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WiFi FlugzeugInternet an Bord erschließt Fluggesellschaften neue Einnahmequellen, da immer mehr Passagiere auch im Flugzeug online sein wollen und ihre Flüge danach auswählen. Noch können Airlines allein für den technischen Zugang Geld verlangen. 

Mittelfristig dient das Internet-Angebot an Bord aber vor allem als zusätzlicher Vertriebskanal, über den Kunden einkaufen, Flüge upgraden oder Meilen einlösen können. Insgesamt sind aus dem Online-Bereich auf Kurzstrecken Einnahmen von 1,20 Euro je Fluggast möglich, auf Langstrecken etwa 3,60 Euro. Die Erträge stammen nicht nur aus den Einnahmen für den kostenpflichtigen WiFi-Zugang, sondern auch aus gezielten Shopping-Angeboten, Werbung und Sponsoring. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Roland Berger-Studie "Spread your wings" über Chancen der On-Bord-Konnektivität im Fluggeschäft.

"Die Erträge aus dem reinen Flugticketverkauf sind seit Jahren rückläufig", erklärt Martin Streichfuss, Partner von Roland Berger. "Umso wichtiger ist es für die Fluggesellschaften, neue Produkte zu entwickeln, für die Kunden Zahlbereitschaft zeigen. Denn schließlich haben alle Fluggesellschaften weltweit zusammen rund eine Milliarde Passagiere. Dahinter steckt für die Branche also ein großes Geschäftspotenzial."

Internet-Verfügbarkeit an Bord als ausschlaggebendes Kriterium

Eine aktuelle Umfrage unter 20 internationalen Fluggesellschaften zeigt, welche Kriterien bei der Flugauswahl für Passagiere eine wichtige Rolle spielen. Standen in der Vergangenheit Faktoren wie Preis, Flugplan sowie die Marke des Anbieters oder bestimmte Produkteigenschaften im Vordergrund, gehört die Internet-Verfügbarkeit an Bord bei Suchanfragen auf Buchungsplattformen schon jetzt zu den drei wichtigsten Kriterien.

Eine deutliche Mehrheit der Passagiere zieht laut einer Umfrage von Inmarsat aus dem Jahr 2016 den Internet-Zugang (54%) während des Fluges einer Mahlzeit (19%) oder einem Unterhaltungsangebot (16%) vor. Zwei Drittel der Befragten sind sogar bereit, für den Internet-Zugang zu bezahlen. Doch das Potenzial ist größer, erklärt Kai-Marcus Peschl von Roland Berger: "Wichtiger als die Gebühren für die Internet-Nutzung ist die Möglichkeit für die Fluggesellschaften, ihren Passagieren personalisierte Shopping-Angebote oder Dienstleistungen anzubieten. Dadurch können Airlines weiteres Geschäft generieren."

Technologie-Partner als Erfolgsfaktor

Wollen internationale Fluggesellschaften den Internet-Zugang an Bord als Differenzierungsfaktor nutzen, müssten sie so schnell wie möglich ein passendes Angebot entwickeln. "Das Zusatzgeschäft wird für Fluggesellschaften, die zu spät Internet an Bord anbieten, nicht mehr gut ausfallen. Denn mittelfristig wird die Zahlungsbereitschaft der Passagiere abnehmen", so Kai-Marcus Peschl.

Damit Fluggesellschaften das Potenzial der Online-Abdeckung an Bord voll ausschöpfen können, sollten sie deshalb eine Zusammenarbeit mit einem digitalen Partner anstreben. Dieser sollte nicht nur innovative Technologien liefern, sondern die Fluggesellschaft auch an Neuerungen und Kosteneinsparungen beteiligen. Denn neben Shopping-Angeboten für Passagiere eröffnen sich durch die Vernetzung auch neue Möglichkeiten im Flugbetrieb sowie an der Schnittstelle zwischen Kabinen- und Boden-Services. So können etwa die Electronic Flight Bags der Piloten während des Fluges Echtzeitdaten zu Wetter und Verkehr verarbeiten, auf deren Grundlage Route und Geschwindigkeit neu berechnet werden können. Und Daten aus Flugzeugüberwachungssystemen tragen dazu bei, teure Stillstandzeiten am Boden zu reduzieren.

"Internet an Bord ist sicher nicht der einzige, aber ein wichtiger Schritt zur digitalen Transformation der Luftfahrtindustrie. Mit den richtigen Partnern und Produktansätzen haben Fluggesellschaften so große Chancen, ihre Effizienz zu verbessern und dabei zusätzliche Einnahmen zu generieren", fasst Kai-Marcus Peschl zusammen.

Die Studie sollte hier zum Download stehen.

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