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Tour de France

Im Windschatten fahren war gestern – heute nutzen Radrennfahrer bei der Tour de France Datenanalysen, um sich an die Spitze des Feldes zu katapultieren. Aber auch Zuschauer erleben das Sport-Event aus einer ganz neuen Perspektive, da die Fahrräder mobile Daten-Hotspots sind und laufend aktuelle Positionsdaten liefern.

Was können Unternehmen von diesem Konzept lernen, um die digitale Transformation erfolgreich umzusetzen?

Im Profisport kommen immer mehr elektronische Hilfsmittel und Messgeräte zum Einsatz. Bislang ging es bei diesem Einsatz primär darum, dass Sportler ihre eigene Leistung erfassen und verbessern. Heute können sich auch Fans in diesen Datenstrom einklinken und rücken damit noch näher an ihre Idole heran. Live-Daten wie zur Tour de France sind auch auf dem Smartphone abrufbar, sodass Zuschauer mit einer App ihren Lieblingssport aus einer völlig anderen Perspektive erleben können.

Radfahrer liefern Live-Daten

Bei der Tour de France haben einzelne Etappen eine Länge von über 200 Kilometern. Da ist es für Zuschauer nicht möglich, direkt vor Ort den Rennverlauf nachzuverfolgen. Zwar liefern TV-Kameras aktuelle Bilder, aber es fehlt oftmals der tiefere Einblick in das Renngeschehen. Daher sind bei der Tour alle Fahrräder mit einem GPS-Transponder ausgestattet, der einen kontinuierlichen Datenstrom generiert. Durch die GPS-Sender können Anwender zu den über 170 teilnehmenden Fahrern individuelle Daten abrufen, beispielsweise zur jeweiligen Geschwindigkeit oder zur aktuellen Position innerhalb des Fahrerfeldes. Darüber hinaus sind Daten zur Wettersituation und der Streckenführung verfügbar, wie Steigungen in den Bergetappen. In einem virtuellen Race-Center laufen diese Informationen zusammen und lassen sich von Fans weltweit bequem abrufen.

Die Datenübertragung ist eine echte Herausforderung, denn es gibt auf den Strecken der Tour kein durchgängiges und ausreichend leistungsfähiges Mobilfunknetz. So müssen die Fahrräder ihre Daten zunächst an Begleitfahrzeuge und Hubschrauber liefern, die einen sicheren Datentransfer in nachgelagerte Rechenzentren übernehmen. Dort erfolgt die Live-Aufbereitung für die Zuschauer.

Das Spiel mit den Zahlen

Spannend wird es zu sehen, wie diese große Menge an Live-Daten aus dem Radsport dazu beitragen kann, die Entscheidungsfindung während eines Wettkampfes zu beschleunigen. Team-intern verwenden die Profis eine ganze Reihe an speziellen Fitness- und Leistungsdaten. Dazu zählt die Leistung in Watt: Bei Bergwertungen können Fahrer einen Wert von über 500 Watt erreichen. Außerdem wird die Steigleistung ausgewertet: Spitzensportler erreichen Werte von knapp über 1.800 Meter pro Stunde. Dazu kommen noch viele körperbezogene und eher feststehende Daten, wie die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 Max), die angibt, welche Menge an Sauerstoff der Körper im Zustand der Belastung maximal pro Minute verwerten kann. Teamleiter könnten aus den Daten zeitnah ableiten, ob in einer gegnerischen Mannschaft ein Radrennfahrer eine Schwächeperiode am Berg gezeigt hat und gezielt am nächsten Anstieg attackieren.

Auch wenn nicht alle diese Daten für andere Teams verfügbar sind – schließlich ergibt sich aus diesen Werte ein möglicher Wettbewerbsvorteil – so lassen sich einzelne Werte durchaus schätzen. Die Auswertung solcher Daten müsste jedoch zeitnah und automatisiert erfolgen – eine manuelle Auswertung würde zu lange dauern. Daher wäre eine schnelle Datenaufbereitung über automatisierte Analysesysteme notwendig, die über Mustererkennung in der Lage ist, Abweichungen von der bisherigen Leistung zu erkennen. So wird Geschwindigkeit in der Datenauswertung zu einem weiteren Faktor, der zu Erfolgen im Spitzensport beiträgt.

Darüber hinaus würde der Radsport generell davon profitieren, wenn die Teams die Leistungsdaten der Sportler transparent machen würden. So gab es bei der Tour immer wieder Doping-Vorwürfe, die auch dadurch untermauert wurden, dass Leistungsdaten einzelner Fahrer ans Tageslicht kamen, die deutlich über den Werten der anderen Spitzenfahrer lagen. Mehr Datentransparenz innerhalb der Teams könnte also dazu beitragen, die Vertrauenswürdigkeit des Radsports weiter zu steigern.

Was Unternehmen vom Sport lernen können

Im Spitzensport wird heute jedes Training überwacht und selbst Hobbyradfahrer haben über das Handy oder einen Fitnesstracker die Möglichkeit, jeden gefahrenen Kilometer zu analysieren. Unternehmen sollten sich diese Entwicklung aus dem Sport als Vorbild nehmen und möglichst viele ihrer Abläufe digital vermessen und anschließend optimieren. Sensorwerte, die beispielsweise über ein Internet of Things erfasst werden, können Details über die Leistung einer Maschine, eines Arbeiters oder einer kompletten Abteilung liefern. Letztlich geht es im Unternehmen darum, dass diese Daten eine Relevanz und eine hohe Qualität haben müssen, aber auch für mehr Transparenz der Leistung sorgen. Darüber hinaus müssen Daten zeitnah verfügbar sein – eine nur monatlich ausgewertete Verkaufsstatistik zu Produkten ist in der heutigen Echtzeitwelt nicht mehr sinnvoll. Es geht um Geschwindigkeit und darum, der Erste zu sein. Ganz wie bei der Tour der France.

Anbieter wie Talend helfen Unternehmen dabei, neu erfasste Datenströme zu verarbeiten und mit bestehenden Informationen zu kombinieren. Anschließend greifen Mitarbeiter in den Fachabteilungen auf diese Daten zu und erhalten so neue Einblicke, die schneller zu fundierten und zuverlässigen Entscheidungen führen. Diese schnelle Entscheidungsfindung auf Basis vertrauenswürdiger Daten macht den Unterschied in eng umkämpften Märkten und hilft Unternehmen dabei, den Wettbewerb zu überholen.

Jan Wetzke
Jan Wetzke, Director Sales DACH bei Talend

de.talend.com

 

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