| Was intelligente Prozessverarbeitung heute leisten kann: Kein Stein bleibt auf dem anderen | | Drucken | |
| 25. März 2008 | |
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Die Zeiten, in denen Jobs nach Betriebsschluss und seelenruhig im stillen Kämmerlein vor sich hin liefen, sind heute endgültig vorbei. Heute laufen sie ereignisbasiert und in Abstimmung mit den Geschäftsprozessen, die plattformübergreifend Mehrwert transportieren. Dieser Beitrag geht der Frage nach, was aus dem guten alten Job Scheduling geworden und wofür es heute noch zu brauchen ist. Noch vor ein paar Jahren dachte man bei Jobsteuerung automatisch an Großrechner. Sie waren sozusagen die klassische Bastion der sequentiellen Verarbeitung von zum Teil riesigen Datenmengen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Neue technische und wirtschaftliche Anforderungen sowie heterogene IT-Landschaften, in denen Mainframes und offene Systeme nebeneinander und oft gleichberechtigt eingesetzt werden, brachten es mit sich, dass die Rollen entlang der Prozesskette neu verteilt wurden. Parallel dazu wurde auch die klassische Trennung zwischen Batch-Betrieb und Normalbetrieb zunehmend obsolet. Zumal die zur Abarbeitung der Jobs vorgesehenen Batch-Fenster, die früher so groß waren wie Scheunentore, zu kleinen Luken wurden. So sieht sich die Praxis mit immer mehr ereignisgesteuerten Jobs, die parallel zum Normalbetrieb eines Unternehmens ablaufen und in direkter Form in diesen eingreifen. Rein zeitgesteuerte Batch-Jobs, die nach wie vor von dieser Trennung leben und die an den Schnittstellen zum Kunden produzierten Anwendungsdaten systematisch ausklammern, werden dieser neuen Dynamik immer weniger gerecht. Echtzeit ist nicht alles Wer nun jedoch glaubt, dass im heutigen 24x7 Online-Business alles in Echtzeit passieren muss, der hat daraus die falschen Schlüsse gezogen. Denn Real-Time bedeutet in den meisten Fällen auch Real-Money – und das kann in vielen Fällen wesentlichbesser eingesetzt werden. Stefan Zeitzen, Country Manager Deutschland & Schweiz von UC4 Software, gibt ein Beispiel: „Besucht man einen Webshop, so reagiert die Seite in Echtzeit, der Besucher kann seinen Warenkorb füllen. Mit dem Klick auf ‚Bestellen’ aber startet die Hintergrundverarbeitung. Lagerstandsabfrage, Erstellung von Packliste und Lieferschein werden von einem Job Scheduler durch asynchrone Verarbeitung wesentlich kostengünstiger erledigt.“ Der springende Punkt ist: Lässt man Systemen ein wenig mehr Zeit, ergibt sich enormes Einsparpotenzial – ohne dass daraus seitens der Prozesse irgendwelche Nachteile entstehen. Denn ein Zeitversatz in der Verarbeitung spielt für die meisten Anwendungen und Kunden keine Rolle. So wirkt sich beispielsweise eine um zehn Minuten zeitversetzte Erstellung der Packliste nicht auf den täglichen Versand aus. Diese Art der intelligenten Batch Application Integration (BAI), wie Stefan Zeitzen sie anspricht, hat den einen entscheidenden Vorteil, dass die Hardware-Infrastruktur, die für die Hintergrundverarbeitung zuständig ist, auf die Durchschnittslast ausgelegt werden kann und nicht auf Maximallasten, wie es ihr großer Bruder – die Enterprise Application Integration, kurz EAI, – nicht müde wird einzufordern und damit seit Jahren auf der Stelle tritt. IT und Business gehören zusammen Das Bild rechts zeigt ein Beispiel dafür, wie IT und Business heute zusammenwachsen. Denn für die optimale Lastenverteilung ist – wie dieses Beispiel zeigt – nicht allein das dynamische Management der verfügbaren Ressourcen verantwortlich, sondern immer auch eine geschäftsrelevante Einschätzung in Bezug auf die Dringlichkeit der zu bearbeitenden Jobs, die plattformübergreifend gesteuert werden müssen. Isolierte Lösungsansätze sind hier fehl am Platz. Es geht heute mehr denn je um End-to-End-Automatisierung, die Fehlerquellen und Bruchstellen eliminiert, Abläufe schneller, sicherer und nachvollziehbarer macht und am Ende der Prozesskette für wirkliche Mehrwerte sorgt. Heute wissen Unternehmen, dass jede Unterbrechung und jeder händische Eingriff teuer bezahlt werden muss. Deshalb ist es sinnvoll, Jobs nahtlos über Abteilungs- und Systemgrenzen weiter zu reichen, damit die Wertsteigerung entlang der Prozesskette sichtbar wird. Ein Vorsprung in einer Abteilung, der in der Tür zur nächsten wieder verspielt wird, bringt niemandem etwas. Es zeigt sich, dass Automatisierung nicht glücklich macht, solange sie Stückwerk bleibt. Mit einem Skript hier, einem Werkzeug dort und einer Menge Schnittstellen dazwischen kommt man nicht weit und erhöht nur Komplexität und Gesamtrisiko. Heute geht es darum, das Thema Batch-Verarbeitung vor dem Hintergrund einer Service-orientierten Architektur (SOA) neu zu denken, bei der nicht nur Funktionen, sondern auch Rechen- und Speicherressourcen wie Services im Netz zur Verfügung gestellt und dynamisch zugeteilt werden können. Der Schlüssel für automatisierte End-to-End Geschäftsprozesse liegt dabei im Zusammenspiel des klassischen Job Schedulers mit den Aufgaben des Business Process Management (BPM), denn nur die Scheduling-Lösung weiß bereits im Vorfeld, wann welche geplanten Jobs laufen. Solange jedoch die Verbindung zwischen Geschäfts- und IT-Prozess für jeden einzelnen Ablauf eingerichtet und gewartet werden muss, werden die Aufwände dafür kaum leistbar sein. IT-Prozesse müssen heute nicht nur abteilungsübergreifend weitergereicht, sie müssen auch konsequent an der Unternehmensstrategie ausgerichtet werden. Nicht zuletzt, weil die Kontroll-, Prüf- und Reportpflichten aufgrund staatlicher Vorgaben immer wichtiger werden. Doch egal, ob der Hintergrund Sarbanes-Oxley, Basel II oder IT Governance heißt – Risiko Management muss nicht teuer sein, wenn die Prozesse richtig aufgesetzt sind und transparent ablaufen. Transparente Prozesse minimieren Risiko Zeitgemäßes Risiko-Management bedeutet, dass anfallende Jobs nicht nur auf allen Betriebssystemebenen gestartet, sondern auch zentral gesteuert und überwacht werden können. Denn nur ein zentrales Management sämtlicher Abläufe kann heute die revisionssichere Verfolgung aller Daten und Prozesse, Versions- und Updatemanagement, konsistente und zentrale Sicht auf alle Aktivitäten und – last but not least – eine optimierte Ressourcenauslastung durch die virtuelle Verteilung der Arbeitslasten garantieren. Dieser zugleich dynamische und transparente Umgang mit verteilten Jobs, Ressourcen und Arbeitslasten auf Basis einer hochskalierbaren Architektur ist die Voraussetzung für pro-aktives Prozessmanagement, das Unternehmen ein Höchstmaß an Wendigkeit und Sicherheit bietet. Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe Juli/August 2007 des it fokus. |
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