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Jens BeierDie Abkehr von offenen Technologieansätzen ist ein Fehler. Das hat sich in der Vergangenheit oft genug bewahrheitet. Unternehmen schätzen Flexibilität und Wahlfreiheit – das gilt umso mehr im heutigen hoch dynamischen Mobility-Bereich. Ein Kommentar von Jens Beier, Business Unit Manager SAP Solutions & Technology bei Fritz & Macziol.

Nur plattformunabhängige Software-Lösungen erlauben einen einfachen Hardware-Wechsel sowie Gerätevielfalt und garantieren Investitionssicherheit.

Wenn zwei marktführende Unternehmen zusammenarbeiten, ist das meist eine gute Sache. Bei solchen Mega-Kooperationen sind die Kunden zunächst die Nutznießer, da sie besser abgestimmte Lösungen erhalten und Kompatibilitätsprobleme verschwinden. Viele Menschen haben im privaten Bereich ihre Apple-Geräte lieben gelernt und es stets bedauert, dass der Großteil an geschäftlichen Anwendungen nicht auf ihren Lieblingen lief. Da scheint die Zusammenarbeit von SAP und Apple die Wünsche vieler wahr werden zu lassen: Komplexe SAP-Prozesse mit einem schicken iDevice steuern – das hat was.

Aber bevor Anwenderunternehmen jetzt weitreichende Investitionen in Apple-Geräte planen, sollten sie einige Aspekte bedenken. Mit dem iPhone 2007 und mit dem iPad 2010 war Apple einige Jahre lang der bewunderte Innovationsführer im Bereich Mobility. Seit 2014 aber neigt sich diese Ära dem Ende zu. Andere Hersteller haben aufgeholt und Apple mittlerweile sogar übertroffen. Sich jetzt auf Apple alleinig festzulegen, hieße nichts anderes als auf das weniger innovative Produkt zu setzen. Das ist bitter, aber die Wahrheit.

Lange Zeit hat sich Apple auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Die Partnerschaften mit IBM oder jetzt SAP sind Reaktionen darauf, dass Marktanteile schwinden. Der Gedanke, dass Apple noch weiter zurückfällt, ist nicht unwahrscheinlich und wird durch schrumpfende Absätze angezeigt. Sich zum jetzigen Zeitpunkt auf Apple als Ausrüster festzulegen, gleicht eher einer Wette als langfristiger Strategie. Was passiert, wenn Apple weiter an Boden verliert und Kunden sich daher auf die „falsche“ proprietäre Plattform festgelegt haben? Ein Wechsel auf Android oder Windows ist dann kaum noch möglich oder sehr teuer. Investitionssicherheit sieht anders aus!

Nahezu alle Unternehmen nutzen bereits heute Microsoft Windows als Betriebssystem. Mit Windows 10 und der Surface-Produktreihe sehen viele die Chance, in der Unternehmens-IT endlich wieder mehr Standardisierung zu erreichen. Dies gilt auch für die Anbindung des Außendienstes. Die boomenden Verkaufszahlen bei den Surface-Tablets belegen den Wunsch, zentrale Systeme spielend leicht auf mobilen Oberflächen abzubilden.

Unternehmen wollen Offenheit und Flexibilität. Neue Softwarelösungen sollen für etwa sechs bis acht Jahre stabil laufen. Da passt eine Festlegung auf nur ein einziges Betriebssystem nicht in die Zeit. Nur Lösungsanbieter, die auf Plattformunabhängigkeit setzen, werden im heutigen hoch kompetitiven Markt mit immer kürzer werdenden Innovationszyklen langfristig Erfolg haben. Denn nur Produkte, die mit allen Betriebssystemen kompatibel sind, also auch mit Android, iOS oder Windows, garantieren Anwendern Wahlfreiheit und Ausbaufähigkeit – ein Aspekt, den wachsende Unternehmen aus vielerlei Gründen sehr schätzen. Aus Sicht der Kunden ist die neue Partnerschaft zwischen Apple und SAP daher ein fragwürdiger Schritt.

www.fum.de/de

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