| Open-Source Applikationsserver: Apache Geronimo 2.0 | | Drucken | |
| 06. November 2007 | |
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Applikationsserver zählen heute zu den selbstverständlichen Bestandteilen einer modernen IT-Infrastruktur, die wichtige Dienste zur Verfügung stellen.
Trotz seines jungen Alters von drei Jahren macht Geronimo bei der Dokumenta-tion, anders als bei vielen anderen Open-Source-Produkten, einen guten und professionellen Eindruck. Dabei zeigt sich auch die Handschrift von IBM, die für ihre Produktvariante einem offiziellen Support, mehrsprachige Handbücher, Artikel und Tutorials anbieten. Für den WAS Ce und SUSE Linux Enterprise Server bietet außerdem Novell einen Support und Wartungsvertrag an. Damit positioniert sich Geronimo gegen seinen direkten Konkurrenten RedHat JBoss.
Als Neuling legt Geronimo seinen Fokus auf das Thema Migration. Der Umstieg ist für Tomcat und JBoss ausführlich beschrieben und wird außerdem durch Wizard unterstützt. Auch der Wechsel von Geronimo zu IBM WebSphere wird durch kommerzielle IBM Werkzeuge unterstützt (Scale-up-Ansatz). Durch einen verbesserten Logger werden die Diagnosemöglichkeiten zur Fehlersuche erweitert und es besteht die Möglichkeit der Unterstützung mehrerer Repositories- und Server-Instanzen. Dadurch ist eine rein ressourcenschonende, mandantenfähige und wartungsfreundliche Installation möglich, wie sie von Hostern benötigt wird, um mehrere virtuelle Server auf einer physikalischen Installation zu betreiben. Diese Funktion ist auch zum einfachen Aufbau und der Pflege der Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebung geeignet, da sie es ermöglicht virtuelle Hosts für Webserver auf Applikationsservern zu verwenden.
Darüber hinaus integriert Geronimo weitere populäre Open Source-Bibliotheken erstmals zu einer qualitätsgesicherten Gesamtlösung mit der sich eigene SOA-Anwendungen schnell realisieren lassen. Der EJB 3-Support wird durch die Apache-Projekte OpenEJB und OpenJPA erledigt. Da Geronimo auf bewährte Open Source-Server-Bibliotheken aufsetzt und zu einer Gesamtlösung integriert, hat man damit sehr gute Voraussetzungen um erfolgreiche Web- und Webservice-Projekte zu realisieren. Mit der Version 2.0 bietet Geronimo leistungsfähige Konzepte wie Clusterung und Caching an, die hohen Last- und Performance-Anforderungen genügen. Mit seinem modularen Konzept lässt sich Geronimo zur Laufzeit erweitern. So kann man mit der minimalen WebServer-Variante (Little-G) starten und diese bei steigenden Anforderungen bis zu einem ausgewachsenen Applikations- oder sogar Portalserver (LifeRay) dynamisch erweitern. So lässt sich Geronimo zu einem Reporting- (JReport) oder LDAP-Server (Apache Directory Server) leicht ausbauen. Somit werden auch die Anforderungen an eine Echtzeit-Service-Unterstützung Rechnung erfüllt. Apache Geronimo ist bestens für den Einsatz von SOA- und WEB 2.0-Anwendungen gerüstet. Da Geronimo ein vollständig automatisiertes Konfigurieren und Verteilen von Anwendungen unterstützt, lassen sich sehr einfach und schnell identische Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen aufbauen. Als weitere Option wird neben dem hot-Deployment, bereits seit Geronimo 1.1, auch ein Offline-Deployment unterstützt. Dieses wird dadurch vereinfacht, dass alle Konfigurations-informationen in einem zentralen Repository abgelegt werden und jede Modul-Version nur einmal installiert und damit verteilt werden muss. Gerade Delta-Aktualisierungen, wie zum Beispiel bei Fehlerkorrekturen, werden dadurch dramatisch beschleunigt. Für jedes Anwendungsmodul gibt es einen Deploy-mentplan, der alle nötigen Informationen zum Verteilen und Konfigurieren der Anwendungen enthält. Die unterstützten Modularten und die dazugehörigen Pläne werden in Bild 4 aufgeführt. Darüber hinaus gibt es noch Pläne für erweiterte Konfigurationseinstellungen, für Sicherheit, Corba, webserverspezifische Einstellungen für Jetty oder Tomcat.
Neben der dafür vorgesehenen XML-Schnittstelle gibt es für die täglichen Administrationsarbeiten eine sehr komfortablen und portalbasierte Weboberfläche. Auf dieser kann man sehen, wie mit den AJAX-Bibliotheken DOJO und DWR ansprechende Weboberflächen unter Geronimo realisiert werden können. Über den in Geronimo integrierten Portlet-Kontainer Pluto können sogar JSR-168 konforme Portlets, wie sie zum Beispiel in der Administrationskonsole genutzt werden, verwendet werden. Damit ist das Tool zwar noch kein vollwertiger Portal-Server, die Entwicklung und das Deployment von Portlets wird dadurch aber erheblich vereinfacht. So ist es kein Wunder, dass selbst IBM WAS CE als Standardtestumgebung für den kommenden WebSphere Portal Server 6.2 verwendet. Ausblick und Fazit Mit dem neuen Java EE 5.0-Standard werden die Karten im Applikationsserver-Markt neu gemischt. Open Source Java-Anwendungsserver bieten eine echte Alternative zu kommerziellen Produkten. Gerade was die Unterstützung aktueller Standards (JEE 5.0, AJAX, WS) und Technologien betrifft, sind sie diesen sogar oft voraus. Sie stellen somit Startrampen für WEB 2.0 Anwendungen dar, wodurch sich ihre Verbreitung und die Einsatzmöglichkeiten noch ausdehnen werden. Apache Geronimo spielt zwar in einer anderen Liga als die kommerziellen Platzhirsche BEA und IBM, es kann jedoch gegenüber seinen direkten Open Source-Konkurrenten Glassfish und JBoss überzeugen. Hier kann Geronimo mit seinen Alleinstellungsmerkmalen wie dynamische Erweiterbarkeit und Plug-Ins und der vollständigen Administration mit Skripten punkten. Migrationshilfen erleichtern den Umsteige für bestehende Anwendungen. Die Schwächen im Bereich Überwachung des Betriebes lassen sich einfach über die dafür vorgesehene Standard-Java-Management-Extention-Schnittstelle (JMX) beheben. Durch die Kombination von Apache und IBM bietet Geronimo nicht nur konzeptionell maximale Freiheit bei optimaler Unterstützung von Standards. Abgerundet wird das Ganze durch das professionelle Support-Angebot, das vor allem für den produktiven und zuverlässigen Betrieb solch zentraler Infrastrukturen wie Applikationsservern wichtig ist. Somit wird Apache Geronimo in diesem Markt auch in Zukunft fest im Sattel sitzen.
Autor: Frank Pientka
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Dabei spielt die Unterstützung von Standards und die Verwendung von Lösungen aus dem Open-Source-Bereich eine wichtige Rolle. 