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Das Internet ist nicht bedroht PDF  | Drucken |  E-Mail
12. September 2008

Meldungen über Internet-Kollaps sind Panikmache.

Vermeintlich unabhängige Experten warnen seit Monaten vor einem bevorste-henden Zusammenbruch des Internet. Doch hinter solchen Prophezeiungen stehen Lobbyisten, die eigene ökonomische Interessen verfolgen. Eine aktuelle unabhängige Studie gibt hingegen Entwarnung. Das Internet wird auch in eini-gen Jahren sehr gut funktionieren, so das Computermagazin c't.

Internet-Telefonie, Videos und vor allem Tauschbörsen, die in so genannten Peer-To-Peer-Netzen organisiert sind, fordern den Internet-Leitungen viel Bandbreite ab. Die stetige Zunahme solcher Anwendungen bereitet den Provi-dern durchaus Kopfschmerzen. "Es wird aber regelmäßig in die Technik inves-tiert, einige Glasfaserverbunde liegen aus den Boom-Zeiten des Neuen Mark-tes noch immer ungenutzt in der Erde", erläutert c't-Redakteur Holger Bleich. "Außerdem besteht noch viel Potenzial, die vorhandene Internet-In-frastruktur besser auszunutzen."

Das Internet würde bald kollabieren, was gravierende wirtschaftliche Schäden zur Folge hätte. Diese Aussagen stützen sich auf eine Studie, die Hersteller von Netzwerktechnik finanziert haben. An einem rascheren Ausbau der Infrastruk-tur des Internet würden sie gut verdienen. Eine unabhängige Studie des Wa-shingtoner Forschungsunternehmens TeleGeography hat hingegen herausge-funden, dass derzeit mehr in den Ausbau von Bandbreiten investiert wird, als die Nachfrage nötig macht. "Langfristige Vorhersagen zur Entwicklung der In-ternet-Infrastruktur haben sich bislang stets als unzutreffend erwiesen", so Holger Bleich.
"Das Internet ist nun mal aus vielen Teilnetzen geknüpft, die völlig unterschied-lich miteinander verbunden sind. Mit einer Verstopfung ist in den nächsten Jah-ren aber nicht zu rechnen."

Wenn es überhaupt Probleme gibt, sind sie weniger auf Leitungsengpässe denn auf unterdimensionierte Verknüpfungspunkte zwischen den Teilnetzen zurück-zuführen. Bei Echtzeitanwendungen wie Spielen oder Internet- Telefonie kann das zu Qualitätseinbußen führen.

www.heise-medien.de

 

 

 
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