| Data Loss Prevention: Sicherheitsrichtlinien durchsetzen | | Drucken | |
| 16. Oktober 2008 | |
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Unternehmen droht längst nicht mehr nur Gefahr durch Angriffe von außen. Auch ein gut geschütztes Netzwerk ist Gefahren ausgesetzt, die von innen kommen. Security Awareness ist ein möglicher Ansatz, um Mitarbeiter auf diese Gefahren aufmerksam zu machen, aber er genügt nicht, wenn es keine Kontrolle gibt. Zudem unterstützen spezielle Data Loss Prevention (DLP)-Lösungen Unternehmen dabei, Datendiebstahl und die unabsichtliche Übermittlung von Informationen nach außen zu verhindern. Was geschehen kann, wenn Sicherheitsrichtlinien zum Schutz von Daten nicht ausreichend aufgestellt oder eingehalten werden, musste die britische Steuerbehörde im November 2007 erleben. Die gespeicherten Daten von 25 Millionen Briten verschwanden spurlos, nachdem ein Angestellter der Behörde diese auf CD gebrannt und per Kurier nach London geschickt hatte. Ganz ähnlich die Nachricht über den Datendiebstahl durch einen Mitarbeiter der LGT-Bank, Liechtenstein, und der Kauf dieser Daten durch die Deutsche Steuerbehörde, der immer noch hohe Wellen schlägt. Die Diskussion über die politische Verantwortung überdeckt jedoch die eigentliche Problematik: Wie ist es möglich, dass ein Mitarbeiter eine solche Menge sensibler Daten auf eine CD-Rom brennt und stiehlt? Es darf als sicher gelten, dass die entsprechende Stelle über Richtlinien zur Datensicherheit verfügt. Jedoch zeigt der Vorfall, dass diese Richtlinien offensichtlich nicht mit technischen Maßnahmen umgesetzt worden sind. Stiefmütterlicher Umgang mit IT-Risiken Datendiebstähle können mithilfe wirksamer Richtlinien zur IT-Sicherheit weitgehend ausgeschlossen werden, wenn deren Durchsetzung mit technischen Maßnahmen unterstützt wird. Diese können beispielsweise den Zugriff auf Anwendungen beziehungsweise bestimmte Vorgänge auf einen autorisierten Personenkreis beschränken. Nur so kann der Gefahr der Nicht-Beachtung der IT-Sicherheitsrichtlinien, wie es durch böswilligen Diebstahl geschieht, begegnet werden. Mit den entsprechenden technischen Maßnahmen hätte in Liechtenstein dafür gesorgt werden können, dass der Mitarbeitende entweder keinen Zugriff auf die Daten oder aber keine Möglichkeit gehabt hätte, sie ohne weiteres auf CD zu brennen. Symantec, beispielsweise, hat bereits im Frühjahr 2007 im Rahmen einer Studie zu IT-Risiken, dem „IT Risk Management Report“, auf den immer noch stiefmütterlichen Umgang vieler Unternehmen mit IT-Risiken hingewiesen. Und das, obwohl die Unternehmen mehrheitlich der Ansicht sind, sicherheitsrelevante Ereignisse oder Verstöße gegen Compliance-Richtlinien würden sich massiv auf ihre Geschäftstätigkeiten auswirken. Awareness Schritt für Schritt erhöhen Was können Unternehmen tun? Die Implementierung einer ganzheitlichen IT-Risikostrategie, wie sie in erwähntem Report beschrieben wird, ist hier die Lösung. Dies gilt für kleine und mittlere Unternehmen genauso wie für Konzerne. Dazu gehören Faktoren wie die Priorisierung und Quantifizierung des Risikopotenzials, vor allem aber auch die kontinuierliche Überprüfung der Wirksamkeit der Richtlinien und deren Einhaltung. Moderne Software wie Vontu DLP bietet beispielsweise die Möglichkeit, mittels Pop-Up-Fenster den Anwender auf die Verletzung einer Richtlinie aufmerksam zu machen. Dies schließt Links in das Intranet zu den relevanten Security Policies ein. Schritt für Schritt erhöht sich somit die Awareness im Unternehmen. Schäden durch Datenverlust schwer einschätzbar Die Marktforschungsgesellschaft Gartner geht davon aus, dass etwa 70 Prozent der Datenpannen, die zu einem Informationsverlust, insbesondere auch die Auswirkungen für das Image eines Unternehmens oder einer Behörde, unterstreichen das Risikopotenzial interner Bedrohungen. Die Schäden, die einem Unternehmen durch Datenverlust entstehen, sind allerdings nur schwer in Zahlen auszudrücken. Dies liegt nicht zuletzt an den unterschiedlichen Perspektiven, die in Bezug auf den Begriff „Datenverlust“ möglich sind: Manche Unternehmen ermitteln ihre Kosten über entgangene Einnahmen, andere über die Mittel für die Wiederherstellung der verlorenen Daten. Auch die Kosten, die durch Rechtsstreitigkeiten aufgrund von Datenverlust entstehen können, sind ein möglicher Faktor zur Bemessung der realen finanziellen Schäden durch einen Datenverlust. Imageschäden sind kaum zu beziffern Gartner schätzt die durchschnittlichen Kosten für einen Datenverlust auf bis zu 10 Millionen Euro. Da bei großen Unternehmen das Wiederherstellen von E-Mails, die nicht-indiziert in Backup-Images verteilt auf mehreren Bandsystemen lagern und aufwändig gesucht werden müssen, schnell bis zu eine Million Euro kosten kann, erscheint diese Summe durchaus realistisch. Es verwundert also nicht, dass der Schutz sensibler und vertraulicher Daten für viele Unternehmen immer wichtiger wird. Neben Verlusten in Millionenhöhe drohen auch erhebliche Imageschäden, die mitunter nicht mehr zu beheben und kaum zu beziffern sind. Vor diesen Schäden können spezielle Data Loss Prevention (DLOP)-Lösungen schützen. Für Sicherheitsexperten liegt die besondere Herausforderung darin, den Schutz der Daten zu gewährleisten – trotz der stetig wachsenden technologischen Kommunikationsmöglichkeiten, die immer mehr Raum für Informationsdurchlass bieten. Wie aber können Daten auch vor Angriffen von innen oder „versehentlichem“ Verlust durch Unachtsamkeit, Leichtsinn etc. geschützt werden? Im Folgenden einige Hinweise und Tipps zum wirksamen und umfassenden Schutz sensibler Informationen im Unternehmen.
1. Informationen schützen
2. Datennutzung überwachen
3. Maßnahmen gegen Verstöße automatisieren
4. Wichtige Daten verschlüsseln Die „Big Brother-Falle“ Die Überwachung interner Daten und der Mitarbeiter-Kommunikation bringt nicht nur erhöhte Sicherheit, sondern auch mehr Verantwortung mit sich. Sie kann zu einem „gefühlten“ Verlust der Privatsphäre der Mitarbeiter, generellem Misstrauen und – im schlimmsten Fall – zu Klagen führen. Aus diesem Grund sollte eine DLP-Strategie auch Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre beinhalten. Die Überwachung der vertraulichen Daten sollte regelbasiert erfolgen, um keine Willkür aufkommen zu lassen und gezielte Maßnahmen zu ermöglichen. Rollenbasierte Zugangskontrollen ermöglichen es, wichtige Daten nur bestimmten Personenkreisen zugänglich zu machen und so die Sicherheit zu steigern. Die Richtlinien, die den Umgang mit sensiblen Daten regeln, sind meist schriftlich bereits vorhanden und im Intranet einsehbar. Die Regeln dienen dem Schutz vor Datenverlust und können nicht zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle der Mitarbeiter herangezogen werden. Nur Aktivitäten, die gegen definierte Regeln verstoßen, werden vom System registriert, keinesfalls aber was und wie viel der Mitarbeiter macht. Das Rollenmodell stellt sicher, dass nur autorisierte Personen benutzerspezifische Daten einsehen können. Backup ist ein Muss Die Aussage „Backup ist ein Muss“ mag banal klingen, aber ein erheblicher Teil der Kosten bei einem Datenverlust entsteht durch die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Daten. Eine intelligente Archivierungslösung wie Symantec Enterprise Vault für die E-Mail-Archivierung greift schon im Moment der Datenentstehung, um die neu geschaffenen Daten zu klassifizieren und eine Speicher-Strategie festzulegen. Eine solche Lösung sollte zudem in der Lage sein, individuell passende Klassifizierungen anzubieten und sich zudem in bestehende Content-Management-Systeme eingliedern lassen. Fazit Unternehmen können die Gefahren, die ihnen von innen drohen, mit Awareness-Kampagnen und geeigneten technischen Mitteln abwenden. Sie müssen aber bereit sein, Richtlinien nicht nur zu entwickeln, sondern auch durchzusetzen. Bernd Bilek Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe November/Dezember 2008 des it security. |
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