| Effizientes Management heterogener Speicherumgebungen: Zwei Säulen für das Speichermanagement | | Drucken | |
| 30. October 2007 | |
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Konsolidierte Speicherumgebungen sind ein zentraler Bestandteil heutiger IT- Infrastrukturen. Gerade in verteilten Unix- und Windows-Systemumgebungen stehen IT-Verantwortliche großer und mittlerer Unternehmen heutzutage häufig vor der Herausforderung, schnell wachsende, inhomogene und komplexe Speicher-netzwerke verwalten zu müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass flexible Geschäftsprozesse eine zunehmend flexible, zuverlässige und performante Bereitstellung von Speicherkapazitäten erfordern – und das oft auf der Basis nachprüfbarer Service Level Agreements und bedarfsgerecht bereitgestellten Speicherklassen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bieten sich verschiedene Konzepte an. Wesentliche Bestand-teile sind dabei die Definition von Speicherklassen, um die unterschiedlichen Geschäftsanforderungen an die gespeicherten Daten abbilden zu können, sowie ein effizientes Betriebskonzept der bestehenden Speicherumgebung. Für die Implementierung eines solchen effizienten Speichermanagements empfiehlt sich ein strukturierter Ansatz, der ein ITIL-basiertes Prozessmanagement mit einem an die Erfordernisse einer Serviceorganisation ausgerichteten Betriebsorganisation, sowie den Einsatz von aktuellen Infrastruktur-Komponenten und Management- Werkzeugen verbindet.
Prozessmanagement Die Grundlage für den prozessorientierten Ansatz moderner IT-Betriebsmodelle sind die Empfehlungen der IT Infrastructure Library (ITIL). Das Speichermanage-ment als Bestandteil des System Managements sollte sich daher an dem ITIL-Prozessmodell orientieren. Üblicherweise existieren keine speziell für den Speicherbetrieb entwickelten Prozesse, allerdings sollten die Anforderungen des Speichermanagements an das Prozessdesign berücksichtigt werden. Um das Speichermanagement an den Geschäftsanforderungen ausrichten zu können, wäre es sinnvoll, Service Level beziehungsweise Operation Level Agreements (SLA/OLA) zu definieren und die Qualität des erbrachten Services an festgelegten Key Performance Indikatoren (KPI) zu überprüfen und zu reporten.
Zentrale Storage-Management-Prozesse sind zum Beispiel:
Availability Management:
Incident & Problem Management: Technische Anforderungen Speicherbereitstellung muss nicht nur kostengünstig sein, sondern soll auch flexibel an die Anforderungen des Unternehmens ausgerichtet sein und sich schnell an wandelnde Anforderungen anpassen können. Dafür werden zunehmend Speicher-Virtualisierungstechniken eingesetzt, die in heterogenen System-umgebungen helfen, einheitliche, flexible und auf die Geschäftsanforderung bezogenen Speicher bereitzustellen. Es gibt unterschiedliche technische Ansätze für Speichervirtualisierung, allen gemeinsam ist jedoch eine Entkoppelung der physikalischen Speicherhardware von dem für das Serversystem bereitgestellten Speicher (siehe Bild 2). Im täglichen Speicherbetrieb schafft das wesentliche Vorteile, die die zusätzliche Virtualisierungsebene in der Speicherinfrastruktur rechtfertigen. Dazu gehören die einheitliche Speicherbereitstellung für heterogene Speichersysteme, die Migration von Daten beim Austausch von Speichersystemen und zur Unterstützung eines hierarchischen Speicherkonzeptes sowie die flexible Speicherhandhabung bei der Bereitstellung (zum Beispiel Vergrößern des Volumens). Speichervirtualisierung hat mittlerweile einen Reifegrad erreicht, der die Anwendung in nahezu allen Umgebungen ermöglicht und als ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil für eine effiziente Speicherinfrastruktur gilt. Der tägliche Betrieb einer heterogenen Infrastruktur stellt hohe Ansprüche an das Speichermanagement. Einerseits sollen durch homogene Prozesse gleichartige Arbeitsabläufe für alle Infrastruktur-Komponenten geschaffen werden, andererseits sieht sich der Speicher-Administrator mit unterschiedlichen Funktionalitäten und darüberhinaus völlig heterogenen Management-Oberflächen konfrontiert. Um dieses Dilemma zu lösen, existiert ein einheitlicher Standard der Storage Networking Industry Association (SNIA) zum Management von Speichersystemen, der sogenannte SMI-S Standard (Storage Management Initiative- Specification). Dieser Standard schafft offene Schnittstellen zur Durchführung von Tätigkeiten der Speicheradministration, wodurch der Einsatz von homogenen Tools zum Betrieb einer heterogenen Umgebung ermöglicht wird. SMI‑S hat sich als Standard bei den führenden Herstellern von Speicherkomponenten mittlerweile durchgesetzt, so dass ein unternehmensweiter Einsatz von SMI-S basierenden Managementtools möglich ist. Durch den Einsatz eines derartigen Tools, wie zum Beispiel IBM Total Storage Productivity Center, kann die Administration und der Betrieb der Speicher-umgebung essentiell vereinfacht werden. So entsteht durch die Integration aller Infrastruktur-Komponenten eine Gesamtsicht auf die Speicherinfrastrukur, die eine Darstellung nicht nur der physikalischen, sondern auch der logischen Topologie der Speicherumgebung ermöglicht. Außerdem erlauben einheitliche und konsistente Bedienungsmechanismen ebenso einheitliche und konsistente Arbeitsabläufe für heterogene Systemumgebungen. Neben speziellen Tools zum Speichermanage-ment, wie zum Beispiel TPC, ist es für die Durchführung übergeordneter System-Management-Funktionalitäten erforderlich, eine Integration der Speichermanage-ment-Tools in die System-Management-Landschaft des IT-Betriebs zu realisieren. Beispiele hierfür sind Monitoring (Incident Management), Service-Desk-Funktionalitäten, Configuration Management, ChangeManagement, sowie die Erstellung von Reports zur Verifzierung der für die Speicherumgebung festgelegten Key Performance Indikatoren (siehe Bild 3). Zusammenfassung und Ausblick Ein erfolgreiches und effizientes Speichermanagement basiert auf zwei Säulen: 1. Eine am Bedarf der Geschäftsanforderungen orientierte Speicherinfrastruktur mit der Möglichkeit zur Speichervirtualisierung mit konsistenten Tools für ein homogenes Management heterogener Strukturen. 2. An die Geschäftsanforderungen und an die Bedürfnisse des Speichermanagements angepasste Betriebsprozesse.
Sind diese beiden Säulen erfolgreich implementiert, können die zukünftigen Anforderungen an das Speichermanagement, die sich aus den Änderungen der Geschäftsanforderungen ergeben, bewältigt werden. Denn steigende Anfor-derungen an die Flexibität der Geschäftsprozesse erfordern eine zunehm-ende Flexibilisierung der gesamten Informationstechnologie. Aus Sicht der fachlichen Anwendungsseite wird darauf zunehmend durch den Einsatz von Service-Orientierten Softwarearchitekturen (SOA) reagiert. In diesem Konzept werden funktionale Komponenten als atomare, flexibel einsetzbare und wiederverwend-bare Services bereitgestellt. Der resultierende Infrastruktur-Bedarf an Rechen-leistung und Speicher für eine derartige Anwendung richtet sich nach der Nutzung des Services und damit nach dem Geschäftsaufkommen eines Unternehmens. Für die IT-Infrastruktur bedeutet dies, dass entstehende Lastspitzen dynamisch und äusserst flexibel abgebildet werden müssen. Um dieser Anforderung zu genügen, wäre der Einsatz von Automatisierungslösungen im IT-Infrastrukturbereich sinnvoll. Im Sinne eines effizienten Speichermanagements ist die Automatisierung der nächste Schritt, der nach der Virtualisierung der Speicher-Infrastruktur, der Verabschiedung geschäftsrelevanter Service Level und der Implementierung der erforderlichen Betriebsorganisation erfolgen kann. Durch Einrichtung automatisierter Abläufe kann der Speicherbetrieb von manuellen Aufwänden entlastet und so die Betriebskosten nochmals signifikant gesenkt werden. Beispiele für automatisierbare Geschäftsvorfälle im Speicherbetrieb sind: - Bereitstellung von Speicher - Integration neuer Server in das SAN - Migration von Datenbeständen - Vergrößerung des Volumens bei Engpässen Eine Realisierung der Automation kann zum Beispiel auf der Basis des TPC for advanced provisioning erfolgen. Ein derartiges Tool bietet den Vorteil, dass es sich nahtlos in eine bestehende Storage Management-Umgebung integrieren lässt, ohne die bereits etablierten Prozesse und Arbeitsabläufe zu verändern. Stefan Pahl Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe September/Oktober 07 des it fokus. |
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