Net.Law.S 2018
20.02.18 - 21.02.18
In Nürnberg, Messezentrum

CESIS 2018
20.02.18 - 21.02.18
In München

SAMS 2018
26.02.18 - 27.02.18
In Berlin, Maritim proArte

Plentymarkets Online-Händler-Kongress
03.03.18 - 03.03.18
In Kassel

Search Marketing Expo 2018
20.03.18 - 21.03.18
In München, ICM – Internationales Congress Center

fabian_doemer.jpgDr. Fabian Dömer, Managing Partner bei Arthur D. Little, über die zunehmende Bedeutung der IT.

Die IT hat  als primärer Kostenfaktor  ausgedient. Sie ist der Innovationstreiber Nr. 1. Doch der  CIO muss sich zum Chief Innovation Officer wandeln. Quo Vadis, CIO?
 
Spekulationen über die Zukunft des IT-Leiters sind ein beliebter Zeitvertreib im  Kreise von IT-Experten. Der CIO war schon totgesagt (CIO = „Career Is Over“). Manche munkelten, er werde zum „Chief Process Officer“  oder „Chief Technology Officer“. Wir meinen:  Der CIO wird sich zum „Chief Innovation Officer“  wandeln, weil die IT sich zum zentralen Innovationstreiber in nahezu allen Branchen entwickelt.  Damit wird der CIO typischerweise nicht mehr  dem CFO unterstellt sein, denn die IT ist nicht  mehr primär ein Kostenfaktor.  
 
Die gute Nachricht: Der CIO kennt sich gut mit  Innovationen aus. Keine andere Unternehmensfunktion ist derart stark einem Erneuerungsdruck ausgesetzt. Die Entwicklungszyklen in der  Informationstechnologie sind traditionell sehr  kurz. Die Anforderungen der Fachseite werden  immer dynamischer modifiziert – stetig aufwändiger werden sie ohnehin.  Die schlechte Nachricht: Die typische IT-Abteilung hat in der Realität kaum die Zeit und die  Mittel, sich ausreichend um echte Innovationen  zu kümmern. Sie kämpft eher mit der überbordenden Komplexität der IT-Landschaft mit zahlreichen Redundanzen und kaum noch zu überblickenden Schnittstellen. Dies ist häufig das  Ergebnis entsprechender Anforderungen der  Fachseite, doch die IT kann kaum auf Nachsicht  hoffen. Vielmehr lautet das häufige Urteil: „Die  IT ist zu langsam, zu teuer und versteht uns  nicht“.  
 
IT als Innovationstreiber Nr. 1
 
Als „common sense“ gilt mittlerweile jedoch  auch bei der Fachseite: Die IT ist in nahezu  allen Branchen längst zu einem Schlüsselerfolgsfaktor geworden. Bei vielen Dienstleistern  hat sie bereits einen dominanten Anteil an der  Wertschöpfung. Bei den Gebrauchsgütern ist  die IT ebenfalls unverzichtbar: Zur Konfiguration, bei der Entwicklung, und zunehmend auch  als Kernbestandteil des Produktes selbst. Beispiel: Ein Auto ist ein komplexes Softwareprodukt geworden.  
 
Wenn es um nachhaltige, für den Kunden spürbare Innovationen geht, dann ist die IT der Innovationstreiber Nummer 1. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung gehen 80% aller  Innovationen in den Branchen Automobil, Chemie und Energie auf Informations- und Telekommunikationstechniken zurück.  
 
Diese Entwicklung wird sich noch verstärken, denn die IT treibt die Veränderung:
 
  • Online Transformation und Mobilität: Der  Kunde will alle Services online und  mobil,  ganze Geschäftsprozesse wandern ins  Internet.  
  • Internet of Things: Zunehmende Vernetzung und „Intelligenz“ von klassischer  Hardware.  
  • Big Data: Neue IT-gestützte Verfahren  eröffnen neue Perspektiven für Steuerung  und Marktintelligenz. 
  • Digital Business: Ganz neue Geschäftsmodelle und Services entstehen basierend  auf innovativer IT.  
  • Social Media: Neue Kundeninteraktion mit  Facebook, Twitter & Co.  
  • Invasion privater Technologie: Die Mitarbeiter wollen moderne Hardware und  Services auch beruflich nutzen. 
 
Chance und Risiko
 
Für den CIO ist dies Chance und Risiko zugleich. Das Risiko besteht darin, dass diese  Entwicklung zu noch mehr Komplexität und höheren Kosten führt. Die Chance: Der CIO kann  damit zum echten Partner des Geschäftes aufsteigen. Bei Telefónica o2 managt der CIO inzwischen das Produktportfolio. Und bei Daimler  ist der CIO zwar traditionell nicht für die IT in  Fahrzeugen, aber nun für die neuen „digitalen Geschäfte“ verantwortlich.   Ein weiterer Vorteil:  Der CIO hat aufgrund seiner Querschnittsfunktion im Unternehmen exzellente Kenntnisse über die Geschäftsprozesse und  kann das Innovationsmanagement damit zentral  steuern.    Doch nicht alle CIOs sind auf diese Rolle vorbereitet. Viele CIOs betreten hier unbekanntes  Terrain. Dazu kommt, dass ein effektives Management der IT-Komplexität und der IT-Kosten  Voraussetzung dafür ist, dass man nachhaltige  Innovationen treiben kann und als Partner des  Geschäftes ernst genommen wird. Das ist eine  große Herausforderung. Aktuell nehmen nur  etwa 20% der CEOs die IT-Abteilung als Innovationstreiber wahr.  
 
Konsequenzen für die Rolle des CIO?
 
Arthur D. Little rät CIOs: 
 
  • Stellen Sie sich darauf ein, Kosten und  Innovation parallel zu managen.  
  • Bringen Sie Ihre Systemkomplexität bzw.  Ihre Architektur mit einem Mehrjahresplan  unter Kontrolle. Wichtig sind die klare Vision und die standhafte Umsetzung. Nur so  verschaffen Sie sich Luft und Glaubwürdigkeit für das Innovationsmanagement. 
  • Schaffen Sie Leuchtturmprojekte mit echtem (innovativen) Mehrwert für das Geschäft, idealerweise auch mit innovativen  Methoden, etwa  der agilen Softwareentwicklung.  
  • Setzen Sie ganz gezielt ein Innovationsmanagement auf. Dies ist keineswegs eine  große Abteilung und es ist auch nicht teuer  – entscheidend ist, dass Sie einen klaren  Plan haben, wie Sie Innovationen treiben  und Ihr Team sich kulturell entsprechend  weiterentwickelt.     Unter diesen Voraussetzungen wird sich der  CIO zum Chief Innovation Officer entwickeln.  Komfortabel: Nicht einmal die Abkürzung muss  geändert werden. 
Dr. Fabian Dömer, Managing Partner bei Arthur D. Little
 
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