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Jakobsoftware Jrgen Jakob KleinAls Sicherheitsmaßnahme nach den jüngsten Terroranschlägen in Paris will der britische Premierminister David Cameron verschlüsselte Kommunikation verbieten. Im Falle einer Wiederwahl im Mai diesen Jahres soll es laut Cameron keine Datenverbindungen mehr geben, auf die der Geheimdienst keinen Zugriff hat. Ein Kommentar von Jürgen Jakob, Geschäftsführer Jakobsoftware und Sicherheitsexperte.

Auch der deutsche Innenminister de Maizière hat sich bereits ähnlich geäußert. Ein solches Verbot dürfte in der Praxis kaum realisierbar sein, da die Verbrecher sofort auf Alternativen ausweichen werden. Zwangsweise eingebaute Backdoors wirken sich vielmehr negativ auf die Wirtschaft aus, da es dann für sensible Daten keine ausreichenden Sicherungen mehr gäbe.

Deshalb setzen vor allem die USA derzeit vermehrt auf Verschlüsselung und Sicherheit, denn starke Verschlüsselungstechnologien schaffen Vertrauen im Geschäftsalltag. In Deutschland besteht hier Nachholbedarf: Sowohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als auch BITKOM melden große Sicherheitsdefizite im Umgang mit Cloud-Lösungen. Die Nachfrage nach entsprechenden Technologien ist aufgrund von Datenschutzbedenken gesunken - mit ungünstigen Folgen für die Wirtschaft: Nur ein vertrauensvoller Umgang mit Daten ermöglicht wirtschaftliches Wachstum. Per Gesetz erwirkte Verschlüsselungsverbote oder Hintertüren schwächen die Geschäftswelt - ganz abgesehen davon, dass sie Cyber-Kriminalität Tür und Tor öffnen.

Da es in Großbritannien zudem bereits sehr starke Überwachungsgesetze gibt, trägt eine mögliche Neuerung auch zu keinem verbessertes Sicherheitsniveau hinsichtlich der Terrorabwehr bei. Wenn Briten dem Geheimdienst beispielsweise Zugriff auf verschlüsselt kommunizierte Daten verweigern, warten derzeit bis zu zwei Jahre Gefängnisstrafe auf sie. Die Sinnhaftigkeit einer weiteren Verschärfung ist somit fraglich.

Sollten Verschlüsselungsmethoden allerdings tatsächlich in einer politischen Kurzschlussreaktion verboten werden, bleiben Codesprachen, das heißt verbale Verschlüsselungen, oder Steganographiemethoden, also das Verstecken von Informationen beispielsweise in Bild-, Ton- oder Video-Dateien, immer als Option, um Inhalte geheim zu halten. Mögliche Terrorangriffe verhindert ein entsprechender Gesetzesentwurf daher nicht. Camerons Vorschlag über ein neues Online-Datengesetz ist daher indiskutabel, weil es das Misstrauen der Menschen in die Datensicherheit weiter erodiert und gleichzeitig einen wesentlichen Eckpfeiler der Wirtschaft torpediert.

www.jakobsoftware.de

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