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Cyber AttackCyberkriminelle haben 2016 mit ihren Aktivitäten eine neue Dimension erreicht. Außergewöhnliche Angriffe wie millionenschwere virtuelle Banküberfälle oder die offenkundig staatlich-induzierten Versuche, den US-Wahlkampf zu beeinflussen, stechen besonders hervor. 

  • Eine von 131 E-Mails enthielt bösartige Links oder Anhänge – höchster Wert der letzten fünf Jahre. In Deutschland ist sogar 1 von 94 E-Mails betroffen.
  • Ransomware um 36 Prozent gestiegen, meiste Opfer in den USA – dort bezahlen 64 Prozent der Betroffenen die Lösegeldforderung. In Deutschland sind es nur 16 Prozent.
  • CIOs haben keinen Überblick, wie viele Cloud-basierte Programme im Unternehmen verwendet werden – bei Befragung geben die meisten nicht mehr als 40 an, in der Realität sind es beinahe 1.000.

Das zeigt die 22. Auflage des Internet Security Threat Report (ISTR) von Symantec. Der jährlich erscheinende Bericht bietet einen umfassenden Überblick über die weltweite Bedrohungslandschaft. Er gibt zudem ausführliche Einblicke in globale Angriffsaktivitäten, Trends im Bereich Cyberkriminalität und die Motivation der Angreifer.

„Einfallsreichtum und Raffinesse bestimmen seit jeher die Bedrohungslandschaft. Dieses Jahr aber konnten wir einschneidende Veränderungen bei der Motivation und Ausrichtung der Attacken feststellen“, sagt Candid Wüest, Principal Threat Researcher bei Symantec. „Die Welt wurde Zeuge, wie einige Staaten ihre Bemühungen, politische Prozesse zu manipulieren und Sabotageaktionen durchzuführen, verdoppelt haben. Gleichzeit konnten Cyberkriminelle mit Cloud-Services und simplen IT-Werkzeugen Störungen in bislang unbekanntem Ausmaß verursachen.“

Einige der wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Angriffe mit dem Ziel der Sabotage und politischer Einflussnahme führend

Cyberkriminelle führen vermehrt verheerende, politisch motivierte Angriffe durch, um einer neuen Art von Zielen zu schaden. Die Cyberattacken gegen die Demokratische Partei in den USA und die anschließende Veröffentlichung gestohlener Informationen stehen stellvertretend für den neuen Trend: Kriminelle greifen offenkundig öffentlich wahrnehmbar Organisationen und Staaten an, um diese zu destabilisieren. Cyberattacken mit dem Ziel der Sabotage waren in der Vergangenheit relativ selten. Die als erfolgreich empfundenen Attacken wie bei den US-Wahlen und im Fall von Shamoon weisen nun hingegen auf die zunehmenden Versuche Krimineller hin, politische Vorgänge zu beeinflussen und in anderen Ländern Unruhe zu stiften.

Staaten haben es auf große Beute abgesehen

Eine neue Art von Angreifern hat es auf große finanzielle Gewinne abgesehen, um mit diesen dann möglicherweise weitere verdeckte und subversive Aktivitäten zu finanzieren. Die größten Diebstähle passieren inzwischen virtuell, Cyberkriminelle stehlen dabei Milliarden. Während einige dieser Angriffe auf das Konto organisierter, krimineller Gruppierungen gehen, scheinen nun zum ersten Mal auch Nationalstaaten involviert zu sein. Symantec hat Belege, die Nordkorea mit Attacken auf Banken in Bangladesh, Vietnam, Ecuador und Polen in Verbindung bringen.

„Bei diesem Fall handelt es sich um einen unglaublich dreisten Angriff. Zugleich war es das erste Mal, dass wir deutliche Hinweise hatten, dass staatliche Stellen an Cyberangriffen beteiligt waren, allein um sich zu bereichern“, erklärt Candid Wüest. „Die Angreifer haben mindestens 94 Millionen US-Dollar erbeutet, im Visier hatten sie aber noch wesentlich größere Summen.“

Angreifer machen gewöhnliche Software zur Waffe – E-Mail wird zum Mittel der Wahl

Im vergangenen Jahr wurden nach Recherchen von Symantec auch PowerShell – eine geläufige, auf PCs installierte Skriptsprache – und Microsoft Office-Dateien verstärkt für Angriffe genutzt. Während Systemadministratoren diese Tools häufig für ihre täglichen Aufgaben nutzen, verwenden Angreifer diese Kombination verstärkt für ihre kriminellen Aktivitäten, da sie schwerer zu entdecken sind und wenig Spuren hinterlassen. Durch ihre häufige Verwendung bei Angriffen waren deshalb 95 Prozent der im vergangenen Jahr von Symantec online untersuchten PowerShell-Dateien bösartig.

Des Weiteren nutzten Cyberkriminelle 2016 verstärkt E-Mails als Angriffsvektor. Die Untersuchungen von Symantec haben ergeben, dass weltweit eine von 131 E-Mails bösartige Links oder Anhänge enthielt. Das ist der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. In Deutschland ist die Rate sogar noch höher: Hier war eine von 94 E-Mails mit einem bösartigen Link oder verseuchtem Anhang versehen. Außerdem wurden durch sogenannte Business E-Mail Compromise (BEC) Betrugsfälle über die letzten drei Jahre mehr als drei Milliarden Dollar erbeutet und dabei 400 Unternehmen pro Tag angegriffen. Für diese Art des Betrugs sind nicht mehr als sorgfältig zusammengestellte Spear-Phishing E-Mails nötig.

Digitaler Erpressung nachgeben: Amerikaner zahlen am ehesten Lösegeldforderungen

Ransomware wird immer mehr zum globalen Problem, da sie für viele Kriminelle ein lukratives Geschäft ist. Symantec hat im letzten Jahr 101 neue Malware-Familien identifiziert, dreimal so viele wie bisher bekannt. Weltweit stiegen die Ransomware-Attacken um 36 Prozent.

Besonders im Visier der Angreifer sind die USA. Symantec fand dabei heraus, dass 64 Prozent der amerikanischen Opfer von Ransomware die geforderten Summen auch bezahlen, während weltweit nur 34 Prozent der Betroffenen das Lösegeld entrichten und in Deutschland sogar nur 16 Prozent. Das durchschnittlich gezahlte Lösegeld betrug im Jahr 2016 1077 US-Dollar und ist damit um 266 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Risse in der Cloud: Die nächste Ebene von Cyberkriminalität ist erreicht

Die steigende Abhängigkeit von Cloud-Services erhöht das Angriffsrisiko für Organisationen und Unternehmen. Zehntausende Cloud-basierter Datenbanken wurden 2016 mit Lösegeldforderungen gekapert, nachdem Benutzer veralteter Datenbanken diese ungeschützt und ohne notwendige Authentifizierung online zugänglich machten.

Grundsätzlich bleibt Sicherheit in der Cloud für Chief Information Officers (CIOs) eine große Herausforderung. Laut den Daten von Symantec haben viele CIOs den Überblick darüber verloren, wie viele Cloud-basierte Programme in ihrem Unternehmen genutzt werden. Die meisten vermuten, dass es innerhalb ihrer Organisation nicht mehr als vierzig Applikationen sind. Dagegen haben die Recherchen von Symantec ergeben, dass es durchschnittlich sogar beinahe tausend sind. Diese Diskrepanz führt häufig zu fehlenden Vorgaben und Verhaltensrichtlinien für den Umgang mit Cloud-Services im Unternehmen, was deren Einsatz noch riskanter macht – die „Risse“ in der Cloud werden also größer. Laut Symantec müssen sich CIOs deshalb verstärkt um Cloud-basierte Programme und deren Einsatz kümmern. Andernfalls entstehen neue Einfallstore für Bedrohungen in das IT-System des Unternehmens.

Über den Internet Security Threat Report (ISTR):

Der Internet Security Threat Report bietet einen Überblick und eine Analyse der weltweiten Bedrohungsaktivitäten eines Jahres. Der Bericht basiert auf Daten aus dem Symantec Global Intelligence Network, mit dem Analysten von Symantec neu entstehende Trends bei Angriffen, bösartigem Code, Phishing und Spam identifizieren, analysieren und kommentieren.

Weitere Informationen:

Symantec veranstaltet am 4. Mai 2017, 12:00 Uhr ein Webinar zu den diesjährigen Ergebnissen des ISTR. Klicken Sie hier um teilzunehmen sowie für mehr Informationen. Den vollständigen Report sowie weitere Materialien finden Sie auf der Website von Symantec zum Download
 

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