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Outsourcing

Fazit der Studie: Das Jahresvolumen von Managed-Services-Verträgen in EMEA fällt auf 2 Milliarden Euro, mehr als 900 Millionen Euro weniger als im Quartal zuvor. Rezessionssorgen, Brexit, Handels- und Zollkriege führen in EMEA zu zurückhaltenden Ausgaben, obwohl die weltweiten Outsourcing-Ausgaben des dritten Quartals im Jahresvergleich um 13 Prozent zulegten. 

Die Unternehmen sind sich uneinig darüber, ob sie eher in zukünftiges Wachstum investieren oder Kosten senken sollen. Der Großteil der Investitionen fließt in Digitalisierung und Cloud.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 ist das Vertragsvolumen der Managed-Services-Verträge in Europa im dritten Quartal um mehr als 900 Millionen Euro zurückgegangen. Hintergrund sind unter anderem Rezessionsängste, welche die Ausgaben in Technologie-Services dämpften.

Dies meldet der aktuelle EMEA ISG Index auf Basis der neuesten Zahlen der Sourcing-Branche. Er wird von Information Services Group herausgegeben, einem  Marktforschungs- und Beratungshaus im Technologie-Segment.

Der Index erfasst Outsourcing-Abschlüsse der Privatwirtschaft mit einem jährlichen Vertragsvolumen (Annual Contract Value, ACV) von mindestens 4,5 Millionen Euro. Er zeigt, dass das ACV von Managed-Services-Verträgen im dritten Quartal um 31 Prozent schrumpfte. Im Vergleich zum Quartal davor bedeutet dies einen Rückgang um 910 Millionen Euro auf 2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres sank das Managed-Services-Vertragsvolumen um 17 Prozent.

Zugleich stieg die Nachfrage nach cloudbasierten As-a-Service-Lösungen im Jahresvergleich um 10 Prozent auf einen Rekordwert von 1,6 Milliarden Euro. Doch dieser Anstieg war nicht stark genug, um das Minus bei den Managed-Services-Ausgaben auszugleichen. So gab der Gesamtmarkt in EMEA um 7 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro nach.

Weltweit gesehen verzeichnete der ISG Index einen Anstieg der Ausgaben für Technologie- und Business-Services. Das Vertragsvolumen des gesamten Marktes legte im dritten Quartal um 13 Prozent zu, beflügelt durch eine Rekordnachfrage nach As-a-Service-Lösungen, insbesondere Infrastructure-as-a-Service. Währenddessen zeigten sich die europäischen Unternehmen bei ihren Ausgaben wegen der Rezessions-, Brexit- und Handelskrieg-Sorgen extrem zurückhaltend. Das Vertragsvolumen schrumpfte im dritten Quartal und im Jahresvergleich in den drei größten Märkten der Region – Großbritannien, DACH und Frankreich – im zweistelligen Prozentbereich. Auch die Anzahl der Neuverträge in EMEA sank während des Quartals um 11 Prozent auf das niedrigste Niveau in über zwei Jahren.

Zugleich investieren Unternehmen weiterhin in cloudbasierte Services und in Projekte der digitalen Transformation. Dies trifft besonders auf den Handel zu, bei dem 62 Prozent der Gesamtausgaben in As-a-Service-Lösungen fließen. Im nun sechsten Quartal in Folge überschritt das ACV der As-a-Service-Verträge in EMEA 1,3 Milliarden Euro. In den vergangenen 12 Monaten entfielen 39 Prozent des Gesamtmarkt-ACV auf As-a-Service, während es vor drei Jahren erst 20 Prozent waren. Aber mit einem Plus von 10 Prozent in diesem Quartal hinkt das Wachstum dem in Amerika und Asien/Ozeanien weiter hinterher, wo As-a-Service im dritten Quartal um 26 beziehungsweise 14 Prozent zulegte.

Ergebnisse nach Ländern

In den vergangenen 12 Monaten sank das Vertragsvolumen von Managed Services in Großbritannien und Irland um 4 Prozent, von 2,2 Milliarden auf 2,1 Milliarden Euro. Dies ist ein mäßiger Verlust, da sich die Unternehmen von der anhaltenden Unsicherheit rund um den Brexit offensichtlich nicht übermäßig verunsichern ließen. Da die Brexit-Deadline nun bald abläuft, schlägt das Thema jedoch verstärkt durch. Das Vertragsvolumen im dritten Quartal sank im Jahresvergleich um 11 Prozent und im Vergleich zum zweiten Quartal dieses Jahres sogar um 27 Prozent. Den größten Einfluss auf den britischen Outsourcing-Markt hatte die dem Brexit geschuldete Unsicherheit darüber, wie sich der Kurs des britischen Pfunds entwickelt. Deshalb zögern britische Unternehmen strategische Entscheidungen häufig so lange hinaus, bis sich der Markt wieder beruhigt hat.

Die größten Einbußen verzeichnete der Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH). In den vergangenen 12 Monaten ging dort das Vertragsvolumen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 24,5 Prozent zurück, von 2,5 Milliarden auf 1,9 Milliarden Euro. Das Vertragsvolumen des dritten Quartals fiel um 36 Prozent niedriger aus als im gleichen Quartal des Vorjahres, obwohl es im Vergleich zum Vorquartal um 31 Prozent zulegte. Die Wachstumsschwäche ist vor allem auf die Fertigungsindustrie zurückzuführen. Sie wurde unter anderem von Geldbußen und Gerichtsprozessen rund um den VW-Abgasskandal beeinträchtigt. Zugleich schmälerten Handelskriege den deutschen Export, was zudem das gesamte Bruttosozialprodukt beeinträchtigt.

Zugleich betont der ISG Index, dass der DACH-Markt großes Potenzial bietet, da die deutschen transnationalen Konzerne nun voll, wenn auch verspätet, auf die Cloud setzen. Deutschland hinkt hier wegen Sicherheits- und Datenschutzbedenken anderen Märkten hinterher, setzt nun aber ebenfalls in großem Maßstab auf As-a-Service-Lösungen.

Frankreich verzeichnete im dritten Quartal ein Minus von 23 Prozent im Jahresvergleich. In den vergangenen 12 Monaten stieg das Vertragsvolumen im Vergleich zu den 12 Monaten zuvor jedoch um 29,3 Prozent, von 540 Millionen auf 698 Millionen Euro.

„Politik- und Handelsfragen führen derzeit zu einer uneinheitlichen Lage bei den Technologieausgaben“, sagt Friedrich Löer, Partner bei ISG Information Services Group Germany. „Die Unternehmen unterteilen sich mit Blick auf 2020 deutlich in jene, die in zusätzliches Wachstum investieren, und in jene, welche Technologie vor allem für Kostensenkungen einsetzen. Viele Technologieanbieter zeigen sich mit Blick auf ihren Auftragsbestand und die erwartete Nachfrage weiter vorsichtig optimistisch. Mit Blick auf die nähere Zukunft beobachten sie jedoch auch externe Faktoren sehr aufmerksam und inwiefern diese die Ausgabenentscheidungen der Unternehmen beeinflussen könnten.“

Ausblick weltweit

ISG sagt für das gesamte Jahr 2019 ein 22-Prozent-Wachstum des As-a-Service-Marktes voraus. „Wir beobachten vor allem die weitergehenden Handelsgespräche zwischen den USA und China und wie Technologiefirmen mit Blick auf die Nachfrageseite damit umgehen, wenn China US-Unternehmen weitere Restriktionen auferlegen sollte“, sagt Löer. „Den gesamten IT- und Business-Services-Markt betrachten wir nun zurückhaltender und senken unsere Vorhersage um mehr als 50 Basispunkte auf 2,6 Prozent Wachstum für das Gesamtjahr 2019. Wir berücksichtigen dabei den Gegenwind wegen des starken US-Dollars und möglicher Umsatzschwächen bei einigen der größten Anbieter der Branche.“

www.isg-one.de

 


 

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