| Social Computing Tools: Mehr als nur Spielzeug | | Drucken | |
| 06. November 2007 | |
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Um das Prädikat „zukunftsfähig“ zu erlangen, benötigt ein modernes Unternehmen mehr als technisch neuwertige IT-Systeme, ausgeklügelte Kommunikations-strategien und „virtuelle Teams“. Wer als CEO eine rasche und kostengünstige Verbesserung der Geschäftsprozesse anstrebt, sollte lieber seine Mitarbeiter mit Web 2.0 Tools ausrüsten. Bei diesen Tools handelt es sich um flexible IT- Werkzeuge, mit deren Hilfe jeder IT-Anwender auch ein Stück weit zum IT-Entwickler wird. Web 2.0 Anwendungen wie Blogs, Wikis oder Podcasts sind die derzeit bekanntesten Beispiele, da sie bei vielen Anwendern längst im privaten Alltag eine Rolle spielen. Zusätzlich nutzen viele Unternehmen bereits Web 2.0 Anwendungen wie Web Services oder RSS-Feeds (Really Simple Syndication). Sinn und Zweck ist in der Regel eine spürbare Optimierung der internen Kommunikationswege und der Interaktion mit Kunden und Partnern. Laut den Ergebnissen der aktuellen Studie „Mashup the Enterprise“ des Infrastruktur-Softwareanbieters BEA Systems sind dafür in europäischen Unternehmen vor allem Web Services im Einsatz, die die leichte Einbindung von Diensten durch die neuen Werkzeuge ermöglichen. Weniger bekannt ist der Nutzwert von anderen Applikationen wie zum Beispiel Mashups, die Inhalte aus unterschiedlichen Datenquellen zu neuen Anwendungen zusammenführen. Darüber hinaus besteht gerade bei Führungskräften noch ein hoher Informations-bedarf über den bestmöglichen Einsatz von Web 2.0 Technologien, der in der Regel unkompliziert realisierbar ist und sich schnell rentiert. Das zeigt ein Blick in das Produkt-Portfolio von BEA Systems, das mit drei Tools der AquaLogic-Produktfamilie Web 2.0 Werkzeuge in den Unternehmensalltag bringt und sich an den Anforderungen von IT- Entwicklern orientiert.
Das Entwicklungstool AquaLogic Pages bringt, so der Hersteller, den alltäglichen Umgang mit Webanwendungen ins Unternehmen. Mitarbeiter können mit diesem Tool personalisierte Webseiten für sich oder kleinere Benutzergruppen erstellen. Dazu nutzen sie eine Reihe von leicht zu bedienen Elementen, mit denen beispielsweise firmeninterne Datenressourcen mit Darstellungs- und Interaktions-elementen verbunden werden können. Aufwändige Programmier- oder Konfigurationsvorgänge würden entfallen, da alles per Wizard oder Drag & Drop funktioniert. Das verbessert Arbeitsroutinen, spart Zeit und gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit, Erfindergeist und Bastelleidenschaften auszuleben: Außendienstmitarbeiter können so zum Beispiel ihre Adressdatenbanken mit Karteninformationen von Google Maps ergänzen. Zur Seitenerstellung kommen die Komponenten eines weiteren Tools zum Einsatz. Damit ist die Gestaltung neuer Webanwendungen nicht länger eine reine Entwicklersache, sondern kann auch für normale Anwender so selbstverständlich wie das Versenden einer E-Mail werden. Im Hintergrund des Tools arbeiten dazu verschiedene Programm-komponenten zusammen. Die erste Komponente, DataManagement, ermöglicht eine unkomplizierte Zusammenstellung von Datenmengen aus dem bereits im Unternehmen vorhandenen IT-System. Neben dem einfachen Einbinden beliebiger Web Services wird das Erstellen und Betreiben von Blogs sowie die Integration externer RSS-Feeds unterstützt. Bei der Datenkonfiguration kann der Anwender zwischen verschiedenen Eingabemasken wählen (einfacher Text, langer Text, drop down) und so „Rohdaten“ wie Kontaktlisten für alle Anwendungen von AquaLogic Pages verfügbar machen. Eine weitere Komponente, DataSpaces, verwandelt im nächsten Schritt die Daten in Webseiten- Elemente, die beispielsweise aus einer Excel-Tabelle oder einem einzelnen Datensatz angefertigt werden können. Alle importierten oder neuen Datensätze bindet das Tool mit einem User Interface ein, das verschiedene Funktionen wie Sortierung, Filtern und Suchen enthält. Somit wird den Anwendern eine solide Ausgangsbasis für einfache, content-gesteuerte Anwendungen ermöglicht. LiveSpace, die dritte Komponente, ermöglicht es aus den Seiten der Mitarbeiter Anwendungen zu erstellen, die für festgelegte Gruppen oder im ganzen Unternehmen verfügbar sind, da jeder Mitarbeiter die einzelnen Komponenten zusammenfügen kann, die per eigener URL identifizierbar sind. Dieses Tool liefert außerdem Templates und Layouts, mit deren Hilfe sich Webanwendungen erstellen lassen. Auch die Versions- und Zugriffskontrolle ist über diese Komponente sichergestellt: Projektleiter können zum Beispiel die Zusammenstellung einzelner Datenbanken bestimmten Teams zuordnen und die Arbeitsfortschritte leichter kontrollieren und überwachen. Das führt zu einem verbesserten Kommunikationsmanagement im Unternehmen. Denn Anwender können nun Informationen für sich oder für Benutzergruppen aggregieren und diese mit anderen Mitarbeitern teilen. Auch aus Perspektive der IT-Abteilung ergeben sich Vorteile, da durch die direkte Einbindung des Endanwenders in den Erstellungs- und Administrationsprozess die Aufwände für die IT reduziert werden könnten.
Ein weiteres Tool, AquaLogic Pathways, reduziert die Informationssuche durch eine Kombinierung des Bookmarkings und Taggings. Es dient außerdem als Werkzeug für die Organisation der eigenen Daten und hilft gleichzeitig dabei, Informationen schneller wiederzufinden. Darüberhinaus erfüllt das Tool den Zweck des sozialen Netzwerkes: Jeder Anwender kann seine Informationen mit den Daten andere Nutzer verlinken. Dadurch wird der Wissensfluss im Unternehmen maßgeblich beschleunigt, da Informationen nicht länger in unübersichtlichen Ordnerstrukturen versickern. Somit vereint dieses Tool die Funktionen einer Suchmaschine und eines Dokumentmanagementsystems. Es klassifiziert und identifiziert die Inhalte heterogener Lösungen, egal welcher Art die Ordner-strukturen sind. Jeder Anwender kann seine Informationen kennzeichnen, indem er sie mit persönlichen „content labels“ oder „tags“ markiert. Dies erleichtert die Zusammenstellung von Informationen, die jedem einzelnen Anwender persönlich wichtig sind. Das Tool sortiert alle individuellen Datensammlungen in Klassi-fizierungen nach Datengruppen, unabhängig vom Speicherformat und –ort. Zusätzlich erstellt und analysiert das Tool einzelne Anwendermuster zu den Dateiinhalten. Wie bei einem Abgleich von Schablonen werden diese Muster miteinander verglichen, so dass jedem Nutzer andere Datenquellen vorgeschlagen werden können, die für ihn möglichweise nützlich sind. Besonders in größeren Unternehmen mit verschiedenen Standorten, Abteilungen und Projekten bleiben den Mitarbeitern zeitaufwändige Neurecherchen erspart.
Mashup basierte Social Computing Applikationsentwicklung Ein weiteres dediziertes Web 2.0 Produkt der Aqualogic-Produktfamilie ist das AquaLogic Ensemble. In seinem Kern ist eine Reverse-Proxy Applikation, die es ermöglicht, beliebige URL-adressierbare Web- Applikationen einzukapseln und mit Mashup-Techniken anzureichern. Desweiteren ist es möglich, Web- Applikationen beziehungsweise Seitenfragmente externer Applikationen zu wiederverwendbaren Mashup-Elementen (sogenannte Pagelets)umzufunktionieren, die dann wiederrum zur Erweiterung anderer, über den Proxy angebundener Applikationen herange-zogen werden können. Bei der Erstellung von Webapplikationen spielen Mashup-Techniken eine entscheidende Rolle. Ähnlich wie bei kleineren Bannern oder Anzeigen ermöglichen sie die Einbindung von Daten, die Mitarbeiter als Content auf einer unternehmenseigenen Web 2.0 Plattform hinterlegen. Im Internet sind Flash-Videos von Portalen wie You Tube oder Sevenload bekannte Beispiele für Mashup-Komponenten. Durch die Integration der sogenannten Pagelets über einfache XML Tags lassen sich mit dem Tool Applikationen und Mashups zu neuen Services kombinieren, die sowohl intern als auch extern verfügbar sind. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn Kunden über das Internet auf interne Anwendungen, wie beispielsweise eine Bilddatenbank, zugreifen sollen, ohne selbst Bilder verändern oder einstellen zu dürfen.
Die Verwaltung der Applikationen übernimmt eine full reverse Proxy Architektur. Für die Einbindung der Anwendungen und Pagelets werden entsprechende Authentifizierungs- und Autorisierungsmechanismen zur Verfügung gestellt (Web SSO, Single Sign On) und Credential Vault Mapping eingesetzt. Bereits bestehende externe SSO Lösungen lassen sich relativ unkompliziert integrieren.
Social Networking am Arbeitsplatz
Der besondere Reiz und Nutzen von Social Computing Tools liegt für Unternehmen in den Social Networks, mit denen die Qualität der Zusammenarbeit auf ein völlig neues Niveau gebracht werden kann. Sie fördern einen schnelleren Austausch, verbessern den Wissensstand der Mitarbeiter und vermehren somit gleichzeitig das Unternehmenswissen. Schulungen und Trainings zum Umgang mit Web 2.0 Anwendungen werden oft überflüssig, denn die meisten Mitarbeiter nutzen ähnliche Tools im privaten Bereich. Dies beweist der Erfolg personalisierter Webforen, Blogs oder Wikis. Somit liegt es nahe, diese Freude am Social Networking auch für eine Verbesserung der Unternehmenskultur und -kommunikation zu nutzen. Zusätzlich dazu lassen sich viele neue Anwendungen für die Arbeitspraxis entwickeln. Ein Beispiel dafür wäre die Teilnahme an neuen CRM-Applikationen in einer einem Digg- Voting vergleichbaren Form, das Vertriebsmitarbeiter zur dynamischen Beurteilung ihrer Kundenreferenzen verwenden können.
Thomas Baumgart Weitere Informationen finden Sie unter http://en.terpri.se/. Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 12/07 des it management.
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