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it fokus

it fokus richtet sich an die technischen Entscheider in mittelständischen und großen Unternehmen. Leser sind in erster Linie Leiter und Mitarbeiter der Fachabteilungen Anwendungsentwicklung, Methoden & Verfahren, Qualitätssicherung und Netzwerktechnik. Dementsprechend technisch fundiert berichtet it fokus.

 

Seit Anfang 2008 ist it fokus unter der Rubrik „it tech-nologie“ im it management integriert. Die it fokus-Ar-tikel können Sie nach wie vor an dieser Stelle lesen.

Microsoft SOA und Business Process Management: Auf dem Weg nach Oslo PDF  | Drucken |  E-Mail
09. January 2008

Vom 29. Oktober bis zum 2. November 2007 fand in Redmond, USA, bereits zum fünften Mal Microsofts SOA und BPM Konferenz statt, zu der sich mehr als 1.000 Teilnehmer im Konferenzzentrum des Unternehmens einfanden.

Das breit gefächerte Angebot mit vier parallelen Veranstaltungsreihen

1. Architektur und Infrastruktur,
2. Lösungsarchitektur,
3. Grundlagen und Softwareunterstützung,
4. Darstellung des Geschäftswerts


und mehr als 72 Vorträgen begeisterte die zahlreiche Teilnehmergemeinde, die das Programm mit besten Bewertungen als gelungen würdigte. Besonders er-freut zeigte sich der Veranstalter, dass neben den bisher erschienenen „Ve-teranen“ dieses Mal eine noch größere Anzahl von neuen Besuchern den Weg nach Redmond auf sich nahm. Darunter sind besonders Teilnehmer aus Ländern Süd- und Mittelamerikas und Israel zu benennen. Traditionell zahlreich erschienen die Besucher aus Großbritannien, Schweden und Dänemark. Letzeres Land entwickelte sich hinsichtlich des Einsatzes von neuen Technolo-gien heimlich zur Nummer 1 im europäischen EDV Markt. 23 Aussteller mit ihren Entwicklungen um Microsoft Technologien rundeten das Programm ab.

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Don Ferguson

Wie wichtig und bedeutend Microsoft das in der Connected Systems Division angesiedelte Thema bewertet streicht Don Ferguson heraus. Er arbeitet als Microsoft Technical Fellow in der „Platforms and Strategy (Gruppe) in the office of the CTO”. Die Betonung seiner Arbeit liegt auf den von Microsoft für die Zukunft zu definierenden und zu entwickelnden Themen. Noch bedeutsamer erscheint Don Fergusons Vergangenheit – er bekleidete als einer von (nur) 225 IBM Fellows (in der Geschichte) das Amt des Chief Architects der IBM Software Group (unter seiner Anleitung entwickelte IBM WebSphere, Tivoli, DB2, Rational und Lotus Software(suiten)). In der gesamten Vergangenheit (von IBM) ist er erst der fünfte IBM Fellow, der Big Blue den Rücken kehrte, um seine Vorstellungen einer nachhaltigen Veränderung des uns bisher Bekannten umzusetzen, so teilte er sich den Besuchern mit. Für Microsoft selbst, seinen Partnern und den gemeinsamen Kunden und Anwendern bedeutet seine Verpflichtung einen hoch einzuschätzenden Gewinn. So klärte Don Ferguson alle Zweifel über seine Rolle, als er Robert Wahbe, Corporate Vice President Connected Systems Division, sofort die Neuigkeiten über „Oslo“ verlesen las. Unter seiner Führung entwickelt Microsoft seine eigenen Vorstellungen einer SOA Architektur und Web Service Plattform über die (Software)Palette des Herstellers hinweg.

Oslo

Die unter obigem Codenamen zusammengeführte Software wird als Einheit ab 2009 ausgeliefert (siehe Bild 1, zeitliche Freigabeplanung). Oslo stellt eine breit angelegte Microsoft Initiative dar, um Kommunikations- und Geschäftsprozess- Technologie für „composite applications“ auszuliefern. Dies sind Anwendungen, die neue Geschäftsabläufe auf bereits in einer Organisation vorhandene Ab-läufe, etwa ERP, darstellen und mit diesen via Web Services kommunizieren. Als herausragende Software in der als Oslo bezeichneten Initiative gilt BizTalk Server Version 6 (BizTalk Server 2006 R2 bezeichnet Microsoft intern als Version 5). Version 6 wird eine neue Kommunikationskomponente (messaging component) aufsetzend auf der Windows Communication Foundation (WCF) und eine neue auf den Workflow Foundation (WF) aufsetzende Geschäftspro-zesslaufzeitumgebung (workflow engine) auf den Markt bringen. Beide, WCF und WF, zu anfangs im .NET Framework 3.0 eingeschlossen, werden in
zukünftigen Versionen einschließlich Oslo erhältlich sein, sind aber bisher nicht offiziell benannt und werden im Beitrag als .NET Framework „4“ bezeichnet. Zusätzlich wird BizTalk Server 6 weitere nicht im Framework enthaltene Komponenten umfassen:

1. Unterstützung für „publish-subscribe communication routing“ (Nachrichten-verteilung auf Basis von Metadaten).
2. Kommunikations-Adapter um Anbindungen zu bedeutenden Geschäfts-anwendungen (zum Beispiel mySAP ERP, Siebel CRM) zu gewährleisten.
3. Unterstützung für die Bereitstellung von (Geschäfts)Abläufen auf Server-farmen

Ein weiterer Teil von Oslo ist eine gemeinsam genutzte Repository Komponente, die Abläufe, „Web Service Contracts“ und andere Komponenten von „composite applications“ speichert und zentralisierte Entwicklung und Verwaltung unterstützt. Dieses Repository wird dann sowohl von BizTalk Server Version 6 als auch von Visual Studio (sehr wahrscheinlich mit dem Codename „Rosario“ bezeichnet und ca. 2009 verfügbar) genutzt; ebenfalls von zukünftigen Versionen der Systems Center Software wie Operations Manager, Überwachungssoftware und dem „configuration manager“ für Software UpDates und Softwarebestandsverwaltung. Die Art und Weise der Auslieferung des Repository muss noch geklärt werden – neben anderen Möglichkeiten könnte es Bestandteil vom .NET Framework „4“ sein, eine einzelne Software oder sogar ein (weiteres) Merkmal des Microsoft SQL Server Management Systems werden. Visual Studio wird weiterhin BizTalk Server die Entwicklungsumgebung und deren Mittel bereitstellen, um Kommunikations- und Geschäftsabläufe zu erschaffen. Jedoch wird Version 6, ähnlich wie Vorgängerversionen, sehr wahrscheinlich Prozessmodellierungs- und Überwachungssoftware enthalten, die eben nicht Visual Studio benötigen, um Analysten zu unterstützen, die Geschäftsabläufe definieren und überprüfen (müssen).

Stand heute

Das bereits heute verfügbare SOA- und Geschäftsprozesssoftware-Portfolio von Microsoft spannt sich über einen breiten Bereich, der Geschäfts- und EDV-Strategie als auch Lösungsbereitstellung umfasst.
Die Ansammlung gibt Verantwortlichen für Geschäftsführung, EDV-Fachleuten, Architekten und (Software)Entwicklern Handreichungen, Technologien und eine Reihe von (unterstützender) Software, um die Gesamtheit der Anwendungen und Tragweite ihrer Arbeitsweise, Entwürfe zukünftiger Anwendungen, deren Design, den Aufbau und die (weitere) Pflege, Aufrechterhaltung von SOA- und Geschäftsprozessstrategien und deren entsprechende Lösungsansätze zu gewährleisten, genauso Software im Umfeld eines Mitarbeiters in seinen Rollen zu berücksichtigen. Die Voraussetzung der Ergebnisse dieser Implementierung fach- und zeitgerechter Anwendungen und Optimierung von Geschäftsabläufen, welche tatsächlich die Produktivität anheben, die Kosten nachhaltig senken und vor allem aber organisatorische Flexibilität und rechtzeitige Anpassungs-fähigkeit bedeuten, sind:

1. die (Rück)Besinnung auf bereits vorhandene (Lösungs-)Teile und Anwendungen sowie
2. die Durchsetzung eines sich an Modellen orientierenden Vorgehens,

um die Verquickung von tatsächlichen Geschäftsabläufen und Microsoft Technologien darzustellen (siehe Bild 2). „Der Beginn liegt in der Konzentration auf die geschäftlichen Bedürfnisse, dann die Betonung auf einem weichen (=schrittweisen) Übergang zur IT“, so Kris Horrocks, Senior Produkt Manager BizTalk Server. Dazu lesen Sie bitte nachfolgende Beschreibung von Beispielen.

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Erfreuliche Entwicklungen

Unter den insgesamt 33 Präsentationen von 21 Microsoft Partnern und 12 Anwendern befanden sich auch zwei aus Deutschland. Zum einen die daenet GmbH mit ihrem Konzept, RFID neu (als Bestand)Teil des Microsoft Techno-logie Angebots allgemein (allein), aber auch im Zusammenhang mit BizTalk Server 2006 R2 einem neuen Anwenderkreis zugänglich zu machen. Daneben gab es Entwicklungen um die ARIS Software der IDS Scheer AG. Das Unter-nehmen aus Saarbrücken ist bereits seit Anfang (Februar 2007) in der Microsoft Business Process Alliance eingegliedert. Die AG bringt einen reichhal-tigen Erfahrungsschatz im ansprechenden Design von Geschäftsprozessen und deren erfolgreichen Umsetzungen mit ein.

Daenet GmbH — Serviceorientierte RFID Lösungen

Microsoft (BizTalk) RFID stellt eine neue Softwareplattform dar, die es beispielsweise Anbietern in der Industrie ermöglicht, RFID- und Sensoren-Lösungen auf der .NET Plattform in kürzester Zeit zu erstellen. Mit den von der daenet GmbH erstellten eigenen Softwarestacks geht eine verbesserte Nutzung der Microsoft Grundlagen (SOA Konzepte) einher: Noch fehlende Service Bus Entwicklungen liefert das Unternehmen selbst, um dann innerhalb eines Lösungsszenarios mit BizTalk Server 2006 R2 sicherzustellen, dass Endgeräte jeglicher Art – von beliebigen Herstellern an unterschiedlichsten Orten in willkürlicher Anzahl und Reihenfolge eingesetzt – eindeutige und nachvollzieh-, sprich überprüfbare, Ergebnisse liefern.


IDS Scheer AG — ein geschlossener BPM Kreislauf

Nach Aussage und Vorführung der beteiligten Accenture, Avanade, IDS Scheer und Microsoft gibt es nun Bewegung im Versuch die Modellierung von Geschäftsprozessen direkt in Microsoft BizTalk Server 2006 R2 erfolgreich umzusetzen. Mit dieser strategischen Initiative gilt es, IDS Scheer ARIS Software von der reinen Geschäftsablaufmodellierung zur Ablaufausführung, Überwachung, Simulation und Optimierung heranzuziehen. Die Bedeutungen für die (hohe) Erwartungshaltung innerhalb des Markts sind enorm:

1. eine große Erleichterung für Architekten
2. schnellere Verfügbarkeit von Lösungen für Anwender (siehe Bild 3).

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IONA — Integration von Legacy (Alt) Systemen

Die Bereitstellung von Legacy oder alten Geschäftsanwendungen nach BizTalk Server ermöglicht die Automatisierung und Optimierung von geschäfts-relevanten Abläufen, die sowohl .NET als auch nicht .NET Anwendungen, Mitarbeiter des Unternehmens und sogar ganze Organisationen umfassen. Die dabei verwendete Software gewährleistet EDV-Abteilungen, Anwendungen schneller durch ihre Wiederverwendung als Service bereit zustellen. Das geschieht auf verschiedenen Wegen für den Einschluss von nicht auf Microsoft (Software) basierenden Anwendungen, dem Ausräumen von möglichen Hürden dabei und vorgelebten Erfahrungswerten, um in tatsächlich existierenden heterogenen Umgebungen zu arbeiten. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Java CORBA Server auf einem Sun Solaris Betriebssystem, WebSphere EJB auf einem IBM (z/OS) Großrechner handelt oder JMS Server auf einem Linux Betriebssystem, um sie in eine einzige BizTalk Orchestration
einzubinden. Es reichen die Ausschöpfung der Microsoft BizTalk Server 2006 R2 Bordmittel und das von IONA entwickelte Artix (siehe Bild 4).

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EMC — Microsoft Excel 2007 und Web Services: „Software plus Service“ bereits im Einsatz


Die Vision „Software plus Services“ bezieht sich darauf, die Rechenleistung eines Clients zu benutzen, um dem Anwender eine bestmögliche Arbeits-umgebung zu gewährleisten, trotzdem dabei die Geschäftslogik in sicheren, serverbasierten EDV-Umgebungen zu belassen. Das 2007 Microsoft Office System wurde zwischenzeitlich zu einer Anwendungsentwicklungsplattform, die eine große Menge an Serviceleistungen bereitstellt, mit denen unternehmens-weite Anwendungen geschaffen werden können, und sie stellt eine anerkannte Benutzerschnittstelle selbst dar: Unternehmensrelevante Anwendungen von höchster Bedeutung finden sich genau dort (!). Es ist also möglich, Frameworks einzusetzen, die Microsoft Excel 2007 automatisieren, um „Software plus Services“ als architektonische Muster zu implementieren. Anwender benutzen VSTO auf dem Rechenclient, Microsoft Office SharePoint Server 2007 (MOSS 2007) und Excel Services auf dem Server. Ein Geschäftslogik Framework erlaubt Excel 2007 Arbeitsmappe (Workbook)-Erstellern die Geschäftsregeln des Systems durch ein Excel Add-In zu ändern, ohne dabei eine neuerliche Kompilierung und Wiederverteilung des Codes vornehmen zu müssen. Excel XML maps (Zuordnungen) stellen die programmatische und Anwenderschnitt-stelle dar, um WCF Web Service Schema Ein- und Ausgaben in/nach Arbeits-blättern zuzuordnen. Office Business Applikationen (OBA) implementieren diese Frameworks, die Excel 2007 Merkmale wie angepasstes XML, „managed-code add-ins“ und Ribbon UI Erweiterbarkeit umsetzen. MOSS 2007 Excel Services stellen Ausführbarkeit sicher, ebenso Dokumentenmanagement. SQL Server Reporting Services bereiten Dashbords auf. Dabei empfiehlt es sich, Richtlinien und anerkannte Vorgehensweisen zu würdigen (siehe Bild 5).

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Fazit

Auf der Konferenz zeigte sich deutlich, dass sich der Microsoft Ansatz auf eine wesentliche breitere Basis von Architekten, Entwicklern und Partnern stützt als vor Jahresfrist. Dabei treiben viele der letztgenannten Lösungen in einem hohen Tempo voran, die sowohl als Lösungsbaustein oder als Ganzes einsetz-bar sind. Die hohe Integrationsfähigkeit der Microsoft Software zeichnet sich deutlich ab, wobei der technologische Ansatz noch überwiegt. Im Gegensatz dazu hat Oslo einen im Lebenszyklus durchgängigen modellgetriebenen Ansatz, der beim Geschäftsanwender in der Prozessmodellierung mit nicht-technischer Software (etwa Visio) beginnt.


Andreas W. Niegel Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Marcus J. Armbruster Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Jan Tittel Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe it fokus 11/12 2007

 
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