| Microsoft SOA und Business Process Management: Auf dem Weg nach Oslo | | Drucken | |
| 09. January 2008 | |
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Vom 29. Oktober bis zum 2. November 2007 fand in Redmond, USA, bereits zum fünften Mal Microsofts SOA und BPM Konferenz statt, zu der sich mehr als 1.000 Teilnehmer im Konferenzzentrum des Unternehmens einfanden. Das breit gefächerte Angebot mit vier parallelen Veranstaltungsreihen
1. Architektur und Infrastruktur,
Don Ferguson Wie wichtig und bedeutend Microsoft das in der Connected Systems Division angesiedelte Thema bewertet streicht Don Ferguson heraus. Er arbeitet als Microsoft Technical Fellow in der „Platforms and Strategy (Gruppe) in the office of the CTO”. Die Betonung seiner Arbeit liegt auf den von Microsoft für die Zukunft zu definierenden und zu entwickelnden Themen. Noch bedeutsamer erscheint Don Fergusons Vergangenheit – er bekleidete als einer von (nur) 225 IBM Fellows (in der Geschichte) das Amt des Chief Architects der IBM Software Group (unter seiner Anleitung entwickelte IBM WebSphere, Tivoli, DB2, Rational und Lotus Software(suiten)). In der gesamten Vergangenheit (von IBM) ist er erst der fünfte IBM Fellow, der Big Blue den Rücken kehrte, um seine Vorstellungen einer nachhaltigen Veränderung des uns bisher Bekannten umzusetzen, so teilte er sich den Besuchern mit. Für Microsoft selbst, seinen Partnern und den gemeinsamen Kunden und Anwendern bedeutet seine Verpflichtung einen hoch einzuschätzenden Gewinn. So klärte Don Ferguson alle Zweifel über seine Rolle, als er Robert Wahbe, Corporate Vice President Connected Systems Division, sofort die Neuigkeiten über „Oslo“ verlesen las. Unter seiner Führung entwickelt Microsoft seine eigenen Vorstellungen einer SOA Architektur und Web Service Plattform über die (Software)Palette des Herstellers hinweg. Oslo
Die unter obigem Codenamen zusammengeführte Software wird als Einheit ab 2009 ausgeliefert (siehe Bild 1, zeitliche Freigabeplanung). Oslo stellt eine breit angelegte Microsoft Initiative dar, um Kommunikations- und Geschäftsprozess- Technologie für „composite applications“ auszuliefern. Dies sind Anwendungen, die neue Geschäftsabläufe auf bereits in einer Organisation vorhandene Ab-läufe, etwa ERP, darstellen und mit diesen via Web Services kommunizieren. Als herausragende Software in der als Oslo bezeichneten Initiative gilt BizTalk Server Version 6 (BizTalk Server 2006 R2 bezeichnet Microsoft intern als Version 5). Version 6 wird eine neue Kommunikationskomponente (messaging component) aufsetzend auf der Windows Communication Foundation (WCF) und eine neue auf den Workflow Foundation (WF) aufsetzende Geschäftspro-zesslaufzeitumgebung (workflow engine) auf den Markt bringen. Beide, WCF und WF, zu anfangs im .NET Framework 3.0 eingeschlossen, werden in
1. Unterstützung für „publish-subscribe communication routing“ (Nachrichten-verteilung auf Basis von Metadaten). Ein weiterer Teil von Oslo ist eine gemeinsam genutzte Repository Komponente, die Abläufe, „Web Service Contracts“ und andere Komponenten von „composite applications“ speichert und zentralisierte Entwicklung und Verwaltung unterstützt. Dieses Repository wird dann sowohl von BizTalk Server Version 6 als auch von Visual Studio (sehr wahrscheinlich mit dem Codename „Rosario“ bezeichnet und ca. 2009 verfügbar) genutzt; ebenfalls von zukünftigen Versionen der Systems Center Software wie Operations Manager, Überwachungssoftware und dem „configuration manager“ für Software UpDates und Softwarebestandsverwaltung. Die Art und Weise der Auslieferung des Repository muss noch geklärt werden – neben anderen Möglichkeiten könnte es Bestandteil vom .NET Framework „4“ sein, eine einzelne Software oder sogar ein (weiteres) Merkmal des Microsoft SQL Server Management Systems werden. Visual Studio wird weiterhin BizTalk Server die Entwicklungsumgebung und deren Mittel bereitstellen, um Kommunikations- und Geschäftsabläufe zu erschaffen. Jedoch wird Version 6, ähnlich wie Vorgängerversionen, sehr wahrscheinlich Prozessmodellierungs- und Überwachungssoftware enthalten, die eben nicht Visual Studio benötigen, um Analysten zu unterstützen, die Geschäftsabläufe definieren und überprüfen (müssen).
Stand heute
Das bereits heute verfügbare SOA- und Geschäftsprozesssoftware-Portfolio von Microsoft spannt sich über einen breiten Bereich, der Geschäfts- und EDV-Strategie als auch Lösungsbereitstellung umfasst.
1. die (Rück)Besinnung auf bereits vorhandene (Lösungs-)Teile und Anwendungen sowie um die Verquickung von tatsächlichen Geschäftsabläufen und Microsoft Technologien darzustellen (siehe Bild 2). „Der Beginn liegt in der Konzentration auf die geschäftlichen Bedürfnisse, dann die Betonung auf einem weichen (=schrittweisen) Übergang zur IT“, so Kris Horrocks, Senior Produkt Manager BizTalk Server. Dazu lesen Sie bitte nachfolgende Beschreibung von Beispielen. Erfreuliche Entwicklungen Unter den insgesamt 33 Präsentationen von 21 Microsoft Partnern und 12 Anwendern befanden sich auch zwei aus Deutschland. Zum einen die daenet GmbH mit ihrem Konzept, RFID neu (als Bestand)Teil des Microsoft Techno-logie Angebots allgemein (allein), aber auch im Zusammenhang mit BizTalk Server 2006 R2 einem neuen Anwenderkreis zugänglich zu machen. Daneben gab es Entwicklungen um die ARIS Software der IDS Scheer AG. Das Unter-nehmen aus Saarbrücken ist bereits seit Anfang (Februar 2007) in der Microsoft Business Process Alliance eingegliedert. Die AG bringt einen reichhal-tigen Erfahrungsschatz im ansprechenden Design von Geschäftsprozessen und deren erfolgreichen Umsetzungen mit ein. Daenet GmbH — Serviceorientierte RFID Lösungen Microsoft (BizTalk) RFID stellt eine neue Softwareplattform dar, die es beispielsweise Anbietern in der Industrie ermöglicht, RFID- und Sensoren-Lösungen auf der .NET Plattform in kürzester Zeit zu erstellen. Mit den von der daenet GmbH erstellten eigenen Softwarestacks geht eine verbesserte Nutzung der Microsoft Grundlagen (SOA Konzepte) einher: Noch fehlende Service Bus Entwicklungen liefert das Unternehmen selbst, um dann innerhalb eines Lösungsszenarios mit BizTalk Server 2006 R2 sicherzustellen, dass Endgeräte jeglicher Art – von beliebigen Herstellern an unterschiedlichsten Orten in willkürlicher Anzahl und Reihenfolge eingesetzt – eindeutige und nachvollzieh-, sprich überprüfbare, Ergebnisse liefern.
Nach Aussage und Vorführung der beteiligten Accenture, Avanade, IDS Scheer und Microsoft gibt es nun Bewegung im Versuch die Modellierung von Geschäftsprozessen direkt in Microsoft BizTalk Server 2006 R2 erfolgreich umzusetzen. Mit dieser strategischen Initiative gilt es, IDS Scheer ARIS Software von der reinen Geschäftsablaufmodellierung zur Ablaufausführung, Überwachung, Simulation und Optimierung heranzuziehen. Die Bedeutungen für die (hohe) Erwartungshaltung innerhalb des Markts sind enorm:
1. eine große Erleichterung für Architekten
IONA — Integration von Legacy (Alt) Systemen
Die Bereitstellung von Legacy oder alten Geschäftsanwendungen nach BizTalk Server ermöglicht die Automatisierung und Optimierung von geschäfts-relevanten Abläufen, die sowohl .NET als auch nicht .NET Anwendungen, Mitarbeiter des Unternehmens und sogar ganze Organisationen umfassen. Die dabei verwendete Software gewährleistet EDV-Abteilungen, Anwendungen schneller durch ihre Wiederverwendung als Service bereit zustellen. Das geschieht auf verschiedenen Wegen für den Einschluss von nicht auf Microsoft (Software) basierenden Anwendungen, dem Ausräumen von möglichen Hürden dabei und vorgelebten Erfahrungswerten, um in tatsächlich existierenden heterogenen Umgebungen zu arbeiten. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Java CORBA Server auf einem Sun Solaris Betriebssystem, WebSphere EJB auf einem IBM (z/OS) Großrechner handelt oder JMS Server auf einem Linux Betriebssystem, um sie in eine einzige BizTalk Orchestration EMC — Microsoft Excel 2007 und Web Services: „Software plus Service“ bereits im Einsatz
Fazit Auf der Konferenz zeigte sich deutlich, dass sich der Microsoft Ansatz auf eine wesentliche breitere Basis von Architekten, Entwicklern und Partnern stützt als vor Jahresfrist. Dabei treiben viele der letztgenannten Lösungen in einem hohen Tempo voran, die sowohl als Lösungsbaustein oder als Ganzes einsetz-bar sind. Die hohe Integrationsfähigkeit der Microsoft Software zeichnet sich deutlich ab, wobei der technologische Ansatz noch überwiegt. Im Gegensatz dazu hat Oslo einen im Lebenszyklus durchgängigen modellgetriebenen Ansatz, der beim Geschäftsanwender in der Prozessmodellierung mit nicht-technischer Software (etwa Visio) beginnt.
Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe it fokus 11/12 2007 |
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