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Deutsche akzeptieren neue biometrische Sicherheitsverfahren nur zögerlich PDF  | Drucken |  E-Mail
20. November 2008

Security Index Studie von Unisys zeigt: Die Deutschen sind nach wie vor sehr besorgt um ihre Sicherheit und bevorzugen vertraute Technologien zur bes-seren Absicherung.

Die aktuelle Ausgabe der Studie Security Index von Unisys zu den Sicherheits-bedenken in den Bereichen nationale, finanzielle, Internet- und persönliche Sicherheit in Deutschland, Europa, Asien und USA zeigt: die Deutschen sind nach wie vor überdurchschnittlich besorgt um ihre Sicherheit – insbesondere wenn es um die Sicherheit von persönlichen Daten, Online-Transaktionen und Kreditkarten geht. Der Gesamtindex für Deutschland beträgt 160, der europä-ische Durchschnitt 114.

Obwohl die Deutschen europaweit die höchsten Sicherheitsbedenken haben, ist ihre Akzeptanz neuer biometrischer Sicherheitsverfahren gering. Sind rund 60 Prozent der Befragten bereit, ein persönliches Passwort oder Foto, einen PIN oder einen Fingerprint Scan zu nutzen, nimmt diese Bereitschaft ab, wenn es um moderne biometrische Identifikationsverfahren geht: Iris- oder Augenscan akzeptieren 48 Prozent der Befragten, einen Gesichtsscan 43 Prozent, die Iden-tifikation über die Stimme 35 Prozent und nur noch ein Viertel ist mit Scans der Blutgefässe in der Hand einverstanden.

„Die Unwissenheit um den Einsatz und die Funktionsweise neuerer biometri-scher Identifikationsverfahren ist groß. Hier ist Aufklärungsarbeit notwendig. Die Menschen sollten wissen, wie die einzelnen Verfahren technisch funktionie-ren, wie und wo man sie einsetzen kann beziehungsweise, welche Risiken ge-gebenenfalls existieren. Und man muss erläutern, wie der Missbrauch biometrischer Daten verhindert wird. Nur so können neuere biometrische Verfahren auch das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen“, erläutert Dietrich Schmitt, Geschäftsführer Unisys Deutschland GmbH und Leader Global Industries im Central Cluster.

„In der Regel entscheiden Behördenvertreter, Politiker oder Unternehmensfüh-rer darüber, ob biome-trische Verfahren zum Einsatz kommen. Sie müssen sich im Vorfeld mit den gesellschaftlichen Aspekten auseinandersetzen. Nur so kann das Vertrauen in biometrische Sicherheitsverfahren erhöht werden.“

Größte Angst der Deutschen bei Datenschutz

Die Deutschen haben nach wie vor die höchsten Sicherheitsbedenken, wenn es um den unerlaubten Zugriff auf und den Missbrauch von persönlichen Daten geht. 80 Prozent der Befragten – und damit zwei Prozent mehr als bei der letz-ten Umfrage im März 2008 – gaben an, extreme oder große Angst vor dem Diebstahl und Missbrauch ihrer persönlichen Daten zu haben. Die Anzahl derer, die hier nicht besorgt sind, beträgt nur noch vier Prozent (12 Prozent im Au-gust 2007, sechs Prozent im März 2008).

Im Punkt finanzielle Sicherheit sind die Bedenken der Deutschen immer noch am  zweitgrößten. 73 Prozent gaben an, extrem bzw. sehr besorgt darüber zu sein, dass ihre Kreditkartendetails von Dritten ausspioniert und verwendet wer-den könnten. Auch das Vertrauen in Online-Banking und -Shopping nimmt wei-terhin ab: Während die Anzahl derer, die hier extreme Sicherheitsbedenken ha-ben, von 24 auf 26 Prozent gestiegen ist und weitere 27 Prozent sehr besorgt sind, haben nur noch 11 Prozent in diesem Punkt keine Angst (18 Prozent im August 2007, 13 Prozent im März 2008).

„Die jetzt vorliegenden Ergebnisse entstanden noch vor der Finanzkrise. Hier rechnen wir bei der nächsten Runde unserer Security Index-Ermittlung im Früh-jahr 2009 mit größeren Veränderungen“, so Dietrich Schmitt.

Nationale Sicherheitsbedenken sinken

Im Punkt nationale Sicherheit haben die Bedenken der Deutschen am stärks-ten abgenommen. Betrug der Indexwert im August 2007 noch 167 Punkte und im März 2008 163 (das entspricht „sehr besorgt“), sind es jetzt nur noch 146 Punkte (das entspricht „wenig besorgt“). Insbesondere die Angst vor nationa-len Epidemien hat seit August 2007 insgesamt stark abgenommen.

Demografische Unterschiede

Alle drei Befragungen, im August 2007, im März 2008 und jetzt im August 2008 zeigen hier gewisse Tendenzen: Personen im Alter über 65 sind weniger be-sorgt als jüngere und Männer weniger als Frauen. Auch bei der Einkommens-schicht zeichnet sich eine allgemeine Tendenz ab: Je geringer das Einkommen desto höher die Sicherheitsbedenken.

„Erstaunlich ist, dass die Deutschen zwar die höchsten Sicherheitsbedenken haben, aber dennoch, wenn es um biometrische Verfahren für mehr Sicherheit geht, sehr zurückhaltend sind. Hier sind beispielsweise die Niederländer mit dem niedrigsten Security Index oder die Spanier mit dem zweithöchsten Index-wert in Europa viel aufgeschlossener. Es kommt in Deutschland also darauf an, biometrische Sicherheitsverfahren so zu gestalten, dass die Sicherheit der da-bei verwendeten persönlichen Daten absolut gegeben ist. Rein technisch geseh-en ist das in jedem Fall möglich“, kommentiert Dietrich Schmitt.

www.unisyssecurityindex.com

 
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