfügbarkeit gewährleistet, das Banksysteme benötigen. Um Anforderungen an Kontrolle und Compliance zu erfüllen, bietet sich dabei ein Mix aus verschiedenen Clouds an, der individuell abgestimmt werden sollte.

Wie sieht das in der Praxis aus? Will ein Bankkunde beispielsweise seinen Saldo überprüfen, könnte diese Information auf der neuen Datenbank gespeichert werden, denn dieser Vorgang entspricht einem Lesevorgang. Ist ein Schreibvorgang abgeschlossen, z.B. wenn der Kunde eine Zahlung tätigt oder eine Belastung verarbeitet wird, dann können die Kernbankanwendung und die Datenbank zur Konsolidierung der Kundendaten gleichzeitig aktualisiert werden. Die Skalierung auf Millionen von Transaktionen ist einfacher, wenn nach und nach spezifische Anforderungen anfallen.

Schrittweise Übernahme des neuen Systems

Sobald die Cloud-Datenbank vorhanden ist, kann dann die tatsächliche Migration beginnen. Wie eben erläutert, laufen altes und neues System zunächst noch parallel: Die Ersatzdatenbank verarbeitet die meisten Transaktionen, die Datenabfragen benötigen. Die Mainframe-Systeme werden für Schreibvorgänge eingesetzt. Parallel dazu können spezifische Funktionen des Kernbankensystems in einer neuen, modernen App nachgebildet werden. Treten Anfragen auf, die diese spezifischen Funktionen benötigen, übernimmt das neue System und gibt die Information anschließend weiter an die Kernbankapplikation. Nach und nach übernimmt so das neue System die vollständige Transaktion selbstständig.

Durch diesen schrittweisen Ansatz, der sich im Laufe der Zeit bewährt hat, wird das Mainframe-System nach und nach ersetzt. Gleichzeitig bestehen weniger Risiken als bei einem direkten Austausch, der zwangsläufig eine Unterbrechung mit sich bringt.

Fazit

Mainframe-Anwendungen oder -Datenbanken bieten einfach nicht das Maß an Flexibilität, das moderne Datenservices erfordern. Die Migration auf neue Systeme schrittweise anzugehen und die Daten separiert von der Mainframe-Anwendung zu zentralisieren, hilft Banken allerdings dabei, sich zukunftsfähig aufzustellen. So können sie vorhandene Daten endlich zu ihrem Vorteil nutzen und unter gleichen Wettbewerbsbedingungen mit Neueinsteigern konkurrieren.

Patrick Callaghan, Enterprise Architect
Patrick Callaghan
Enterprise Architect, DataStax
(Bildquelle: DataStax)
Legacy-System
Aug 20, 2019

So werden Legacy-Systeme performanter, agiler und effizienter

Es gibt viele gute Gründe, von relationalen Legacy- auf New-Technology-Datenbanken zu…
Mainframe
Feb 21, 2019

Migration der Mainframe-Applikationen geht IT-Leitern zu langsam

Die meisten IT-Führungskräfte sind sich der Risiken bewusst, die sie eingehen, wenn ihr…
GRID LIST
Big Data Trends 2020

Big Data Trends 2020: Analytics reicht nicht mehr aus

Eines steht fest: Der Umgang mit Daten wird in Zukunft weit über Suche, Dashboards und…
CDO

Die wichtige Funktion des Chief Data Officer im digitalen Wandel

Daten sind der Treibstoff des digitalen Wandels, und der enorme Zuwachs an…
Datamanagement

Datenqualität: Die Achillesferse der Digitalisierung schützen

In einem digitalisierten Prozess beeinflusst die Qualität der Daten direkt die…
Datenkugel

Alle Daten im Griff mit Datenvirtualisierung

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Unternehmen sind dadurch zunehmend…
Fragezeichen

Cloud-Server vs. NAS: Wann ist welche Methode sinnvoll?

Heutzutage hat die sichere Lagerung der eigenen Daten eine enorme Bedeutung. Da immer…
Digitale Erde

Die drei Bausteine moderner Datenanalyse

Unsere Welt besteht aus einer Vielfalt an Informationen - laut einer kürzlich erschienen…