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it management informiert über strategisches Informati-onsmanagement und trägt durch produktneutrale, fach-übergreifende Beiträge zur Entscheidungs- und Produkt-findung bei. Im Fokus der Berichterstattung steht immer das Informationsbedürfnis der Leser hinsichtlich Nutz-wert, Integrationsfähigkeit und Investitionssicherheit. Die Beiträge werden von ausgewählten Experten und aner-kannten Beratern geschrieben.

 

Inhaltsangabe

Rückkehr des DBMS - Das Ende der „One size fits all“-Ära? PDF  | Drucken |  E-Mail
02. August 2008

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Es wird vielfach angenommen, dass DBMS ihren Höhepunkt vor etwa 12 Jahren erlebten.

Vorher dienten sie oft als vollständige Application Server zur Verwaltung von Datenbanken, Transaktionen, Authentifizie-rungs-/Identitäts-/Zugangskontrolle und sogar von Anforde-rungen der Anwendungslogik. Um 1993 führten Datenbankde-signer, die mit Oracle Database oder Sybase SQL arbeiteten, noch ein unbesorgtes und recht lukratives Leben.

Als dann immer mehr Unternehmen eilig verteilte Backend-Systeme (die häu-fig mit unterschiedlichsten DBMSs betrieben wurden) in Webapplikationen inte-grierten, nahmen in vielen Fällen Server für Webapplikationen die zentrale Stel-lung des DBMS im Bereich der Applikationsplattformen ein. DBMSs wurden häu-fig nur noch zur Verwaltung der grundlegenden Dienste in der Speicherschicht verwendet, Anwendungslogik, Integritätsprobleme und sogar Transaktionen wurden zum Teil in den Mid-Tier-Bereich migriert.

Ein anderer wichtiger Faktor ist der, dass sich die DBMS-Hersteller in den letz-ten 20 Jahren nicht gerade als besonders kundenfreundlich erwiesen und eine unpopuläre (weil Oligopol-zentrierte) Preis- und Lizenzpolitik verfolgten. DBMS-Herstellern und -Projekten im Open-Source-Bereich eröffnete dies Vermark-tungsgelegenheiten im Mainstream-Markt.

Das rasche Wachstum von XML-Content- und -Daten-Management in den letz-ten zehn Jahren stellte die Situation im DBMS-Markt weiter auf den Kopf, denn das XML-Datenbankmodell lässt sich nicht vollständig in das relationale Daten-bankmodell aufnehmen (Das „Zerhäk-seln“ von XML-Dokumenten in die Ta-bellen einer relationalen Datenbank ist beispielsweise ein durchaus passendes Bild, weil dabei Daten verloren gehen können).

Selbst Pioniere im DBMS-Markt wie Michael Stonebraker haben im Laufe der vergangenen beiden Jahre immer wieder betont, dass die „One size fits all“-Ära der Vergangenheit angehört und spezialisierte Datenmanagementsysteme, zum Beispiel für Datenstreaming, die herkömmlichen relationalen DBMSs all-mählich ersetzen werden.

Zwei von Stonebrakers jüngsten Unternehmen, StreamBase Systems und Ver-tica sind führende Beispiele für die neueste Welle spezialisierter Datenmanage-ment-Anbieter, wie auch die XML-Content-Platform Mark Logic. Außerdem gibt es vielversprechende Open-Source-Projekte in diesem Bereich, wie z. B. das Open-Source-XML-Datenbanksystem eXist-db.

Ist dies das Ende der RDBMSs, wie wir sie aus den vergangenen rund 25 Jah-ren kennen? Ist die Zeit gekommen unsere SQL-Bücher über eBay zu verkau-fen, bevor sie völlig wertlos sind? Sich für einen Fernkurs für XML-Management anzumelden, um in die Zukunft zu investieren und sich Karrierechancen zu si-chern? Vielleicht werden einige „alterhergebrachte“ Datenbankmodelle wie hie-rarchische und objektorientierte DBMSs letztlich (im Falle der hierarchischen Modelle: wieder) an Bedeutung gewinnen, wenn der Markt XML für die Verwal-tung von Inhalten und Daten einsetzt? Läuft Oracle-CEO Larry Ellison Gefahr, von der Spitze der Liste der reichsten Menschen der Welt verdrängt zu werden (In Forbes "The World's Billionaires" ist er in diesem Jahr bereits auf Rang 14 gerutscht…)?

Peter O’Kelly ist VP und Research Director der Burton Group.

 
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