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Deutsche ICT-Anwenderunternehmen sind nach wie vor zurückhaltend in der Ausprägung neuer Produkte, neuer Geschäftsmodelle, die auf der vierten industriellen Revolution basieren. Anders ist dies offensichtlich bei den deutschen Automobilherstellern und deren Zulieferern.

Eindeutig ist dies ein Aufbruchssignal für die anderen Branchen in Deutschland. Wenn da nicht noch das Thema Cyber-Kriminalität wäre.

Gerade für ICT-Anbieter bietet das Thema Industrie 4.0 sehr großes Potenzial, sowohl auf Seiten der Beratung, aber auch im Rahmen von kundengerechten Komplettangeboten. Besonders bei kleinen Mittelstandsunternehmen fehlt laut der aktuellen Experton Multi-Client-Studie zu Industrie 4.0 das Know-how und die technologische Infrastruktur zur raschen Umsetzung von Industrie 4.0 und der Wertschöpfung aus neuen Produkten und Geschäftsmodellen. Auch das Thema Cyber Security muss ein Baustein der Beratung und Implementierung sein.

Auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas haben deutsche Automobilhersteller und deren Zulieferer für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. Gegenstand des Interesses sind autonom fahrende Fahrzeuge. Nicht mehr ungewöhnlich anmutende Test-Fahrzeuge von Google, sondern sehr futuristisch modellierte Fahrzeuge aus deutscher Fertigung. Von der Fertigung nach Industrie-4.0-Muster, wo Prototypen virtuell bis zur Schweißnaht durchkonstruiert und geplant werden, bis zur zukünftigen hochautomatisierten Fertigung auf Basis einer Losgröße 1, verläuft dies nach den Leitbildern von Industrie 4.0. Als Geschäftsmodell kommt nun, dank der vielen Cyber-Physikalischen-Systeme (CPS), der Sensordaten und deren Realtime-Verarbeitung über Big-Fast-Data-Szenarien, das Geschäftsmodell des autonomen Fahrens. Darüber lassen sich Alleinstellungsmerkmale, Marktvorteile, Mehrwerte definieren. Auswirkungen hat das aber auch auf die existierenden klassischen Versicherungsmodelle und Haftungsfragen für Fahrzeuge, die zukünftig ohne Fahrereinwirkung gelenkt und betrieben werden. Doch die Automobilbauer haben längst schon das Pre- und Aftersales-Geschäft erforscht und kreativ für sich verwertet. Von der Finanzierung bis zur Versicherung, bald auch der Strom-Flatrate (?), reichen die verlockenden Mehrwertdienste der Automobil-Manufakturen.

Glaubt man der Einschätzung von Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, so haben die deutschen Hersteller aktuell einen technologischen Vorsprung, den es aber auch zu halten gilt beziehungsweise auszubauen. Doch warum nehmen Teile der deutschen Automobilbranche und deren Zulieferer diese führende Position ein? In diesem hochautomatisierten und digitalisierten Umfeld ist man schon länger unterwegs, die Fertigung ist zumindest in Teilen schon dem Leitbild der vierten industriellen Revolution gefolgt. Man hat Roboter eingesetzt, dank präziser Logistikabläufe ist es möglich, viele Teile durch Zulieferer bauen und zuliefern zu lassen, dies „just in time“. Unter Industrie 4.0 folgt der „Feinschliff“, die vollständige Integration der Fahrzeugplanung und Umsetzung, eine gesteigerte Automatisierung und wesentlich kürzere Bandumrüstzeiten.

In anderen Branchen sieht dies vollständig anders aus. Liegt es daran, dass dort die Fertigung in eher geschlossenen, firmeninternen „Manufakturen“ erfolgt? Liegt es daran, dass kleineren Unternehmen einfach das Know-how, das entsprechende Mitarbeiter-Potenzial fehlt? Diese Fakten belegt zumindest die aktuelle Multi-Client Studie der Experton Group zu Industrie 4.0.

Eine Lösung für dieses Problem kann durch externen Support erfolgen, der einen umfassenden Service anbietet und derart den Kunden technisch in die vierte industrielle Revolution überführt. Die nachfolgende Herausforderung, nämlich die Ableitung neuer Produkte und attraktiver Geschäftsmodelle, gilt es trotzdem noch zu bewältigen. Auf diesem Gebiet ist zwar auf dem deutschen Markt eine gewisse Aufbruchsstimmung zu vernehmen, aber da liegt noch sehr viel Potenzial, das es zu heben gilt.

Doch neben den vielfältigen Mehrwerten gibt es auch Schattenseiten von Industrie 4.0, unter anderem auch für die Automobilhersteller. Um alle Register der vierten industriellen Revolution zu ziehen, bedarf es einer extrem hohen Digitalisierung und damit verbundener Automatisierung. Nachteil dieser Techniken ist die Möglichkeit eines manipulatorischen Zugriffs. Der Fall Edward Snowden hat das Bewusstsein geschaffen, dass Cyber Crime ein mehr als aktuelles und sehr bedrohliches Thema ist. Dabei ist die Datenausspähung von wissenschaftlichen und wirtschaftlich relevanten Daten (Wirtschaftsspionage) das eine Feld, das andere Thema sind Datenmanipulationen und Angriffe. Cyber Crime und Industrie 4.0, speziell die Themen hochautomatisierter Fertigung, bieten viel Potenzial für digitale Angriffsszenarien.

Industrie 4.0 ist und bleibt ein mehr als spannendes Thema für die deutsche Industrie! Aus diesem Grund wird die Experton Group auch in diesem Jahr diverse Aktivitäten, Multi-Client-Studie und Multi-Vendor-Benchmark, für dieses Umbrella-Thema umsetzen.

Dr. Michael Weiß, www.experton-group.de