| Der Mobilfunk ist die Wachstumslokomotive in den Schwellenländern | | Drucken | |
| 11. März 2008 | |
|
In den Schwellenländern gehört der Mobilfunk zu den Wachstumslokomotiven. Dagegen schaffen in den Industrieländern vor allem klassische Hochtechnologieunternehmen überdurchschnittlichen Wert für die Aktionäre. Dies ist ein Ergebnis der Oliver Wyman-Studie „CMT – State of the Industry“, die die Wertentwicklung der weltweit 450 größten Unternehmen des Marktes für Telekommunikation, Medien und Technologie, kurz CMT, über die letzten fünf Jahre untersucht hat.
Dabei zeigt sich, dass diejenigen Unternehmen am meisten Wert für ihre Aktionäre generiert haben, die auf den anhaltenden Trend zur Mobilität, schlanke und flexible Organisationen und neue Geschäftsmodelle setzten. Weltweit konnte die CMT-Branche für ihre Aktionäre in den letzten Jahren durchschnittlich 20 Prozent an Wertzuwachs erwirtschaften, wobei Mobilfunkunternehmen mit 31 Prozent klar an der Spitze lagen. Zu den 60 Top-Performern gehören auch deutsche Unternehmen. Die gesamte Wertschöpfungskette profitiert
Gründe für die positive Entwicklung in den Schwellenländern waren sowohl die steigende Nachfrage als auch innovative Geschäftsmodelle. Dies gilt vor allem für den Mobilfunk, der den Löwenanteil zum Wachstum der CMT-Unternehmen beisteuerte. Allein in China sind sechs der in der Studie identifizierten Top-60-Unternehmen angesiedelt. Sie erzielten einen Wertzuwachs von 211 Milliarden US-Dollar. Insgesamt wuchsen die CMT-Unternehmen in China zwischen 2002 und 2007 jedes Jahr um durchschnittlich 34 Prozent und erreichten Ende letzten Jahres beinahe den Wert der japanischen CMT-Branche. In den Schwellenländern stieg der gesamte Wert der Unternehmen über den gleichen Zeitraum mit durchschnittlich 38 Prozent pro Jahr mehr als doppelt so schnell wie in den Industrieländern. Dort lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei 15 Prozent. Wertzuwächse in den Industrieländern sind geringer
Viele der CMT-Unternehmen in den Industrieländern verzeichnen nur geringes Wachstum in ihren Heimatmärkten. Gerade Telekommunikationsanbieter suchen daher zunehmend Engagements in Schwellenländern, um ihre Umsätze und Erträge zu steigern. So erzielt die spanische Telefónica den Großteil ihres Wachstums in Lateinamerika. „Viele US-amerikanische, europäische und japanische Kommunikationsunternehmen haben an Wert verloren, weil sie zu wenig in neue Wachstumsregionen investiert oder sich sogar aus Wachstumsgeografien zurückgezogen haben“, sagt Experte Terfloth. Megatrends Mobilität und Lean Business Design
Über alle untersuchten Segmente hinweg findet sich die steigende Nachfrage nach kundenorientierten Gesamtlösungen, die den Mobilitätsfaktor nutzen, auch in den SPI-Daten wieder. Beispiele sind das iPhone von Apple oder der BlackBerry von Research in Motion, die den Nutzern den einfachen und mobilen Zugang auf Inhalte und Daten ermöglichen. Ob solche integrierten, über mehrere Stufen der Wertschöpfungskette übergreifenden Gesamtlösungen langfristig erfolgreich sein werden, muss sich erst noch herausstellen. Loyale Nutzergruppen und Advertising 2.0
Ein weiterer Megatrend, der aus der CMT-Studie von Oliver Wyman hervorgeht, sind neue Werbeformen, die von der zunehmenden Online- und Mobilkommunikation der Kunden profitieren. Online-Werbung ist bereits heute ein 40 Milliarden US-Dollar schweres Geschäft. In den nächsten Jahren wird ihr jährliches Wachstum bei über 20 Prozent liegen. Dagegen ist die Werbung über mobile Geräte bisher nicht aus den Kinderschuhen herausgekommen. Mit dem zunehmenden Aufbau von mobilen Breitbandnetzen sollte sich das allerdings bald ändern. Search-Primus Google ist gut positioniert, um vom Trend zunehmender Online- und mobiler Werbung zu profitieren. Doch dies tun auch regionale Anbieter, die loyale Nutzergruppen im Wachstumsmarkt China ermöglichen. Die CMT-Branchenperformance
Im Jahr 2007 stieg der Börsenwert der CMT-Unternehmen auf 8,2 Billionen US-Dollar. Dies sind circa 14 Prozent des gesamten weltweiten Börsenwertes. Über die letzten fünf Jahre erreichte die CMT-Branche eine durchschnittliche jährliche Wertsteigerung von 20 Prozent. Vor allem die reinen Mobilfunkanbieter taten sich hier hervor. Sie verzeichneten über die letzten fünf Jahre eine durchschnittliche jährliche Zuwachsrate von 31 Prozent. Das zu einer reifen Industrie gewordene Software- und IT-Servicessegment erreichte im selben Zeitraum zwölf Prozent. Bei Hardwarekomponenten und Halbleitern, die von den Industrieländern der Triade dominiert werden, belief sich das Wertwachstum auf jährlich 18 Prozent. Die Studie „CMT – State of the Industry“ Bei Rundfunk, Internet und Telefonie wachsen Geräte wie Services mehr und mehr zusammen: Internet im Fernseher, Fernsehen am Computer, Telefongesellschaften bieten Filme und Kabelgesellschaften Telefonie. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, fasst die vorliegende Oliver Wyman-Studie die Branchen Telekommunikation, Medien, Computerhardware, Software und Unterhaltungselektronik unter dem Begriff „CMT“ zusammen. Die branchenübergreifende Studie betrachtet die weltweit größten 450 Festnetz- und Mobilfunkanbieter, Hardware- und Halbleiterproduzenten, Hersteller von Unterhaltungselektronik, Softwareproduzenten und Computerdienstleister sowie Medienunternehmen über einen Fünfjahreszeitraum hinweg. Die elf untersuchten Regionen umfassen die USA und Kanada, Westeuropa, Japan, China, Südkorea, Lateinamerika (einschließlich Mexiko), Indien, den Rest Asiens, den Mittleren Osten und Afrika, Zentral- und Osteuropa sowie Australien und Neuseeland. Als Messlatte für den Erfolg der Unternehmen in diesem Zeitraum wurde der 1997 von Oliver Wyman entwickelte Shareholder Performance Index (SPI) gewählt. Er errechnet sich aus monatlich erhobenen Aktionärserträgen (geometrischer Durchschnitt) dividiert durch Risiko (definiert als Standardabweichung der Erträge) minus des auf gleiche Weise ermittelten Medians aller untersuchten Unternehmen. So entsteht ein für den Betrachtungszeitraum von fünf Jahren gültiger Wert der Aktienperformance der Unternehmen. Von anderen performancebasierten Indices unterscheidet sich der SPI durch seine Berücksichtigung der Risiken: Erwirtschafteten zwei Unternehmen denselben absoluten Gewinn für ihre Aktionäre, so wird das Unternehmen höher bewertet, das eine geringere Volatilität aufweist. Auch Übernahmen, Spin-Offs sowie Währungseffekte werden im SPI berücksichtigt. |
| < zurück | weiter > |
|---|



