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Wiener Wissenschaftler machen Cloud Computing mit Quantenphysik sicher PDF  | Drucken |  E-Mail
10. February 2012

Cloud Computing zählt zu den wichtigsten Trends in der Unternehmens-IT. Dennoch haben Sicherheitsexperten nach wie vor Bedenken, sensible, geschäftskritische Daten in eine "Rechnerwolke" auszulagern.

Mit Hilfe der Quantenphysik wäre völlig sicheres Cloud Computing möglich, sagen jetzt Wiener Experimentalphysiker um Philip Walther und Anton Zeilinger. Den Wissenschaftlern des Vienna Center for Quantum Science and Technology (VCQ) an der Uni Wien und des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Akademie der Wissenschaften, gelang es, einen Quantencomputer so zu konstruieren, dass alle Berechnungen und deren Ergebnisse dem Computer selbst verborgen bleiben. Die Arbeit erfolgte gemeinsam mit Kollegen aus Schottland, Kanada und Singapur.
 
Quantenzustände als kleinste Einheit
 
Herkömmliches Cloud Computing birgt ein gewisses Sicherheitsrisiko. Dagegen seien Berechnungen am Quantencomputer aufgrund von Quanteneffekten "absolut sicher", so die Wissenschaftler. Mit Quantencomputern sollen Phänomene der Quantenwelt für extrem schnelles Rechnen genutzt werden. Dabei dienen Quantenzustände als kleinste Einheit, sogenannte Quantenbits (Qubits). Mit mehreren Qubits könnte man deshalb bestimmte Probleme wesentlich schneller lösen als in einem klassischen Computer.
 
Computer rechnet "blind"
 
Beim Wiener Experiment wurden einzelne Lichtteilchen (Photonen) als Qubits verwendet. Der Computernutzer muss die einzelnen Qubits in einem nur ihm bekannten Zustand präparieren, im Fall der Photonen ist dies eine ganz bestimmt Schwingungsrichtung. Weil der Quantencomputer den Zustand, in den der Nutzer die Qubits präpariert hat, nicht kennt, sind für ihn die Rechnungen eine unzusammenhängende Abfolge an Operationen - "er rechnet 'blind'". Schließlich werden die Ergebnisse an den Nutzer zurückgesendet. Der Nutzer kann somit als einziger die Ergebnisse interpretieren und nutzen, da nur er die Ausgangszustände der Qubits kennt.
 
Innovationen im Cluster
 
Österreich hat sich innerhalb Europas zunehmend als gefragter Forschungsstandort etabliert. Unternehmen profitieren vor allem von dem seit über zehn Jahren bestehenden Clustergedanken: der Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. In zahlreichen Clustern findet anwendungsorientierte Forschung und industrielle Fertigung auch für die Informations- und Kommunikationstechnologien statt. „Hier entsteht ein immenses Lösungspotenzial für die vielschichtigen Herausforderungen der Industrie. Cluster sorgen für einen wertvollen Technologietransfer“, so René Siegl, Geschäftsführer der österreichischen Betriebsansiedlungsagentur ABA-Invest in Austria. Der 2004 gegründete IT-Cluster Wien beispielsweise dient als Netzwerk für 225 IT-Unternehmen, Forschungs-, Entwicklungs- und Bildungseinrichtungen. Weitere IKT-Forschungsnetzwerke sind der Cluster Informationstechnologien Tirol, der GIS Cluster Salzburg und der Cluster ICT Burgenland.
 
 
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