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Weltweite Avanade-Studie zeigt: Cloud Computing bereits Alltag
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| 18. July 2011 | |
Manager und IT-Entscheider haben keine Angst mehr vor Cloud Computing - jedes dritte Unternehmen gibt für Dienste aus der Wolke zwischen 20 und 30 Prozent seines IT-Budgets aus.
Das Thema Cloud Computing ist längst kein Hype mehr, sondern realer Geschäftsalltag: Denn bereits drei Viertel der Unternehmen in Deutschland (76 Prozent) und der Firmen weltweit (74 Prozent) nutzen Dienste aus der Wolke. In Europa liegt der Durchschnitt bei 68 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von Avanade, einem Anbieter von Business-Technologie-Services, in Auftrag gegeben wurde. Das unabhängige Forschungsunternehmen Kelton Research hat hierzu mehr als 570 Vorstände, Manager und IT-Entscheider aus Deutschland und 17 weiteren Ländern befragt.
Cloud Computing setzt sich durch
Dass die Akzeptanz von Diensten aus der Wolke in den letzten Monaten deutlich gestiegen ist, zeigt der Vergleich mit der Avanade Cloud Computing-Umfrage aus dem Januar 2009. So haben vor zwei Jahren noch 60 Prozent der deutschen Unternehmen keinerlei Dienste aus der Wolke bezogen, heute sind es lediglich 24 Prozent. Und auch weltweit ging dieser Wert signifikant – von 61 auf 26 Prozent – zurück. Heiko Leicht, Service Line Lead Technology Infrastructure bei Avanade Deutschland, erklärt: „Wir sehen, dass Cloud Computing innerhalb der letzten beiden Jahren den Kinderschuhen entwachsen ist, die Technologie ist nicht mehr neu und die anfängliche Zurückhaltung der Firmen nimmt stetig ab. Die IT-Entscheider haben Vertrauen gefasst, sowohl in die verfügbaren Dienste als auch in die Provider, und wollen die Vorteile umsetzen, die Cloud Computing verspricht – wie Flexibilität und Kostenpotenziale. Die Studie bestätigt zudem, dass die Akzeptanz von Diensten aus der Wolke auch in den kommenden Monaten weiter zunehmen wird”. So gibt die Mehrheit der deutschen Befragten an (75 Prozent), die derzeit noch kein Cloud Computing in vollem Umfang nutzt, dass sie das Cloud-Modell bereits testet oder sich in der Implementierungsphase befindet.
Sicherheitsbedenken noch präsent
Nur ein geringer Teil der deutschen CIOs und CEOs hat bisher keine Pläne, Cloud Computing zu nutzen und spricht sich laut Umfrage gegen den Einsatz derartiger Technologien aus. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber altbekannt:
Der Vergleich zwischen den Ergebnissen der aktuellen Studie und der Umfrage vor zwei Jahren zeigt jedoch, dass Unternehmen, die derzeit noch kein Cloud Computing nutzen, ihre Ängste in den letzten Monaten weiter abgebaut haben. So hatten damals noch 80 Prozent der CEOs und CIOs in Deutschland Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, aktuell sind es 63 Prozent. Weitere 65 Prozent meinten damals zudem, dass Cloud Computing lediglich ein „Hype” sei. Aktuell gibt nur noch jeder zehnte Befragte an (13 Prozent), dass die Managementebene den Mehrwert von Diensten aus der Wolke nicht erkennen würde.
Private Cloud bevorzugt
Dass Sicherheit und Datenschutz jedoch auch bei der aktuellen Nutzung von Cloud Computing wichtige Themen sind, zeigen folgende Ergebnisse: So urteilen 67 Prozent aller deutschen Befragten, dass sie die Private Cloud als sicherer empfinden als die öffentliche Version, die sogenannte Public Cloud. Aus diesem Grund spielt auch bei nahezu jedem zweiten Unternehmen hierzulande (48 Prozent) das Modell der Privaten Wolke eine wichtige Rolle in der unternehmenseigenen Cloud Computing-Strategie.
Unternehmen geben ein Viertel ihres IT-Budgets für Cloud Computing aus
Unabhängig von der bevorzugten Organisationsform der Cloud, setzt die Mehrheit der deutschen Studienteilnehmer bislang auf eine Kombination aus intern und extern gehosteten Systemen (67 Prozent), jeder Zehnte (neun Prozent) vertraut bereits allein auf die Cloud. Aus diesem Grund spielt auch im IT-Budget der Unternehmen Cloud Computing eine zunehmende Rolle:
Der Blick auf die absoluten Zahlen zeigt die konkreten Summen, die deutsche IT-Entscheider und Manager für Dienste aus der Wolke ausgeben:
CIOs und CEOs lagern vor allem geschäftsunkritische Dienste aus
Auf die Frage, für welche konkreten Cloud-Services die deutschen Befragten ihr verfügbares IT-Budget aufwenden, gibt die Mehrheit Software-as-a-Service an (39 Prozent), danach folgen Platform-as-a-Service (24 Prozent) und Infrastructure-as-a-Service (21 Prozent). Aufgeschlüsselt auf die einzelnen Bereiche zeigen die weiteren Ergebnisse, dass deutsche Firmen primär Anwendungen auslagern, die keine geschäftskritischen Prozesse steuern:
Kostenpotenziale und Flexibilität wichtigste Vorteile der Wolke
Die Mehrheit aller in Deutschland Befragten ist der Meinung, dass sich mittels Cloud-Technologien vor allem Kostenvorteile (58 Prozent, europaweit 50 Prozent) realisieren lassen und die IT flexibler agieren kann (52 Prozent, europaweit 51 Prozent):
Einige deutsche Firmen, die derzeit Cloud-basierte Technologien einsetzen, haben auch negative Erfahrungen mit Diensten aus der Wolke gemacht. So sind bereits 28 Prozent von einer extern gehosteten zu einer On-Premise verwalteten Lösung zurückgekehrt. Die primären Gründe waren Kostenaspekte (43 Prozent), Integrationsprobleme (29 Prozent) sowie Sicherheits- und Datenschutzbedenken (14 Prozent). In Europa hat bisher jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) die IT in den eigenen Betrieb zurückgeholt (weltweit 20 Prozent). Aus diesem Grund rät Heiko Leicht in klar definierten Schritten vorzugehen, wenn Unternehmen Cloud Computing nutzen und negative Erfahrungen vermeiden wollen: „Entscheidend ist eine Strategie, die konkret auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist. Jede Firma sollte daher eine entsprechende, individuelle Roadmap erstellen, welche Ziele sie mit dem Einsatz von Cloud Computing überhaupt erreichen will. Diese Roadmap bildet dann die Planungsgrundlage für alle weiteren Aktivitäten. Erst nachfolgend sollten Verantwortliche festlegen, welche Anwendungen überhaupt sinnvoll ausgelagert werden können und dabei beachten, ob sich diese auch mit ihren On-Premise gehosteten Systemen verknüpfen lassen. Oft stehen Firmen zudem vor dem Problem, dass nicht ausreichend interne Ressourcen, also genügend Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how, zur Verfügung stehen und es kann sinnvoll sein, einen externen Partner mit an Bord zu holen”. Heiko Leicht fährt fort: „Und auch der Sicherheitsaspekt spielt trotz steigender Akzeptanz weiterhin eine große Rolle in deutschen Unternehmen. Interessierte sollten also darauf achten, dass externe Provider ihr Sicherheitskonzept offen legen und zeigen können, welche technischen und organisatorischen Maßnahmen sie zum Schutze der Unternehmensdaten ergreifen. Wir raten immer, dass Firmen eigene, innerbetriebliche Governance-Regelungen erarbeiten. Denn neben dem reinen Implementierungsprozess ist ebenso der richtige Umgang mit der Technologie notwendig, um sämtliche Vorteile von Cloud Computing realisieren zu können.”
Cloud Computing-Governance: CEO ist zuständig
Die Studie zeigt, dass bereits 67 Prozent der deutschen Befragten derartige unternehmenseigene Richtlinien erarbeitet haben, die die Verwendung oder den Umgang mit Diensten aus der Wolke festlegen (weltweit 60 Prozent). Auch verdeutlichen die Ergebnisse, dass das Thema Governance und Cloud Computing in Deutschland sowie in Italien und Schweden primär in der Managementebene verankert ist. Denn auf die Frage, wer für die Festlegung von Regelungen für das Cloud Computing zuständig sei, gibt die Mehrheit der deutschen Studienteilnehmer die Geschäftsführungsebene an (82 Prozent), erst danach folgen IT-Verantwortliche (77 Prozent). In allen anderen europäischen Ländern sind hingegen die IT-Verantwortlichen die maßgeblichen Entscheidungsträger. Weniger oft beteiligt sind in Deutschland auch die Personalabteilung (HR) mit 27 Prozent und die jeweilige Rechtsabteilung (18 Prozent), obwohl sich die Befragten in diesem Bereich eine bessere Zusammenarbeit wünschen. 94 Prozent der hiesigen Teilnehmer sprechen sich dafür aus, dass unternehmenseigene Bestimmungen zum Cloud Computing in Zusammenarbeit mit mehreren Abteilungen, etwa IT, HR und Rechtsabteilung, entwickelt werden sollten.
Heiko Leicht fasst zusammen: „Mit der zunehmenden Akzeptanz von Diensten aus der Wolke wird oft proklamiert, dass sich die Rolle der IT-Abteilung durch Cloud Computing erheblich verändern wird. Unsere Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass nur 39 Prozent der deutschen Firmen die Einstellung teilen, dass die IT künftig als reiner Vermittler zwischen dem Unternehmen und externen Cloud-Anbietern fungieren wird. 45 Prozent meinen hingegen, dass die bisherige Rolle der IT bestehen bleibt – also weiterhin den Support der Nutzer übernimmt sowie On-Premise gehostete Dienste verwalten wird.”
Über die Studie
Die Studie „Cloud Computing” wurde von dem unabhängigen Forschungsunternehmen Kelton Research im Auftrag von Avanade durchgeführt. Von März bis April 2011 hat das Unternehmen hierzu 573 Interviews mit Managern, IT-Entscheidern und Abteilungsleitern in Deutschland und 17 weiteren Ländern in Nordamerika, Europa und dem Asien-Pazifik-Raum durchgeführt.
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