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Leserbrief von Robert Mantiuk zu dem Artikel „Künstiche Intelligenz: Fluch oder Segen?“ von Dr. Wolfgang Martin.

Sehr geehrter Herr Martin,

bereits zu Beginn des Artikels zeichnen Sie eine beängstigende Vision der arbeitslosen Menschheit. Später relativieren Sie diese jedoch, indem Sie schreiben, dass das Modell eine eingebaute Selbstkorrektur besitzt. Ich sehe es leider etwas anders. Es gibt in diesem Modell keine Selbstkorrektur, so wie es auch keine Selbstkorrektur in der letzten Finanzkrise gab. Es marschierte alles brav, bis es zum Absturz und Kollaps kam. Für die Unternehmen sind in erster Linie nicht Menschen, sondern Umsätze und Profite wichtig. Und wenn weniger Menschen (Kunden) den Unternehmen höhere Umsätze und Profite bescheren werden, wird für die Unternehmen die Welt auch in Ordnung sein. Wenn irgendwann die Künstliche Intelligenz sogar die Vermögen der Superreichen und der Konzerne verwalten wird, wird für die Unternehmen die Künstliche Intelligenz der Kunde sein. Der Mensch ist hier prinzipiell gar nicht notwendig damit das System funktioniert.

Es steuert alles zwar nicht auf eine Arbeitslosigkeit der gesamten Menschheit, das ist etwas übertrieben, jedoch auf eine Arbeitslosigkeit sehr großen Teile der Menschheit zu. Zudem zeichnet sich bereits ab, dass dadurch die Schere zwischen arm und reich immer größer wird. Die Kapitalbesitzer und Eigentümer oder Aktionäre der Unternehmen, welche durch die Künstliche Intelligenz andere Akteure vom Markt drängen werden, werden die (vorläufigen) Gewinner sein. Verlierer werden die sein, die kein Kapital besitzen und deren Arbeit sich automatisieren und durch KI ersetzen lässt. Und es wird immer mehr Bereiche und immer mehr Menschen betreffen.

Diese Prozesse sind nicht neu. Die industrielle Revolution hat es vorgemacht. Damals sind auch einige wenige reich geworden und sehr viele mussten wegen der billigeren industriellen Produkte Ihre Eigenständigkeit aufgeben. Damals sind aber sehr viele neue Arbeitsplätze für die Menschen entstanden. Diesmal wird es wohl nicht der Fall sein. Zumindest sehe ich keine Bereiche, wo die freigeworden menschlichen Kapazitäten aufgenommen werden sollten und auf dauer mit der KI konkurrieren könnten. Das Problem ist das System. Jedes Unternehmen muss versuchen so effizient wie möglich zu produzieren, um im Wettbewerb zu bestehen. Deswegen wird die KI menschliche Arbeit auf dauer verdrängen, so wie die Automatisierung es bereits getan hat.

Die einzige Chance besteht darin, die Entwicklung künftig mehr zu regulieren und die Mehrwerte, die die schrittweise Einführung der KI mit sich bringt, auf alle umzuverteilen und nicht nur einige wenige daran partizipieren zu lassen. Die aus dem Arbeitsmarkt verdrängten Menschen müssen eine sinnvolle Beschäftigung, ein Auskommen und eine Perspektive bekommen. Das wird sich aber nicht von selbst regulieren. Kein Unternehmen, kein Konzern wird doch freiwillig etwas von seinem Kuchen abgeben, will er doch keine Wettbewerbsnachteile erleiden. Hier ist die Politik gefragt. Aber die Länder befinden sich doch auch im Wettbewerb, somit ist bisher kaum eine Regierung bereit hier regulativ einzugreifen. Sie würde damit die Unternehmen und Konzerne vertreiben und dann im globalen Wettbewerb verlieren. Daher verstehe ich die 48% die ratlos und resigniert sind sehr gut. KI kann gewiss zum Wohle der Menschheit dienen. Die Frage ist nur, ob die Menschheit bereits reif für die KI ist.

Robert Mantiuk
 

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