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it management informiert über strategisches Informati-onsmanagement und trägt durch produktneutrale, fach-übergreifende Beiträge zur Entscheidungs- und Produkt-findung bei. Im Fokus der Berichterstattung steht immer das Informationsbedürfnis der Leser hinsichtlich Nutz-wert, Integrationsfähigkeit und Investitionssicherheit. Die Beiträge werden von ausgewählten Experten und aner-kannten Beratern geschrieben.

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Planung einer SAP-Roadmap: Wo geht`s lang? PDF  | Drucken |  E-Mail
07. November 2007

Der Upgrade von SAP R/3 46C oder mySAP 4.70 auf mySAP ERP 2005 ist gleichbedeutend mit dem Wechsel auf SAP NetWeaver. Vergleicht man die Architekturabbildung der SAP-Landschaften miteinander, so wird deutlich, wie sich die SAP-Landschaft im Rahmen dieses Upgrades ändert.

Dieser Artikel stellt eine Verbindung zwischen mySAP ERP, SAP NetWeaver und der SAP Enterprise Service Oriented Architecture (ESOA) her. Die verschiedenen Herangehensweisen an den ERP-Upgrade und den Architekturwandel werden vergleichend erläutert.

Serviceorientierte Architekturen und deren Auswirkungen sind derzeit eines der meist diskutierten IT-Themen. Mit SAP NetWeaver als technische Grundlage verbindet SAP mit ihrer Enterprise Service- Oriented Architecture (ESOA) betriebswirtschaftliche Anwendungen direkt mit technischen Konzepten und Komponenten. Aber viele Anwender sind skeptisch – bedeutet doch der Wechsel von den etablierten Client-Server-Landschaften hin zu serviceorientierten Architekturen (SOA) für viele ein noch schwer einzuschätzendes Risiko. Noch stehen die Anwender – vor allem aus dem (gehobenen) Mittelstand – vor der Frage, wie sich die Ablösung der etablierten Client-Server-Landschaften durch die noch weitgehend unbekannte serviceorientierte Architektur ohne Gefährdung des alltäglichen Betriebs bewerkstelligen lässt. Und wann ist der richtige Zeitpunkt hierfür? Vielen Unternehmen war zunächst nicht klar, inwieweit sie von ESOA betroffen sein würden und ob SAP oder andere Anbieter „Ernst machen“. Aus dieser Unsicherheit heraus hat sich in vielen Unternehmen und IT-Abteilungen eine abwartende bis ablehnende Haltung entwickelt. Dies wurde dadurch weiter verstärkt, dass zu Beginn die Vorteile serviceorientierter Architekturen schwer zu vermitteln waren. Die Anbieter beschränkten ihre Nutzenargumente oft auf die IT und den technischen Betrieb. Der Zwang zum Umstieg ist nicht bei jedem Unternehmen in gleichem Maße vorhanden. Langfristig können sich jedoch nur die Wenigsten dem neuen grundlegenden technologischen Wandel entziehen: Zu sehr ist bereits auch der Mittelstand mit seinen Kunden und Lieferanten elektronisch vernetzt und zu weit ist bei den Softwarehäusern die Überzeugung und der Umbau der Produkte bereits fortgeschritten. Zu groß ist die Überzeugung der Experten aus allen Bereichen, dass SOA der richtige Weg für die Zukunft ist.

SAP serviceorientiert

ESOA ermöglicht mittels Web-Services, einer offenen Infrastruktur und konse-quenter Einhaltung von Protokoll-Standards (XML, WSDL, SOAP) die Implemen-tierung einer SOA mit SAPMitteln. Mit den Komponenten von SAP NetWeaver sowie ergänzenden Werkzeugen für den komplexer werdenden Betrieb sind die technischen Voraussetzungen für die Implementierung sehr weit gediehen. Die großen Vorteile einer SOA liegen bei der Abbildung der Geschäftsprozesse. Die IT muss Anforderungen hinsichtlich Flexibilität und Anpassungsgeschwindigkeit, wie diese für die Geschäftsprozesse gelten, eins zu eins abbilden können. Andernfalls entwickelt sich die IT zu einer Innovationsbremse. Etablierte Client-Server-Landschaften stoßen hier an Grenzen, die serviceorientierte Architekturen überwinden können. Unternehmen sind so in der Lage, Medienbrüche zu vermeiden und einen durchgehenden Business-Workflow auch über Applikations- und Unternehmensgrenzen hinweg zu realisieren.

Viele Mittelstandskunden der SAP setzen bereits einzelne Komponenten von SAP NetWeaver ein, wie das SAP Enterprise Portal oder SAP Business Intelligence. Die Einführung dieser Komponenten erfolgte allerdings in den meisten Fällen nicht vor dem Hintergrund oder mit der Motivation einer sich anbahnenden ESOA-Implementierung. Meist lag der Fokus auf dem jeweiligen Produkt und dessen Funktionen. Ziel war die Erweiterung bestehender IT-Landschaften um neue Möglichkeiten, die die weiterentwickelten Module enthielten. Ein erster Schritt, der aber nur als Start in eine Zukunft mit ESOA gewertet werden darf. Die Kunden müssen sich die Leistungsmöglichkeiten ihrer Software bewusst machen und sie gezielt zum eigenen Nutzen ausbauen sowie auf den zukünftigen Bedarf ausrichten.
Viele Konzerne und Großunternehmen sind dagegen bereits einen Schritt weiter. Sie sondieren den SOA-Markt, testen die ersten Web-Services oder befinden sich in weiterführenden NetWeaver-Projekten – sie sind damit die Treiber der neuen Technologie. Bisher haben zwar nur wenige Unternehmen Geschäftsprozesse auf ESOA-Technologie produktiv umgesetzt. Der Trend dorthin ist jedoch klar zu erkennen. Spätestens wenn diese Kunden die ersten Schritte in Richtung ESOA unternommen haben, werden deren Lieferanten nicht umhin kommen, diesen zu folgen. Die Weigerung, sich mit ESOA auseinanderzusetzen, bedeutet, den Anschluss an die Konkurrenz sowie wichtige Kunden zu verlieren.
Gerade der reibungslose und automatisierte Daten- und Informationsaustausch entlang der Prozesskette über Firmengrenzen hinweg wird zukünftig einen entscheidenden Anteil am Geschäftserfolg ausmachen. Lieferanten müssen sich an die Schnittstellenvorgaben der Auftraggeber anpassen. Standardisierte Schnitt-stellen bilden die Voraussetzung für die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen: Eine Situation, die in der Automobilbranche bereits seit Jahren üblich ist. Zusätzlich zu den Ansprüchen auf der Geschäftsebene verschärfen staatliche Vorgaben wie Elster und tiefgehende Sicherheitsanforderungen durch Sarbanes Oxley oder die FDA die Anforderungen an global standardisierte und flexibel anwendbare Techniken und Technologien.

Der Start in eine Zukunft mit ESOA

Die zentrale Herausforderung für die IT-Abteilungen besteht darin, die IT-Landschaft nach und nach in eine ESOA zu überführen, ohne das Tagesgeschäft aus den Augen zu verlieren oder wichtige Projekte verschieben zu müssen. Die Themen sind damit gesetzt und der Weg vorgezeichnet. Wie kann nun also ein sanfter Umstieg auf ESOA realisiert werden? Vor der Umstellung auf die neue Plattform ist es zwingend notwendig, entsprechende Konsolidierungs-Maßnahmen durchzuführen. Typische vorbereitende IT-Projekte zur langfristigen Einführung von ESOA sind:
• Harmonisieren der Releases, um die SAP-Landschaft auf einen einheitlichen Stand zu bringen
• Optimieren der Systemlandschaft
• Konsolidieren der Infrastruktur, für eine einheitliche Basis und Reduzierung der Aufwendung für deren Betrieb
• Erstellen eines einheitlichen und systemübergreifenden Zugriffs- und Berechtigungskonzept für die Anwender durch Identity Management
• Umstellen auf UNICODE, als Basis für einen system- und länderübergreifenden Zugriff auf das SAP-System
• Implementieren einer adäquaten System-Monitoring- und Betriebs-Umgebung 

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Gehört zu den technischen Vorbereitungsmaßnahmen auch die Installation neuer SAP NetWeaver-Komponenten, so müssen Anwender diese unter Berücksichtigung ihrer Gesamtstrategie einführen. Diese Systeme stellen praktisch die Infrastruktur und die Mittel zur Verfügung, um eine ESOA betreiben und betreuen zu können. Für deren Implementierung sind Process Integration (PI), Business Intelligence (BI) und Enterprise Portal (EP) quasi Pflicht. Mit Hilfe dieser Werkzeuge können die Verantwortlichen die Datenströme, Prozesse und Interaktionen durch die im Prozess betroffenen Mitarbeiter organisieren und administrieren. Hinzu kommen je nach Geschäftsanforderungen und Datenkomplexität weitere Komponenten wie SAP NetWeaver Master Data Management (MDM) und SAP NetWeaver Mobile. Parallel zur technischen Vorbereitung müssen Unternehmen auch ihre Organi-sation sowie bestimmte Arbeitsabläufe auf die sich ändernden Rahmenbeding-ungen ausrichten. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Fachabteilung und IT in den Projekten enger zusammenarbeiten müssen. Die Anforderungen der Fachab-teilungen haben zukünftig einen erhöhten Einfluss auf die zu implementierenden Lösungen und Komponenten. Aber auch die ITAbteilung sowie die Support-organisation an sich müssen umorganisiert werden. Die technischen Mitarbeiter der Rechenzentren und der SAP-Basis müssen sich mit den fachlichen Anforderungen der betreuten technischen Prozesse auseinandersetzen. Nur eine nahtlose Verzahnung der technischen und fachlichen Kompetenzen über die ablaufenden Prozesse hinweg sichert im Störungsfall eine zügige Bearbeitung durch die zuständigen Mitarbeiter.

Einstiegsvarianten

Den Einstieg in eine Zukunft mit ESOA können Unternehmen über verschiedene Wege realisieren. Welches der richtige ist, kann nicht pauschal beantwortet werden, da dieser von der aktuellen Situation des Unternehmens und dessen Prioritäten abhängig ist. Eine sehr verbreitete Vorgehensweise – vor allem vor dem Hintergrund knapper IT-Budgets – ist der ausschließliche Upgrade des ERP Systems auf mySAP ERP 2005. Das Unternehmen arbeitet danach weiter wie zuvor, ohne zunächst die Vorteile von SAP NetWeaver oder der ESOA zu nutzen. Diese Vorgehensweise ist jedoch nur dann praktikabel, wenn auch mittelfristig keine IT-Projekte anstehen, die eine zeitnahe Implementierung von SAP Net-Weaver-Komponenten erfordern. Der ideale Einstieg für Unternehmen, die bereits konkrete Anforderungen an SAP NetWeaver haben, liegt in der schrittweisen Einführung einzelner SAP NetWeaver-Komponenten. Durch in sich abgeschlossene Projekte ist es möglich, die Software projektbezogen einzuführen. Risiko dieser Vorgehensweise ist die nachträgliche Anpassung älterer, nicht-kompatibler Anwendungsreleases. Daher empfiehlt es sich, vor dem Projekt sicherzustellen, dass keine größeren SAP NetWeaver beziehungsweise ESOA-Inkompatibilitäten vorhanden sind, die nachträgliches Anpassen notwendig machen. Eine dritte Möglichkeit des Einstiegs ist die der direkten Abbildung abgeschlossener Prozesse über Enterprise Services wie beispielsweise „Order-To-Cash“. Aufgrund des hohen Aufwands ist diese Variante jedoch meist nur für große Unternehmen ein gangbarer Weg.

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Offene Fragen

Der Betrieb einer ESOA-Landschaft lässt jedoch bei den Anwendern nach wie vor viele Fragen offen – sei es hinsichtlich eines Backup- und Restore-Konzeptes oder wie das Monitoring der Geschäftsprozesse erfolgen soll. Weiterhin ungeklärt ist, wie die IT-Szenarien auch nach zukünftigen Upgrades über Releasegrenzen hinweg funktionieren: Kann ich ein mySAP ERP 2010 mit einer SAP Exchange Infrastructure aus SAP NetWeaver 04s betreiben? Entwicklungsseitig müssen die Anbieter klären, inwieweit sie eine Wiederverwendung von Web- beziehungsweise Enterprise Services gewährleisten können. Welche Rollen werden zukünftig SAP-Standards und De-Facto-Standards, wie derzeit PDF, innehaben? Wie werden sich SAP und andere Anbieter an diese halten? Eng mit dieser Thematik verknüpft, steht die Frage im Raum, wie offen die serviceorientierten Architekturen tatsächlich sind und wie Unternehmen verschiedene SOA-Produkte miteinander verknüpfen können. Weiterhin ist es für die Kunden der SAP derzeit schwierig abzuschätzen, was eine bestimmte Lösung kosten wird und wie sich die Kosten in Zukunft bei wachsendem Datenbestand entwickeln. Prinzipiell sind die SAP NetWeaver- Komponenten und deren Nutzung über die gängigen Lizenzverträge abgedeckt. Jedoch müssen Anwender für die Verwendung einzelner Funktionen zusätzliche Lizenzen entrichten, die vom Umfang der Nutzung abhängig sind.

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Fazit

Die Einführung und Umsetzung von ESOA wird Unternehmen die nächsten Jahre beschäftigen. Mittels genauer Masterpläne lässt sich die Umsetzung in überschaubare Projekte aufteilen und die Umsetzungsgeschwindigkeit den Bedürfnissen und Gegebenheiten der Anwender anpassen. Als technische Grundlage für die Globalisierung nimmt ESOA Fahrt auf, um den seit geraumer Zeit laufenden weltweiten Veränderungen im Markt gerecht zu werden. International operierende Unternehmen werden die Vorteile am schnellsten spüren und dementsprechend die Umsetzung von ESOA forcieren. In der Folge werden die mit diesen Konzernen geschäftlich verbundenen Partner nachziehen, um die geforderten Schnittstellen anzubieten und beliefern zu können. Wer sich frühzeitig mit diesen neuen Themen auseinandersetzt, dem wird es besser gelingen, sich den zukünftigen Anforderungen des Marktes anzupassen. Das wiederum sichert Unternehmen langfristig den eigenen Erfolg. Die Vorbereitungen haben in vielen Unternehmen begonnen, aber noch bleibt genug Zeit, die Einführung geplant anzugehen.

Heiko Friedrichs
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Dr. Carl Winter
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