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Inhaltsangabe

Microsoft/Yahoo: Mobile Dienste - das Sahne- häubchen auf dem Kuchen PDF  | Drucken |  E-Mail
05. Februar 2008

Die Chance des mobilen Internet ist sicherlich nicht der Hauptgrund für Microsofts Angebot an Yahoo. Von der Mobile-Perspektive aus betrachtet, hätte ein Merger zwischen Microsoft und Yahoo jedoch eine gewisse Logik.

Bis jetzt sind die Portalbetreiber bei ihren Ausflügen zu Geräten mit kleinen Bildschirmen daran gescheitert, ihre Anwendungen in überzeugender Auflösung darzustellen. Noch haben sich die Mobilnetzbetreiber nicht mit ihren Portalen durchgesetzt.  Wenn es um Internetdienste auf Mobiltelefonen geht, sind auf einem potenziellen Markt mit Milliarden von Menschen noch alle Karten offen. Ein Merger zwischen Microsoft und Yahoo hätte jedoch eine gewisse Logik, da sich die Mobile-Aktivitäten der beiden Player in einigen interessanten Aspekten ergänzen.

Was werden Leute mit dem Internet auf ihren Mobiltelefonen tun wollen? Viele Dinge, natürlich. Aber die meisten davon lassen sich mit „Dinge und Orte finden und mit Menschen kommunizieren“ zusammenfassen. Das wiederum führt zu drei Schlüsselanwendungen: Suche, Karten und Nachrichten-übermittlung. Somit würde der Weg zum Erfolg eines mobilen Internet Portal-Betreibers darin bestehen, einen beherrschenden Marktanteil dieser Anwen-dungsgruppen zu erreichen, sie eng mit der Betriebsplattform des Telefons zu verknüpfen, so dass die Anwendungen leicht zu bedienen und in den Funktions-umfang des Telefons ebenso wie Adressbücher, Foto- oder Musik-Verwaltung und die Telefonie-Funktionen integriert sind.

Google hat damit begonnen, einige dieser Teilchen zusammenzu-fügen. Seine Suchmaschine funktioniert als unabhängiger Dienst auf mobilen Geräten gut, da die Benutzeroberfläche einfach ist und nur wenig Datenver-kehr erzeugt wird. Außerdem ist Google der Suchmaschinenpartner von einigen der weltweit größten Mobilnetzbetreibern, allen voran Vodafone und T-Mobile. Im Bereich der Karten gewinnen die Google Maps und Earth-Anwen-dungen an Beliebtheit als mobile Dienste, trotzdem sie sich noch nicht so durchgesetzt haben wie die Suchfunktion. Messaging ist dabei das schwächste Glied der Kette für Google, trotzdem die Dienste Gmail und Goolge Talk an Beliebtheit zunehmen. Und nun zielt die Initiative Android darauf ab, die Platt-form zu liefen, die all diese Anwendungen untermauert und integriert, um eine herausragende Dienste-Umgebung für mobile Anwender zu bieten.

Ein Merger von Microsoft und Yahoo könnte ein kräftiges Gegenge-wicht zu Googles „Mobile Strategie“ ausüben. Software-seitig hat sich Microsofts Mobil Strategie auf die eigene Plattform, das Windows Mobile Be-triebssystem, fokussiert. Yahoo hingegen hat sich auf Anwendungen fokussiert, einschließlich individueller Anwendungen wie beispielsweise Flickr als auch seiner integrierten Suite „Go“. Ein Zusammenschluss Microsoft/Yahoo könnte damit beginnen, eine Art von Integration zwischen Plattformen und Applika-tionen zu entwickeln, die bei Google nur ein Augenzwinkern auslösen würde. Yahoo und Microsoft haben gemeinsam jedoch eine beachtliche Anwenderbasis in den drei Schlüsselanwendungen für das mobile Internet: Vornehmlich die beherrschende Führung in der Nachrichtenübermittlung, dem schwächsten Teil bei Google. Die technischen Arbeiten für die Integration dieser Communities sind bereits voll im Gange. Microsoft und Yahoo haben bereits 2006 die Zusammenarbeit ihrer Messanger Dienste angekündigt.

Microsoft und Yahoo haben erfolgreiche Kooperationen mit Mobilnetz-anbietern über die Entwicklung mobiler Internetdienste geschlossen. Es besteh-en ebenfalls zahlreiche Partnerschaften mit Betreibern über den mobilen Zu-gang zu Email- und Messenger-Diensten. Yahoo ist dabei, mehrere Partner-schaften mit Betreibern einzugehen, die mit ihren Produkten für die mobile Werbung noch in der embryonalen Phase stecken, einschließlich AT&T in den USA und Vodafone & T-Mobile in den UK. Entwickelt sich das mobile Internet wie gewünscht, wird sich eine Kooperation mit diesen Betreibern als ein we-sentlicher Mehrwert erweisen: Die Netzbetreiber kontrollieren die Tarifierung und auf vielen Märkten beherrschen sie die Logistikkette für mobile Endgeräte. Es wird für jeden Internet Portal-Anbieter schwer sein, auf diesen beiden Bereichen ohne günstige Konditionen die kritische Masse zu erreichen.

John Delaney, Analyst bei Ovum

 
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