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it security

it security widmet sich allen Aspekten der IT-Sicher-heit in strategischer und technischer Hinsicht. Das Magazin stellt praktische und kostengünstige Lösun-gen in den Bereichen Auditing, Penetrationstests, Hacking-Szenarien, Security Management-Konsolen, Firewalls, IDS/IPS, Antiviren-Programme und vielen anderen mehr vor. Zur Zielgruppe gehören unter anderem die Leiter der Bereiche Datensicherheit und Internet in Großunternehmen und dem Mittelstand.

 

Inhaltsangabe

Effiziente Business Continuity: Drei Schritte zum Erfolg PDF  | Drucken |  E-Mail
18. Juni 2008

Das vielgefürchtete Szenario ist eingetreten: Die IT‑Systeme sowie die gesamte IT-Infrastruktur versagen ihre Dienste. Was ist zu tun? Gibt es Ausweichmöglichkeiten? Wie und wann ist die IT-Funktionalität wieder vollständig hergestellt? Diese Fragen beschäftigen Unternehmen und ihre Geschäftsführer, wenn der Notfall bereits eingetreten ist.

Die Planung und Prävention sollte aber viel früher ansetzen. Die gesamte Geschäftstätigkeit eines jeden Unternehmens ist heute mehr denn je von einer IT-Hochverfügbarkeit abhängig. Deshalb sollten effiziente Sicherheitskonzepte und Notfallstrategien zu Standard-Maßnahmen in den Betrieben gehören und nicht erst nach einer Katastrophe entwickelt werden. Was zudem unterschätzt wird: verstärkte gesetzliche Sicherheitsrichtlinien, wie KonTraG oder Basel II, fordern die Umsetzung eines umfangreichen Sicherheitskonzeptes. In diesem Zusammenhang sind ein individuell abgestimmtes und effizientes IT-Sicherheitssystem sowie ein genau definiertes Krisenmanagement Pflicht. Dabei geht es nicht nur um die logische und technische Sicherheit der IT. Im Sinne eines ganzheitlichen Sicherheitsmanagements muss auch die physikalische Komponente berücksichtigt werden, um Totalausfälle grundsätzlich zu verhindern. Die Relevanz ist neben einer raschen Wiederherstellung des Betriebsablaufs die Reduzierung von Ausfallzeiten auf ein Minimum. Um Business Continuity im Notfall zu sichern, sollten IT-Notfallplänestrategisch entwickelt und umgesetzt werden.

In drei Schritten zum Erfolg

Basis für die IT-Notfallplanung ist eine Business Impact Analyse (BIA) und eine Risikoanalyse. Mittels dieser werden Korrelationen einzelner Unternehmensbereiche aufgedeckt sowie Konsequenzen bei Prozessausfällen aufgeführt. Die Entwicklung geeigneter Konzepte sowie die fachkundige Implementierung festgelegter Sicherheitslösungen bilden die weiteren Stationen einer erfolgreichen IT-Notfallplanung. Die BIA eruiert die Empfindlichkeiten wichtiger IT-Prozesse. Die Gefahrenanalyse knüpft daran an und erfasst die bestehenden physikalischen Risikofaktoren und fragt, welche Konsequenzen eine IT-Beeinträchtigung für das Unternehmen haben kann beziehungsweise welche Schutzziele sich daraus ableiten lassen. Ferner müssen während der Analyse folgende Fragen beantwortet werden: Wer wird im Notfall informiert? Welche Personen sitzen im Krisenmanagement und welche Funktionen übernehmen sie dort? Wie werden die unternehmenskritischen Geschäftsfunktionen fortgeführt? Informationen über Umfang möglicher Schäden, einzelne Risikoarten (höhere Gewalt: Feuer, Überschwemmungen; technisches Versagen: Netzwerkausfall; menschliches Versagen: fehlende Sensibilisierung; vorsätzliches Handeln: Spionage) sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit (unrealistische Fälle, Problemfälle, kritische Fälle) vervollständigen die Analyse und klären den Handlungsbedarf. Die daraus gewonnenen Daten definieren den Soll-Zustand für die Notfallplanung und den maximal tolerierbaren Datenverlust nach zuletzt erfolgter Sicherung.

Disaster-Recovery-Strategie (DRS)

Dieser zweite Schritt bestimmt die Vorkehrungen die zur Rekonstruktion der Datenbestände nach einem Katastrophenfall nötig sind und die zu einer Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit innerhalb kürzester Zeit beitragen. Aus den definierten Soll- und Mindestanforderungen für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes, resultieren Wiederanlaufzeiten, die sogenannten Recovery Points Objective, und Wiederanlaufdauer, auch Recovery Time Objective genannt, die auf einen minimalen Wert reduziert sein müssen. Damit dies gewährleistet ist, sind eventuelle bauliche, technische oder organisatorische Modifikationen von Relevanz. Back-up-Konzepte, Storagesysteme, Hard- und Software-Lösungen sowie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Darüber hinaus zählt zu den obligatorischen Vorkehrungen einer erfolgreichen Business Continuity die Datensicherung. Ob Bänder, Ausweichräume, Server-Clusteroder räumlich getrennte Rechenzentren nötig sind, orientiert sich an dem Verfügbarkeitsanspruch der geschäftskritischen Daten der einzelnen Unternehmen. In diesem Zusammenhang sollten die Sicherheitskategorien überprüft und gegebenenfalls Zugriffregelungen implementiert werden. Abschließend wird der Umfang der Service-Levels in Absprache mit dem Kunde definiert.

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Planung und Umsetzung

Die Planung und Umsetzung der Strategie in einem dritten Schritt geht mit der Optimierung der bisherigen IT-Infrastruktur einher. Dabei ist eine gut organisierte Projektkoordination wichtig, damit Sanierung, Umbau und/oder Auslagerung von IT-Komponenten zügig und erfolgreich durchgeführt werden können. Im optimalen Fall sollten die entwickelten Strategien in einem Notfallhandbuch zusammengefasst werden, damit Alarm- und Ablaufpläne für das beteiligte Personal jederzeit verfügbar sind und Handlungsanweisungen im Notfall umgesetzt werden können. Kontinuierliche Notfallübungen runden einen professionellen Notfallplan ab und sichern damit den reibungslosen Ablauf im Ernstfall.

Höchste Ansprüche an die Spezialisten

Erfolgreiches Business Continuity zeigt sich, wenn detaillierte Risiko-Analyse, Planungsprozesse für die Aufrechterhaltung der Geschäftsaktivität und Implementierung nahtlos ineinander greifen. Kompetente Spezialisten sind gefragt, die interdisziplinär die Zusammenhänge von Planung, Durchführung und Dokumentation erkennen. Für die ganzheitliche Sicherheitslösung und -umsetzung steht in der Regel nur ein Ansprechpartner zur Verfügung. Damit wird branchenunabhängig ein individuelles IT-Konzept entwickelt, welches den gesetzlichen Anforderungen nicht nur gerecht wird, sondern auch mittelfristig absehbare Änderungen berücksichtigt.

Thomas Federrath

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe Juli/August 2009 des it security.

 
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