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Chime.in: Facebook-Rivale bezahlt User

Experte sieht wenige Chancen in gesättigtem Markt.

Am Dienstag, 18.10.2011, ging die neue Social-Medie-Site Chime.in http://chime.in  ans Netz. Das soziale Netzwerk bringt die üblichen Möglichkeiten solcher Angebote mit. Der Unterschied: Im Gegensatz zu Facebook und Co werden User an den Gewinnen, die mit ihren Inhalten erwirtschaftet werden, beteiligt, wie die Huffington Post berichtet. "Viel Geld wird man anfangs nicht verdienen können, da die Plattform einen zu geringen Bekanntheitsgrad hat. Ich bin daher eher skeptisch, was den Erfolg angeht. Der Markt ist insgesamt schon relativ gesättigt", sagt Kommunikationsberater Klaus Eck.

Hälfte des Kuchens

Chime.in wurde von Bill Gross, CEO der Firma UberMedia, konzipiert. Die Nutzer des Angebots werden mit 50 Prozent an den Einnahmen, die durch Werbung auf ihren Profilseiten entstehen, beteiligt. Wie gehabt können auch bei Chime.in Fotos, Links, Videos und Text, der bis zu 2.000 Zeichen lang sein darf, gepostet werden. Die User haben auch die Möglichkeit, die Werbefläche auf ihren Profilseiten selber zu bewirtschaften. Dann dürfen sie sämtliche Gewinne behalten. Das alles gilt natürlich auch für Unternehmen, die sich auf der neuen Plattform registrieren. "Versuche Geld für User-generierte Inhalte zu bezahlen, gab es schon früher. Sie sind aber gescheitert. Menschen nutzen soziale Netzwerke nicht, um Geld zu verdienen", erklärt Eck.

UberMedia erhofft sich mit der neuen Herangehensweise einen schnellen Anstieg der Userzahlen. Das Versprechen auf monetäre Entlohnung von Social-Media-Aktivitäten macht die Plattform verlockender als manch andere Facebook-Alternative. Gross hofft, über die Einführung eines Bezahlsystems auch die Qualität der eingestellten Inhalte zu steigern. Firmen sollen mit dem Versprechen gelockt werden, ihre Inhalte direkt auf der Plattform zu barer Münze machen zu können, ohne den Umweg über Links zu gehen.

Namhafte Firmen wie Disney sollen schon Firmenseiten registriert haben. "Unternehmen versuchen alle vorhandenen Kanäle zu bespielen. Ziel ist es, das eigene Image aufzupolieren. Die Monetarisierung der Inhalte ist nicht der primäre Anreiz", so Eck. Der Kommunikationsberater hält Chime.in für ein zu optimistisches Experiment. "Die Anreize werden kaum hoch genug sein, um viele Nutzer anzulocken", sagt Eck.

Druck auf Konkurrenz

Chime bietet Nutzern auch die Möglichkeit, Postings mit bis zu fünf Tags zu versehen. So soll die Trennung von relevantem Content und Hintergrundrauschen vereinfacht werden. Chime will mit einem Algorithmus die relevantesten Postings an prominentester Stelle positionieren. Im Vergleich mit dem neuen Bezahlmodell erscheinen diese Ansätze allerdings wenig beeindruckend. Sollte Chime Erfolg haben, werden die Platzhirsche auf dem Social-Media-Markt sich überlegen müssen, ob sie weiterhin den ganzen Kuchen für sich behalten wollen. "Facebook und Google+ sehe ich nicht in Gefahr. Die wenigsten Menschen machen sich Gedanken über den Wert ihrer Beiträge. Die Marktführer bieten andere Möglichkeiten, Umsätze zu generieren", schließt Eck.
 

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